Jorge Lorenzo, Marc Marquez - © Yamaha

© Yamaha – Die italienischen und spanischen Medien hatten sehr konträre Ansichten

Der Kampf auf der Strecke ist seit Sonntag beendet, doch die Schlacht in den Medien hat gerade erst begonnen: Der denkwürdige Große Preis von Valencia 2015 auf dem Circuit Ricardo Tormo bringt nun die spanische und italienische Öffentlichkeit gegeneinander auf.

Während auf der iberischen Halbinsel ein „brillanter“ und „makelloser“ Sieg Lorenzos gefeiert wird, kocht es in Italien: Von „Betrug“ und einem „spanischen Absprachegeschäft“ die Rede, zudem wird über Lorenzo hergezogen.

„Meister wird man nicht nur, weil man am Ende der Saison mehr Punkte und Siege als die Rivalen feiern kann“, heißt es laut des Pressespiegels ‚SID‘ in der ‚Gazzetta dello Sport‘, die Valentino Rossi zum wahren Weltmeister der Saison 2015 kürt. ‚Il Messaggero‘ würdigt die Aufholjagd und das „wunderbare Talent“ des neunmaligen Weltmeisters, spricht jedoch auch von einem „schmutzigen Ende“ der Weltmeisterschaft.

‚La Repubblica‘ feuert offensiv eine Breitseite über die Balearen hinweg: „Die schönste Weltmeisterschaft in der Geschichte des Motorsports ist zu einem spanischen Absprachegeschäft geworden.“ Noch weiter geht die ‚Corriere della Sera‘, die von einem „Moto-Betrug“ spricht. Auch Jorge Lorenzo kommt dort nicht gut weg: Seine Dimension käme derjenigen eines Valentino Rossi oder ähnlichen Größen in anderen Sportarten (Fausto Coppi im Radsport, Michael Jordan im Basketball oder Ayrton Senna auf vier Rädern) keineswegs nahe, heißt es dort weiter.

Spanien feiert König Lorenzo
Doch auch Rossi muss sich Kritik im eigenen Land gefallen lassen: „Wenn er nicht den Kopf verloren hätte, wäre das Ende der Geschichte vielleicht anders“, glaubt die ‚Gazzetta dello Sport‘, die aber im selben Atemzug von einer Falle Marquez‘ spricht, in die Rossi in Malaysia getappt ist. Auch ‚Il Messaggero‘ schreibt, dass sich Rossi für die Aktion in Sepang Vorwürfe machen müss. „Diesen musste er leider teuer bezahlen“, schreiben die Italiener.

Ganz anders die Reaktionen in Spanien: Jorge Lorenzo wird gefeiert. „Er ist jetzt im Yamaha-Olymp genauso groß wie es Kenny Roberts und Wayne Rainey seit Jahrzehnten sind“, titelt ‚As‘ und spricht von einem „makellosen Sieg“ des Mallorquiners. Von einer eventuellen Arbeitsverweigerung von Marc Marquez wollen die Spanier nichts wissen. „Marquez und Pedrosa konnten ihn nie erreichen“, schreibt ‚Marca‘, die Lorenzo nach seiner fünften Weltmeisterschaft gleich zum König ernennt.

Während Jorge Lorenzo selbst erst noch zur Legende werden will, hat er einen solchen Status für ‚El Mundo Deportivo‘ bereits erreicht. „In Cheste (in Spanien werden die genauen Ortsbeschreibungen für Rennstrecken verwendet; Anm. d. Red.) schreibt Jorge Lorenzo Geschichte“, überschlägt sich die spanische Tageszeitung. Auch ‚Sport‘ feiert den neuen Weltmeister, der sich auf „meisterliche Art und Weise“ in Valencia gekrönt und einen „brillanten Sieg“ gegen Marquez und Pedrosa errungen habe.

Text von Heiko Stritzke

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