Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha – Jorge Lorenzo schnappte Valentino Rossi die Bestzeit vor der Nase weg

Yamaha dominiert das trockene zweite Freie Training in Mugello. Am Nachmittag zeigte sich die Sonne über dem italienischen Traditionskurs und es konnte im Gegensatz zum ersten Training fleißig mit Slicks trainiert werden.

Das Tempo gaben die drei Yamaha-Fahrer klar vor. Valentino Rossi und Jorge Lorenzo brannten die schnellsten Rundenzeiten in den 28 Grad warmen Asphalt und lieferten sich ein Fernduell um Platz eins.

Am Ende hatte der Weltmeister mit seiner besten Runde in 1:48,375 Minuten die Nase knapp vor seinem Teamkollegen. Rossi, der zwischen 2002 und 2008 das MotoGP-Rennen in Mugello gewonnen hat, war lediglich um 34 Tausendstelsekunden langsamer. Cal Crutchlow mischte mit der Tech-3-Yamaha ebenfalls vorne mit und reihte sich als Dritter ein. Sein Rückstand betrug 0,297 Sekunden. Alle weiteren Fahrer lagen schon über eine Sekunde zurück. Schnellster bei der Top-Speed-Messung auf der langen Zielgerade war Marc Marquez, der mit 342 km/h gemessen wurde.

Der Honda-Werksfahrer hatte allerdings Riesenglück: Rund 20 Minuten vor Ablauf der Zeit lag der Youngster in Kurve eins im Kiesbett und versuchte auf allen Vieren wegzukrabbeln. Die Hilfskräfte eilten herbei und legten Marquez auf eine Trage und brachten ihn in den Krankenwagen. Was war geschehen? Bei der Anfahrt zu Kurve eins kam er beim Bremspunkt links auf die Wiese und verlor auf dem nassen Gras die Kontrolle. An dieser Stelle fährt man über 340 km/h! Marquez und das Motorrad rutschten entlang der Betonmauer.

Der Rookie wurde per Krankenwagen zu Checks ins Medical Center gebracht. Kurz darauf gab es Entwarnung: Marquez hatte sich keine schweren Verletzungen zugezogen. Ein weiterer Fahrer hatte am Freitag Glück: Im ersten Freien Training am Vormittag war Andrea Dovizioso heftig abgeflogen und hatte im Kiesbett mehrere Rollen gemacht. In der Mittagspause ließ sich der Italiener den Nacken röntgen, doch glücklicherweise wurde keine Verletzung festgestellt.

Obwohl es im zweiten Freien Training trocken war, waren die Verhältnisse knifflig, denn der Regen hatte den Grip von der Strecke gewaschen und der Asphalt war „grün“. Zu Beginn der letzten Viertelstunde erwischte es auch Rookie Bradley Smith, der per kleinem Highsider von seiner Tech-3-Yamaha geworfen wurde und hart auf den Asphalt aufschlug. Mit Schmerzen kauerte der Brite im Kiesbett, bis auch zu ihm die Hilfskräfte eilten. Dieser Vorfall ereignete sich ausgangs Kurve sieben. Er wurde anschließend im Medical Center auf eine Verletzung am linken Arm hin untersucht.

Zum sportlichen Aspekt: Alle Fahrer waren hauptsächlich mit den weichen Slicks unterwegs und alle verbesserten ihre Zeiten vom Vormittagstraining. Hinter den drei Yamaha-Fahrern folgte Ducati-Werksfahrer Nicky Hayden auf Platz vier. Dem Ex-Weltmeister fehlten genau 1,003 Sekunden auf Lorenzo. Obwohl Yamaha die Favoritenrolle aufgrund der langen Geraden an Honda abgeschoben hatte, konnte Dani Pedrosa, der die WM anführt, nichts entgegensetzen. Der amtierende Vizeweltmeister hatte als Fünfter einen Rückstand von 1,008 Sekunden.

Dichtes Verfolgerfeld

Das Verfolgerfeld lag dicht beisammen und auch Ducati spielte auf der hauseigenen Teststrecke eine Rolle. Lokalmatador Andrea Iannone (Pramac) und Dovizioso waren als Sechster und Siebter ebenfalls gut mit dabei. Dagegen arbeitete Iannones Pramac-Teamkollege Ben Spies an seinem Comeback und wurde 16. Im dichten Verfolgerfeld war auch Stefan Bradl dabei. Der Deutsche sortierte sich mit seiner LCR-Honda als Achter ein. Zwischen den Plätzen vier und zwölf betrug der Abstand weniger als vier Zehntelsekunden.

