Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha – Weltmeister Jorge Lorenzo machte am letzten Testtag die Pace

Der allerletzte Testtag vor dem MotoGP-Saisonauftakt in zwei Wochen brachte eine überlegene Bestzeit von Weltmeister Jorge Lorenzo, Rennsimulationen und einige Stürze.

Bei Honda setzten sich die Schwierigkeiten fort. Wie an den vergangenen beiden Tagen wurde in erster Linie am Abend unter Flutlicht auf dem Losail-Kurs in Katar gefahren. Bislang merkten die Fahrer an, dass man mit frischen Michelin-Reifen nicht sofort eine schnelle Runde fahren kann, sondern die Reifen erst nach wenigen Runden optimalen Grip boten.

Lorenzo fand trotzdem die Pace für eine schnelle Runde und stellte mit 1:54.810 Minuten die absolute Bestzeit dieser drei Testtage auf. Der Weltmeister war der einzige Fahrer, der unter 1:55 Minuten fahren konnte. Lorenzo setzte sich um eine halbe Sekunde von seinen Verfolgern ab. Scott Redding (Pramac) mit der Ducati GP15 reihte sich an der zweiten Stelle ein. Suzuki-Werksfahrer Maverick Vinales folgte als Dritter. Die Top 5 waren schneller als die Bestzeit von Vinales am Donnerstag.

Der Freitag sah über den Abend verteilt auch mehrere Stürze. Valentino Rossi erwischte es wie schon am Mittwoch in Kurve 10. Der Routinier blieb unverletzt und stieg später auf seine zweite Yamaha. Marc Marquez verlor in der Zielkurve die Kontrolle über seine Honda. Cal Crutchlow (LCR-Honda) besuchte nach seinem Sturz das Medical Center, blieb aber unverletzt. Stürze von Loris Baz (Avintia-Ducati) und Aleix Espargaro (Suzuki) sorgten für kurze Unterbrechungen per roter Flagge. Rookie Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) und Hector Barbera (Avintia-Ducati) stürzten heute zweimal.

Trotz Sturz konnte Rossi heute 55 Runden drehen. Sein Rückstand auf Lorenzo pendelte sich wie bei den bisherigen Testfahrten bei rund sechs Zehntelsekunden ein. Große Sorgen gibt es weiterhin beim Honda-Werksteam. Dani Pedrosa antwortete sichtlich frustriert, ob Fortschritte geschafft wurden, mit einem kurzen „Nein.“ Als 14. hatte der Spanier 1,3 Sekunden Rückstand. Marquez verbesserte sich am Ende zwar noch auf den vierten Platz. Trotzdem gilt Honda für den Saisonauftakt nicht als Siegkandidat.


Jorge Lorenzo mit bester Rennsimulation
Das zeigte auch ein Longrun über 13 Runden: Marquez fuhr sehr unkonstante Rundenzeiten und hatte Mühe, niedrige 1:56 Minuten zu fahren. Lorenzo dagegen blieb bei seiner vollen Rennsimulation über 22 Runden bei niedrigen 1:56er-Zeiten. Rossi war ebenfalls schnell, aber nicht ganz so konstant. Auf eine niedrige 1:56 folgte wieder eine Runde mit 1:56.3 Minuten. Vinales hatte zwar für Freitag eine Rennsimulation geplant, fuhr aber keine. Einmal blieb seine Suzuki auf der Strecke stehen.

Das Ducati-Werksteam beendete den Test zumindest über eine schnelle Runde mit Rückstand. Andrea Iannone fehlten 0,725 Sekunden auf Lorenzo. Das bedeutete Platz sechs. Andrea Dovizioso folgte als Achter. Dovizioso konzentrierte sich wieder auf Longruns und fuhr seine persönlich schnellste Zeit in der letzten Runde. Der Italiener absolvierte zwar am Freitag keinen Longrun, er konnte aber konstant Zeiten von 1:55.9 fahren. Iannone zeigte bei seiner Rennsimulation Runden von 1:56.0, war aber nicht so konstant wie Dovizioso am Vortag.

Die Flügelparade setzte sich auch am Freitag fort, denn erstmals wurden Winglets im Yamaha-Kundenteam Tech 3 montiert. Lediglich Suzuki und Aprilia folgten diesem Trend bisher nicht. Aprilia hatte mit der neuen RS-GP auch am letzten Testtag mehr als zwei Sekunden Rückstand. Alvaro Bautista klassierte sich als 19., Stefan Bradl als 21. Der Deutsche zählte heute mit 61 Runden zu den Fahrern mit den meisten Kilometern.

Michelin brachte nach Katar vier Vorderreifen, von denen zwei rasch aussortiert wurden. Einer der beiden funktionierenden Reifen wird für das Rennwochenende und wahrscheinlich auch für die gesamte Saison ausgewählt. Die Mischung wird je nach Strecke angepasst. Dazu gab es drei verschiedene Hinterreifen, von denen zwei von den Fahrern bevorzugt wurden. Pro Rennwochenende plant Michelin mit zwei unterschiedlichen Mischungen für Vorder- und Hinterreifen. Die neue Saison beginnt am 20. März mit dem Nachtrennen in Katar.

Die Testzeiten aus Katar (Freitag):
01. Jorge Lorenzo (Yamaha) – 1:54.810 Minuten (51 Runden)
02. Scott Redding (Pramac-Ducati) +0,516 Sekunden (55)
03. Maverick Vinales (Suzuki) +0,523 (48)
04. Marc Marquez (Honda) +0,592 (52)
05. Valentino Rossi (Yamaha) +0,619 (55)
06. Andrea Iannone (Ducati) +0,725 (52)
07. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,782 (46)
08. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,890 (47)
09. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +0,923 (23)
10. Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +1,072 (40)
11. Yonny Hernandez (Aspar-Ducati) +1,084 (18)
12. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +1,156 (62)
13. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,247 (27)
14. Dani Pedrosa (Honda) +1,332 (30)
15. Aleix Espargaro (Suzuki) +1,609 (32)
16. Michele Pirro (Pramac-Ducati) +1,781 (63)
17. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +2,217 (29)
18. Alvaro Bautista (Aprilia) +2,233 (52)
19. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +2,236 (40)
20. Eugene Laverty (Aspar-Ducati) +2,336 (51)
21. Stefan Bradl (Aprilia) +2,530 (61)
22. Takuya Tsuda (Suzuki) +5,481 (20)

Text von Gerald Dirnbeck

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