Valentino Rossi, Marc Marquez - © Repsol

© Repsol – Valentino Rossi und Marc Marquez kamen sich 2015 mehr als einmal sehr nahe

Die vergangene MotoGP-Saison wird wohl niemand so schnell vergessen. Vor allem die Kontroverse am Saisonende rund um Valentino Rossi, Marc Marquez und den späteren Weltmeister Jorge Lorenzo dürfte vielen Fans noch lange in Erinnerung bleiben.

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal ist in dieser Hinsicht zwiegespalten. Einerseits hätte er gerne auf den Kleinkrieg zwischen Rossi und seinen spanischen Kollegen verzichtet. Andererseits kann er der Geschichte auch etwas Positives abgewinnen.

„Ich bin traurig über das Geschehene, es war keine schöne Erfahrung“, erklärt Poncharal im Gespräch mit ‚Crash.net‘ und ergänzt: „Auf der anderen Seite zeigt es, dass die MotoGP jetzt sehr viele Zuschauer hat. Das ist positiv. Es gibt nicht viele Events – ob im Sport, Konzerte oder etwas anderes -, bei denen sich gleichzeitig 110.000 Leute zur gleichen Zeit am gleichen Ort versammeln, wie es beim Rennen in Valencia der Fall war.“

„Ich denke nicht, dass die Rolling Stones 110.000 Zuschauer auf einem Konzert hatten – und ich bin ein großer Fan der Rolling Stones“, sagt der Franzose weiter. Daran hat seiner Meinung nach auch der „Sepang Clash“ zwischen Rossi und Marquez einen Anteil. „Wenn du Ruhm, Ehre und Geld hast, dann hast du auch immer Zusammenstöße und Streit. Das ist ein Teil des Spiels. Und das ist es auch, was viele Leute wollen“, glaubt Poncharal.

Der Tech-3-Boss zieht einen Vergleich zur Formel 1 und erklärt: „Die Formel 1 war nie so groß wie zu der Zeit, als Prost und Senna gegeneinander gekämpft haben. Es war unglaublich. Erinnert ihr euch an die ganze Suzuka-Geschichte? Es war damals so groß zwischen Senna und Prost. Auch wenn man sich den Rock ’n‘ Roll ansieht: Wenn alles langweilig wäre, dann gäbe es keine Rockstars.“

Alain Prost und Ayrton Senna kollidierten 1989 im Kampf um die Weltmeisterschaft beim vorletzten Rennen des Jahres Suzuka, was der Formel 1 eine Menge Aufmerksamkeit bescherte. „Unsere Meisterschaft wächst in dem gleiche Maße, in dem die Medien und die Fans sie verfolgen. Die sozialen Medien sind etwas, das wir in der Vergangenheit nicht hatten“, erklärt Poncharal weiter.

„Die Leuten sind also viel vernetzter. Sie können viel schneller reagieren und sich gegenseitig antworten“, sagt der Franzose und ergänzt: „In diesem Jahr war die Meisterschaft großartig und der Titel wurde erst im letzten Rennen vergeben. Dadurch war alles größer. Und natürlich ist einer der beteiligten Jungs (Rossi; Anm. d. Red.) in dieser Geschichte eine Ikone.“

„Ich erinnere mich nicht daran, dass es so etwas schon einmal gegeben hat, weil uns nicht so viele Leute verfolgt haben, die sozialen Medien nicht so wichtig waren und wir seit Jahren nicht mehr so eine aufregende Meisterschaft hatten. Das letzte Mal war es vielleicht zwischen Nicky und Vale so und das war eine andere Zeit“, so Poncharal. Rossi und Nicky Hayden kämpften in der Saison 2006 ebenfalls bis zum letzten Rennen um den Titel.

Text von Ruben Zimmermann

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