Überraschend präsentierten sich die beiden CRT-Fahrer von Aspar konkurrenzfähig. Die ART von Aprilia hatte ein Motorupdate erhalten, aber trotzdem fehlten Aleix Espargaro 16 km/h auf die schnellsten Prototypen. Der weichere Reifen für die CRT-Fahrer hilft dafür in den schnellen Kurven und bei Richtungswechseln. Bester CRT-Vertreter war Randy de Puniet als Neunter. Der Franzose war damit schneller als Ducati-Testfahrer Michele Pirro, der in Mugello mit einer Wildcard und dem Lab-Bike unterwegs ist.

Auf den Positionen elf bis 14 folgten Alvaro Bautista (Gresini-Honda), Espargaro und die beiden Sturzopfer Smith und Marquez. Avintia hat in Mugello ein Motorupdate an der FTR-Kawasaki zur Verfügung. Trotzdem fehlten Hector Barbera zwei Sekunden auf die Spitze. Der Spanier war als 15. aber immerhin um sieben Zehntelsekunden schneller als Spies direkt dahinter. Ab Position 18 folgten die weiteren CRT-Fahrer.

Ergebnisse MotoGP FP2 Mugello

1 99 Jorge LORENZO SPA Yamaha Factory Racing YAMAHA 1’48.375 17 17 341.6
2 46 Valentino ROSSI ITA Yamaha Factory Racing YAMAHA 1’48.409 19 20 0.034 0.034 339.4
3 35 Cal CRUTCHLOW GBR Monster Yamaha Tech 3 YAMAHA 1’48.672 17 18 0.297 0.263 337.8
4 69 Nicky HAYDEN USA Ducati Team DUCATI 1’49.377 16 19 1.002 0.705 338.4
5 26 Dani PEDROSA SPA Repsol Honda Team HONDA 1’49.383 18 18 1.008 0.006 340.0
6 29 Andrea IANNONE ITA Energy T.I. Pramac Racing DUCATI 1’49.467 15 19 1.092 0.084 340.6
7 4 Andrea DOVIZIOSO ITA Ducati Team DUCATI 1’49.543 15 15 1.168 0.076 338.8
8 6 Stefan BRADL GER LCR Honda MotoGP HONDA 1’49.595 19 20 1.220 0.052 338.9
9 14 Randy DE PUNIET FRA Power Electronics Aspar ART 1’49.599 17 19 1.224 0.004 322.4
10 51 Michele PIRRO ITA Ducati Test Team DUCATI 1’49.649 13 17 1.274 0.050 340.1
11 19 Alvaro BAUTISTA SPA GO&FUN Honda Gresini HONDA 1’49.733 16 17 1.358 0.084 338.8
12 41 Aleix ESPARGARO SPA Power Electronics Aspar ART 1’49.769 14 14 1.394 0.036 326.3
13 38 Bradley SMITH GBR Monster Yamaha Tech 3 YAMAHA 1’50.103 10 12 1.728 0.334 335.2
14 93 Marc MARQUEZ SPA Repsol Honda Team HONDA 1’50.210 5 9 1.835 0.107 342.0
15 8 Hector BARBERA SPA Avintia Blusens FTR 1’50.400 16 17 2.025 0.190 320.6
16 11 Ben SPIES USA Ignite Pramac Racing DUCATI 1’51.105 12 14 2.730 0.705 340.9
17 5 Colin EDWARDS USA NGM Mobile Forward RacingFTR KAWASAKI 1’51.433 15 19 3.058 0.328 323.5
18 17 Karel ABRAHAM CZE Cardion AB Motoracing ART 1’51.528 16 16 3.153 0.095 325.8
19 68 Yonny HERNANDEZ COL Paul Bird Motorsport ART 1’51.644 14 16 3.269 0.116 322.9
20 9 Danilo PETRUCCI ITA Came IodaRacing Project IODA-SUTER 1’51.937 19 19 3.562 0.293 322.0
21 7 Hiroshi AOYAMA JPN Avintia Blusens FTR 1’52.182 17 17 3.807 0.245 320.9
22 71 Claudio CORTI ITA NGM Mobile Forward RacingFTR KAWASAKI 1’53.314 14 15 4.939 1.132 326.3
23 70 Michael LAVERTY GBR Paul Bird Motorsport PBM 1’53.480 15 16 5.105 0.166 321.8
24 67 Bryan STARING AUS GO&FUN Honda Gresini FTR HONDA 1’54.231 18 18 5.856 0.751 324.4
25 52 Lukas PESEK CZE Came IodaRacing Project IODA-SUTER 1’54.829 16 16 6.454 0.598 312.0

Text von Gerald Dirnbeck

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