© Yamaha - Ben Spies kam mit der 1.000er-Yamaha auf Anhieb sehr gut zurecht

Yamaha-Werkspilot Ben Spies war am offiziellen MotoGP-Testtag in Brünn der erste Fahrer, der mit der 1.000er-Maschine für die kommende Saison auf die Strecke ging. Kurz nach 10:30 Uhr verließ der US-Amerikaner die Yamaha-Box und spulte bis zur Mittagspause 24 Runden ab. „Es ging in erster Linie darum, das Bike kennenzulernen und zu verstehen“, sagt Spies. „Das war von vornherein der Plan. Auf Rundenzeiten haben wir heute keinen Wert gelegt.“

Dennoch war der Texaner im Vergleich zu seiner eigenen 800er-Bestzeit vom Wochenende auf Anhieb neun Zehntelsekunden schneller. „Ich war schon etwas überrascht, dass ich aus dem Stand sofort schneller war als mit der 800er“, gesteht der Yamaha-Werksfahrer.

Die Unterschiede der beiden Maschinen in Bezug auf das Fahrgefühl beschreibt Spies wie folgt: „Die 1.000er ist in vielen Bereichen einfacher zu fahren. Sie ist ohne Frage schnell, aber das Gefühl ist ein anderes. Es macht Spaß.“

Besonders angetan zeigt sich der US-Boy von der Tatsache, dass „das Bike selbst im fünften Gang noch zum Wheelie neigt, was es interessant macht“. Grundsätzlich habe Yamaha mit den Grundeinstellungen einen tollen Job gemacht, weshalb beim MotoGP-Fahrer im zweiten Jahr auf den ersten Testrunden „sofort Freude aufkam“.

Im Unterschied zur 800er-Maschine könne man mit der 1.000er „auch mal einen Kurveneingang etwas verpassen und dann trotzdem mit vernünftiger Geschwindigkeit aus der Kurve herausbeschleunigen, da einfach mehr Kraft da ist“, so Spies.

Keine grundlegende Veränderung im Renngeschehen

Für die kommende Saison verspricht sich der Superbike-Weltmeister des Jahres 2009 keinen ganz so großen Nachteil mehr wie auf der 800er. „Die neuen Bikes werden einigen Piloten besser passen als anderen“, sagt Spies und präzisiert: „Auf dem Papier sollte mir die neue M1 entgegen kommen, da ich als großgewachsener Fahrer dann nicht mehr ganz so im Nachteil bin.“

Was das generelle Renngeschehen in der kommenden MotoGP-Saison betrifft, erwartet der Yamaha-Werksfahrer allerdings keine grundlegenden Änderungen. „Die 1.00er-Bikes werden das Feld nicht entscheidend enger zusammenführen. Dazu bräuchte es schon Einheitsmotorräder und Einheitsreifen“, sagt Spies und ergänzt: „Wir werden nach wie vor verschiedene Hersteller haben, die gegeneinander kämpfen. Der Unterschied ist lediglich, dass es in der kommenden Saison nicht mehr so sehr auf den Motor ankommt.“

Stattdessen erwartet der Texaner, dass „Aspekte wie Handling und Grip sowie die Fähigkeit, diese am besten zu nutzen, den Unterschied machen werden“. Durch den vergrößerten Hubraum und die daraus resultierende bessere Beschleunigung erwartet Spies für die kommende Saison allerdings „die eine oder andere zusätzliche Überholmöglichkeit.“

Auf Anhieb schneller als mit der 800er-Yamaha

Auf die Vormittagsbestzeit von Honda-Werksfahrer Casey Stoner, der mit der 1.000er-Variante der Werks-Honda auf der Strecke war, fehlten Spies lediglich 0,046 Sekunden. „Wir lagen nicht weit zurück, obwohl Casey das Motorrad in diesem Jahr schon mehrfach gefahren hat.“ Für Spies hingegen war es die erste Ausfahrt überhaupt mit dem erweiterten Hubraum.

Der nächste Test der 1.000er-Yamaha ist für den Montag nach dem Rennen in Misano an Ort und Stelle geplant. Nach Aussage Spies‘ wird sich die Maschine bis dahin nicht grundlegend verändert haben: „Der erste Eindruck war hervorragend. Jetzt haben wir einmal ein paar Daten von uns zusammen und nicht nur von den Testfahrern.“

„Diese werden wir bis zum Test in Misano auswerten und in allen Bereichen kleine Verbesserungen vornehmen.“ Spies spricht in diesem Zusammenhang vor allem die Motorcharakteristik und die Elektronik an.

Fortschritte beim 800er-Motor

Neben seinen ersten Runden auf der 1.000er-Yamaha legte Spies am Montagvormittag auch 15 Umläufe mit der neuesten Entwicklungsstufe des 800er-Motors zurück und sprach anschließend von Fortschritten in allen Bereichen. „Der neue Motor ist definitiv ein Schritt nach vorn, wenn auch kein gewaltiger. Als Fahrer wünschst du dir natürlich immer einen großen Sprung, aber das ist nicht realistisch. Hoffentlich können wir in naher Zukunft noch etwas mehr aus dem Motor herausholen.“

Ob das neue Aggregat ausreicht, um bei seinem Heimspiel in Indianapolis mit den Honda-Piloten mithalten zu können, dazu gibt Spies nur eine ausweichende Antwort: „Das kann ich euch sagen, wenn wir in Indianapolis sind.“ Am Nachmittag ging der US-Boy in Brünn nicht mehr auf die Strecke, da er sich nach wie vor nicht hundertprozentig fit fühlt und nach dreieinhalb Tagen auf dem Motorrad körperlich an seine Grenzen stieß.

„Das generelle Gefühl hat sich im Verlauf der zurückliegenden Tage verbessert. Gleichzeitig bin ich jetzt richtig ausgelaugt, weil ich andere Muskeln beanspruchen musste, die normalerweise nicht gefordert werden“, sagt Spies im Hinblick auf die Tatsache, dass sein rechter Arm am Wochenende den schwachen linken kompensieren musste. Für sein Heimspiel in Indianapolis erwartet der US-Amerikaner indes die Rückkehr zur vollen Fitness.

Text von Mario Fritzsche

Motorsport-Total.com
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