Jorge Lorenzo © Yamaha

© Yamaha - Den Tempo von Stoner und Pedrosa kann Jorge Lorenzo noch nicht folgen

Nachdem Honda 2011 die letzte Chance nutzte, doch noch einen Titel in der 800er-Ära zu holen, war jedem klar, dass der japanische Motorradgigant aus technischer Sicht die Konkurrenz wieder überholt hat.

Viele Jahre hatten Ducati und Yamaha einen kleinen Vorsprung. Doch die letzte Ausbaustufe der RC212V hatte es in sich. 13 Rennsiege aus 17 Rennen sprachen eine eindeutige Sprache und stellten die Gegner bei der Entwicklung der neuen Motorräder vor eine große Herausforderung.

Bisher mangelte es Yamaha an Leistung. Der verpasste Sieg beim Saisonfinale in Valencia verdeutlichte das Leistungsmanko der M1. Mit der Hubraumanhebung auf 1.000 Kubikzentimeter spielt die Leistung eine untergeordnete Rolle. Dennoch stand eine Verbesserung der Beschleunigung bei Yamaha an oberster Stelle.

Oberstes Ziel: Bessere Beschleunigung

„Nach dem Ende der vergangenen Saison haben wir eine Strategie beschlossen, wie wir die Beschleunigung verbessern können“, bemerkt MotoGP-Projektleiter Masahiko Nakajima und erklärt: „Beim Motor und der Elektronik haben wir uns auf die Performance beim Beschleunigen konzentriert. Dieser Bereich hatte die höchste Priorität. Zudem haben wir die Balance des Chassis verändert. Von außen sieht es nicht viel anders aus, aber unter der Verkleidung ist es ein großer Unterschied.“

„Beim Motor selbst haben wir Änderungen an der Charakteristik vorgenommen. Er ist fahrerfreundlich und einfach zu kontrollieren“, schildert der Yamaha-Verantwortliche. „Die elektrische Steuerung des Motors haben wir auch überarbeitet, besonders die Traktionskontrolle, die Anti-Wheelie-Kontrolle und die Motorbremse.“

„Beim Drive-by-Wire-System setzen wir noch nicht auf die jüngste Generation. Wir haben im vergangenen Jahr ein neues System eingeführt, welches wir auch zum Saisonstart verwenden werden. Die nächste Generation befindet sich bereits in der Entwicklung. Sobald sie ausgereift ist und wir gute Ergebnisse erzielen, werden wir sie einführen“, so Nakajima.

Wie nützlich ist Dovizioso?

Eine große Hilfe bei der Entwicklung sollten die Kenntnisse von Andrea Dovizioso sein, der drei Jahre im Werksteam von Honda fuhr und dadurch genau weiß, wo Honda Zeit gutmacht. „In Valencia haben wir sehr viele Kommentare von Dovizioso erhalten. Sein Feedback ermöglicht uns einen Vergleich, wie es im vergangenen Jahr bei Honda war“, analysiert Nakajima. Dennoch sieht er in den Aussagen des Italieners nur ein begrenztes Potenzial: „Wir können aber nicht allzu viel darauf geben. Wir können keine Hondas bauen. Yamaha kann lediglich Yamahas bauen.“

Am finalen Testtag des zweiten Sepang-Tests platzierte Dovizioso seine Tech-3-Yamaha auf Platz drei und lag damit vor Werkspilot Jorge Lorenzo. Allzu viel Aussagekraft sollte man den Zeiten allerdings nicht schenken, weil die Fahrer unterschiedliche Programme abarbeiteten und im Falle von Lorenzo auch eine Rennsimulation wagten.

Honda ist der Favorit

„Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen“, stellt aber auch der MotoGP-Projektleiter von Yamaha fest. „Unsere Rundenzeiten sind im Vergleich zur Konkurrenz noch zu langsam. Ich denke, dass wir auf Casey Stoner vier oder fünf Zehntelsekunden pro Runde verlieren.“

Eine generelle Schwachstelle an der neuen M1 kann Nakajima nicht ausmachen. Vielmehr geht er davon aus, dass in verschiedenen Teilbereichen kleine Modifikationen und Abstimmungsarbeiten nötig sind, um an Honda heran zukommen. „Wir müssen das Fahrwerk, die Elektronik und den Motor an die Bedürfnisse der Fahrer anpassen. Wenn der Fahrer dem Motorrad vertraut, dann können wir die Lücke schließen.“

Beim finalen Test in Jerez möchte Yamaha den Saisonstart in Katar vorbereiten. Neue Teile werden dann Rennen für Rennen entwickelt. Das Satellitenteam wird in der Regel einen Schritt hinterher sein. „Es ist schwierig zu sagen, welchen Entwicklungsstand Dovizioso und Crutchlow haben werden. Wir haben bereits die Ausbaustufe des ersten Sepang-Tests weitergegeben. Es ist aber schwierig vorherzusagen, wann wir das nächste Update liefern können. Wir haben sicher nicht genug Zeit, neue Teile herzustellen“, erklärt Nakajima.

Text von Maximilian Kroiss & Sebastian Fränzschky

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