Casey Stoner © Honda

© Honda - Casey Stoner war wieder einmal der schnellste MotoGP-Pilot

Neue Teststrecke – gewohntes Bild: Auch in Jerez war Casey Stoner bei den Tests der MotoGP wieder einmal der schnellste Fahrer. Nach einer Reihe von Bestzeiten bei den Tests in Sepang, brannte der Australier auch in Spanien die schnellste Rundenzeit des Tages in den Asphalt. Mit einer Zeit von 1:39.146 Minuten war der Weltmeister knapp drei Zehntelsekunden schneller als Yamaha-Pilot Jorge Lorenzo.

Vor allem die Rennsimulation am Vormittag sorgte bei Stoner für große Zufriedenheit: „Wir sind eine komplette Renndistanz auf den weichen Reifen gefahren, und die schnellsten Rundenzeiten fuhr ich gegen Ende. Aber die Strecke wurde auch immer besser.

Wir haben dann auf die harten Reifen gewechselt, um einen Vergleich zu haben. Sie haben sich ähnlich wie in Sepang angefühlt. Mit der Performance der Reifen bin ich sehr zufrieden“, sagt der Australier, der sogar festgestellt hat: „Unsere 1.000er geht mit den Reifen etwas schonender um als die 800er.“

Neben den Reifentest stand heute auch Setup-Arbeit auf dem Programm, wobei sich diese schon in der Phase der Feinabstimmung befindet: „Wir haben auch einige Dinge am Chassis ausprobiert. Das Motorrad war beim Einlenken in die Kurve noch etwas träge, daran haben wir gearbeitet. Generell funktioniert das Motorrad aber richtig gut.“ Auch an der Elektronik nahmen seine Honda-Techniker Änderungen vor: „Die fühlte sich sehr aggressiv an und hat etwas zu stark abgeregelt. Das wollten wir verbessern und haben in dieser Richtung einige Schritte gemacht.“

Wo ist das Chattering?

Alles in allem zog Stoner daher ein positives Fazit des Testtags: „Der heutige Tag war sehr nützlich. Hoffentlich bleibt morgen der Regen weg, damit wir weiter testen können.“ Generell hinterlässt die neuer 1.000er-Maschine beim Australier einen sehr guten Eindruck: „Seit dem Test im November haben wir drei verschiedene Chassis eingesetzt, die aber baugleich sein. Wir haben eine gute Balance, ein gutes Gefühl fürs Vorderrad. Natürlich gibt es auch ein paar Schwachpunkte wie das Chattering, aber das Gefühl ist auf allen Chassis gleich. Wir sind im Moment sehr zufrieden mit dem Motorrad.“

Von besagtem Chattering, mit dem sich Honda während der gesamten Wintertests herumgeplagt hatte, war heute in Jerez nichts mehr zu spüren: „Das hatten wir in Valencia und Sepang, aber hier ist es verschwunden. Das ist nicht gut.“ Diese Aussage wirkt auf den ersten Blick paradox, nach einer Erklärung Stoners wird sie jedoch verständlich: „Offenbar wird das Problem hier nur von der Strecke und der Oberfläche verschleiert. Wir müssen wohl abwarten bis Katar, wie es dort aussieht. Wir gehen davon aus, dass uns dieses Problem auf den ersten Strecken begegnen wird.“

Eine Ursache für das Problem hat Stoner auch schon ausgemacht: „Das Chattering wird auf jeden Fall durch die Reifen verursacht. Mit der alten Generation der Reifen hatten wir dieses Problem nicht. Dann kam die neue Generation, und sofort hatten wir Chattering. Du kannst fragen, wen du willst, jeder in der Boxengasse erzählt dir die gleiche Geschichte. Bei allen hat es mit diesen Reifen angefangen.“

Stoners Lieblingsreifen mag kein anderer

„Einige Hersteller haben es reduzieren können. Aber wir haben damit immer noch ein Problem. Und jetzt kommen wir nach hier, und nichts ist zu spüren. Das Motorrad fühlt sich gut und sanft an. Wenn wir jetzt denken, dass alles okay wäre, würden wir es auf der nächsten Strecke ein böses Erwachen geben“, so der 26-Jährige. „Wir haben ein paar Ideen, was wir dagegen machen können, aber dazu muss das Chattering erst einmal wieder auftauchen.“

Wie schon in Sepang, lieferte Bridgestone auch nach Jerez einige Entwicklungsreifen, die mit den Zahlencodes 21 und 24 versehen waren, was offenbar den Zweck eines Blindvergleichs bewirken soll. Stoner hat zu den neuen Reifen eine eindeutige Meinung: „Der 21er-Reifen macht auf mich keinen guten Eindruck, der fühlt sich auf der Bremse sehr instabil an. Die Konstruktion ist zu weich, sobald du dich in die Kurve legst, beginnt sich der Reifen zu bewegen.“

Der Pneu mit dem Code 24 entsprach hingegen wesentlich mehr dem Geschmack des Australiers: „Der andere Reifen fühlt sich ähnlich wie der aus dem Jahr 2008 an. Der ist gut ausbalanciert. Die Verzögerung beim Bremsen war zwar etwas geringer, aber das können wir am Motorrad einstellen. Der Reifen fühlt sich sehr stabil an, vor allem in den Kurven. Dieser Reifen ist sicherlich ein Fortschritt, aber der andere ist vor allem beim Bremsen viel schlechter als der Standardreifen.“ Erstaunlich hierbei: Fast alle anderen Fahrer beurteilten die Reifen genau umgekehrt.

Text von Markus Lüttgens

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