Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha – Jorge Lorenzo war in Sepang der einzige Fahrer unter zwei Minuten

Weltmeister Jorge Lorenzo drückte dem ersten MotoGP-Wintertest in Sepang (Malaysia) seinen Stempel auf. Am dritten und letzten Tag wurde der Yamaha-Werksfahrer mit 1:59.580 Minuten gestoppt.

Damit nahm der Spanier seinem Teamkollegen Valentino Rossi 0,961 Sekunden ab. Honda-Werksfahrer Marc Marquez lag als Dritter schon 1,3 Sekunden zurück. Schnellster Ducati-Fahrer war am Mittwoch Ex-Weltmeister Casey Stoner mit der fünftbesten Zeit.

Der letzte Tag in Sepang wurde vom Wetter beeinflusst. Mehrmals mussten die Zweirad-Asse wegen kurzer Regenschauer Pausen einlegen. Der Kurs trocknete aber rasch ab und es konnte bis 18:00 Uhr Ortszeit gefahren werden. In der letzten Stunde purzelten noch einmal die Zeiten, denn die Asphalttemperatur sank deutlich. Nach dem Reifenplatzer von Loris Baz gestern mussten alle Fahrer auf den harten Michelin-Reifen zurückgreifen.

Trotz der harten Mischung brannte Lorenzo wenige Minuten vor Testende seine Traumzeit in den Asphalt. Bei seinem Versuch benutzte der Spanier den neuen Vorderreifen von Michelin. Damit blieb er nur um eine halbe Sekunde über der Pole-Position-Zeit vom vergangenen Oktober. Rossi probierte am Nachmittag neue Winglets an der Yamaha aus. Generell bevorzugen beide das Hybrid-Modell der Yamaha, das noch mit dem 2015er-Chassis aufgebaut ist. Die neue Evolution wird wieder beim nächsten Test zum Einsatz kommen. Erst dann soll eine Entscheidung getroffen werden.

Honda mit mehr als einer Sekunde Rückstand
In den letzten Minuten gingen die meisten Fahrer mit frischen Reifen auf die Strecke und versuchten, schnelle Rundenzeiten zu erzielen. Rennsimulationen standen bei diesem Test nicht auf dem Programm. Das Honda-Werksteam arbeitete in erster Linie mit einer neuen Motorversion und der Abstimmung der Elektronik. Marquez konnte in seinem letzten Angriff den Rückstand auf 1,303 Sekunden Reduzieren. Dani Pedrosa beendete den Tag auf dem sechsten Platz.

Cal Crutchlow meldete sich bei der finalen Zeitenjagd mit der viertschnellsten Zeit. Der Kundenfahrer vom LCR-Team hat noch nicht die neuesten Entwicklungsstufen von Honda zur Verfügung. Der Brite fuhr im Prinzip das Vorjahresmodell mit der neuen Software. Auch Ducati-Edeltestfahrer Stoner war mit der GP15 unterwegs und zeigte, dass er immer noch schnell ist. Mit rund 1,5 Sekunden Rückstand war er zum Abschluss der schnellste Ducati-Fahrer. Beim nächsten Test auf Phillip Island wird der Australier nicht dabei sein.

Petrucci wieder stark dabei
Die Werksfahrer Andrea Dovizioso und Andrea Iannone setzten heute ihre Arbeit mit der neuen Desmosedici fort, die ab diesem Jahr nur noch GP heißt. Iannone kam auf 38 Runden und reihte sich als Achter ein. Dovizioso fehlten zwei Sekunden auf die Spitze, womit der Routinier nur an der 13. Stelle zu finden war. Positiv in Szene setzte sich wieder Pramac-Fahrer Danilo Petrucci. Auch er fährt die adaptierte GP15 und war als Siebter einen Tick schneller als Iannone. Scott Redding war als Neunter ebenfalls auf dem gleichen Niveau unterwegs.

Das Suzuki-Werksteam konzentrierte sich auf die neue Maschine und legte es nicht auf schnelle Runden an. Aleix Espargaro und Maverick Vinales bewerteten den neuen Motor positiv, es steht merkbar mehr Leistung zur Verfügung. Die Suzuki-Mechaniker bauten am Ende der Zielgeraden sogar eine Radarpistole auf, um den Topspeed messen zu können. Ähnlich wie bei Honda hat Suzuki noch Mühe mit der optimalen Abstimmung der Elektronik. Vinales hatte heute 1,6 Sekunden Rückstand und war damit im Bereich der Ducati-Fahrer zu finden.

Aprilia wartet auf neues Motorrad

Fleißigster Mann des Tages war Bradley Smith mit 65 Runden. Als einmal die Strecke nach einem kurzen Regenschauer abtrocknete, probierte der Brite auch die neuen Intermediate-Reifen aus. Die meisten Fahrer verzichteten darauf. Wieder mit dabei waren Baz und Eugene Laverty. Baz konnte nach seinem gestrigen Horror-Crash problemlos fahren. Laverty drehte wegen technischer Probleme an seiner Aspar-Ducati nur einige Installationsrunden. Am Nachmittag konnte er dann einige Kilometer fahren. Am Montag hatte sich der Nordire bei einem Sturz ein Handgelenk verletzt.

Das Aprilia-Werksteam arbeitete in Sepang noch mit dem alten Motorrad. Hauptsächlich konzentrierten sich Stefan Bradl und Alvaro Bautista auf die Arbeit mit der Elektronik und den neuen Reifen. Der Deutsche war auch heute schneller als sein Teamkollege und belegte mit 3,2 Sekunden Rückstand den 18. Platz. Der nächste Wintertest findet vom 17. bis 19. Februar in Phillip Island (Australien) statt). Aprilia wird dort nicht dabei sein. Stattdessen wird man zeitgleich in Katar mit dem neuen Prototypen ausrücken.

Die Testzeiten aus Sepang (Mittwoch):
01. Jorge Lorenzo (Yamaha) – 1:59.580 Minuten (36 Runden)
02. Valentino Rossi (Yamaha) +0,976 (38)
03. Marc Marquez (Honda) +1,303 (45)
04. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,412 (42)
05. Casey Stoner (Ducati) +1,490 (30)
06. Dani Pedrosa (Honda) +1,581 (48)
07. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,637 (18)
08. Andrea Iannone (Ducati) +1,643 (38)
09. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,649 (42)
10. Maverick Vinales (Suzuki) +1,664 (51)
11. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +1,854 (30)
12. Aleix Espargaro (Suzuki) +2,043 (44)
13. Andrea Dovizioso (Ducati) +2,095 (34)
14. Yonny Hernandez (Aspar-Ducati) +2,194 (40)
15. Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +2,290 (44)
16. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +2,338 (65)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +2,961 (33)
18. Stefan Bradl (Aprilia) +3,212 (44)
19. Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) +3,360 (27)
20. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +3,432 (57)
21. Alvaro Bautista (Aprilia) +3,603 (46)
22. Eugene Laverty (Aspar-Ducati) +3,939 (25)

Text von Gerald Dirnbeck

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