© motorradrennen.com - Stefan Bradl war auch im zweiten Training schneller als die Konkurrenz

Im Gegensatz zum ersten Freien Training, das Aufgrund eines Ölflecks und mehreren Stürzen abgebrochen werden musste, lief der Nachmittag in Le Mans um einiges ruhiger. Einzig Lokalmatador Valentin Debise rutschte aus, ansonsten waren es ereignislose 45 Minuten. Bei perfekten Temperaturen und Bedingungen wurde es in den letzten Minuten noch einmal spannend, denn alle Piloten gingen noch einmal auf die Bahn, um die Bestzeit von Tom Lüthi (Suter) zu unterbieten. Alle 40 Fahrer waren unterwegs, weshalb eine freie Linie schwierig zu finden war.

Es zeichnete sich ab, dass die Zeiten sehr eng beisammen lagen. Zwei Minuten vor dem Ablauf der Zeit setzte sich Andrea Iannone an die Spitze. Lüthi konterte mit Bestzeiten in allen Sektoren und holte sich Platz zwei zurück. WM-Spitzenreiter Stefan Bradl (Kalex)war noch schneller, doch im letzten Sektor verlor der Deutsche zuviel Zeit für eine Verbesserung. Im finalen Angriff schüttelte Bradl noch eine starke Runde aus dem Ärmel und fuhr in 1:38.709 Minuten die Bestzeit.

Auch Lüthi konnte sich in seinem letzten Versuch noch steigern, doch unter dem Strich fehlten dem Schweizer 0,291 Sekunden auf den zweifachen Saisonsieger. Auf Platz drei meldete sich Simone Corsi mit der FTR. Drei verschiedene Chassis-Hersteller befanden sich somit unter den Top 3. Die französischen Fans an der Strecke durften sich über den vierten Platz von Jules Cluzel freuen.

Jerez-Sieger Andrea Iannone war mit schnellen Sektorzeiten unterwegs, doch der Italiener konnte sie nicht ganz aneinanderhängen und landete an der fünften Stelle. Marc Marquez mischte ebenfalls wieder im Spitzenfeld mit und klassierte sich auf Platz sechs. Ex-MotoGP-Pilot Alex de Angelis umrundete den französischen Kurs um eine halbe Sekunde langsamer als Bradl und reihte sich mit seiner MotoBi als Siebter ein.

Yuki Takahashi blieb im Gegensatz zum Vormittag auf seinem Motorrad sitzen. Zuletzt in Portugal freute sich der Japaner über Rang drei, diesmal kam er nicht über Rang neun hinaus. Vizeweltmeister Julian Simon rundete die Top 10 ab. Der Spanier war im Verlaufe des Trainings mit Debise aneinander geraten, denn dem Franzosen passte das Verhalten Simons auf der Strecke nicht. Der Brite Scott Redding fuhr die elftschnellste Zeit. Insgesamt lagen die ersten 14 Piloten innerhalb einer Sekunde.

Dominique Aegerter konnte nicht ganz im vorderen Mittelfeld mitmischen. Am Testtag in Estoril hatte der Schweizer erstmals das 2011er-Chassis von Suter probiert. Fortan wird der 20-Jährige auch das aktuelle Material einsetzen. Im zweiten Training brachte ihn das auf Platz 19. Landsmann Randy Krummenacher reihte sich zwei Ränge dahinter ein.

Schwierig lief es wieder für die MZ-Mannschaft, die in Le Mans geschlossen auf ein FTR-Chassis setzt. Max Neukirchner wurde mit 1,9 Sekunden Rückstand 34. Teamkollege Anthony West war mit dem für ihn neuen Material nur einen Tick langsamer und wurde 35.

Text von Gerald Dirnbeck

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