Jorge Lorenzo - © Yamaha

© Yamaha – Weltmeister Jorge Lorenzo setzt sich am ersten Testtag an die Spitze der Zeitenliste

Die MotoGP-Teams absolvieren in dieser Woche von Mittwoch bis Freitag den letzten Wintertest. Schauplatz ist der Losail-Kurs in Qatar, wo am 20. März der Saisonauftakt über die Bühne gehen wird.

Getestet wird von 16:00 Uhr bis 23:00 Uhr Ortszeit. Da auch der Grand Prix bei Nacht unter Flutlicht stattfinden wird, beschränkte sich das Testprogramm in erster Linie auf den Abend. Die erste Bestzeit sicherte sich Weltmeister Jorge Lorenzo, während sein Yamaha-Teamkollege Valentino Rossi stürzte.

Der Asphalt der Losail-Strecke ist zu Beginn in der Regel sehr sandig, schmutzig und demnach rutschig. In den ersten Stunden drehten lediglich die Testfahrer von Honda, Suzuki und Aprilia einige Runden. Als Rossi in der Dämmerung zum ersten Mal hinausfuhr, rutschte er gleich in seiner Aufwärmrunde in der langsamen Kurve 10 aus. Der Superstar kam unbeschadet und lachend zurück an die Box. Für den restlichen Tag hatte Rossi nur noch ein Motorrad zur Verfügung.

Mit 1:55.452 Minuten stellte Lorenzo eine deutliche Tagesbestzeit auf. Damit war der Weltmeister so schnell wie im Vorjahr im Rennen, die Pole-Zeit von 2015 war aber um mehr als eine Sekunde schneller. Teamkollege Rossi belegte mit 0,442 Sekunden Rückstand den dritten Platz. Wieder gut mit dabei war Suzuki-Werksfahrer Maverick Vinales als Zweiter. Der Spanier lieferte sich stellenweise eine Zeitenjagd mit Lorenzo. Am Ende fehlten ihm 0,428 Sekunden auf den Weltmeister.

Bester Ducati-Vertreter war Werksfahrer Andrea Iannone mit rund sieben Zehntelsekunden Rückstand als Vierter. Andrea Dovizioso folgt als Neunter. Zwischen die beiden Werksfahrer schoben sich mit Scott Redding (Pramac) und Hector Barbera (Avintia) zwei Ducati-Kundenfahrer. In der Pramac-Garage stehen nun erstmals zwei GP15 bereit, während die Werksfahrer auf je zwei neue Desmosedici GP zurückgreifen können. Statt des verletzten Danilo Petrucci fährt Testfahrer Michele Pirro das zweite Pramac-Bike.

Experimente mit Winglets
Auffällig war, dass Ducati die Flügel auf der Seitenverkleidung abmontierte, lediglich weiter oben blieben links und rechts die Elemente. Außerdem wurde am Mittwoch erstmals Honda mit Zusatzflügeln gesichtet. Testfahrer Hiroshi Aoyama rückte damit aus. Honda hat links und rechts die Zusatzflügel auf der Seitenverkleidung montiert und damit deutlich tiefer als die Yamaha-Variante. Lorenzo fuhr am Ende kurz mit den Winglets auf die Strecke.

Das Honda-Werksteam hatte zu Testbeginn deutlichen Rückstand. Marc Marquez fehlte eine Sekunde auf die Spitze, womit der zweifache MotoGP-Weltmeister den zehnten Platz belegte. Dani Pedrosa war nur auf Position 13 zu finden. Bester Honda-Vertreter war Cal Crutchlow als Achter. Den Honda-Kunden steht in Katar auch das 2016er-Paket zur Verfügung, mit dem die Saison begonnen wird. LCR zeigte außerdem das neue Design, das stark an das Vorjahr erinnert. Auf der Verkleidung ist prominent das rote Givi-Logo zu sehen.


Zum ersten Mal stellte sich Aprilia mit der neuen RS-GP der direkten Konkurrenz. Nachdem das Werksteam schon in der vergangenen Woche privat in Katar getestet hatte, drehte Stefan Bradl am Mittwoch 26 Runden. Mit 2,6 Sekunden Rückstand wurde es für den Deutschen nur Rang 19. Teamkollege Alvaro Bautista reihte sich als 22. und damit praktisch als Letzter ein. Ganz hinten war Suzuki-Testfahrer Takuya Tsuda zu finden, der weiterhin für die Werksfahrer das neue Seamless-Getriebe testet. Womöglich erhält es Vinales am Donnerstag.

Da nur in den Abendstunden gefahren wurde, legten die Fahrer weniger Runden zurück als in der Regel bei den ersten beiden Wintertests. Mit 53 Runden absolvierte Iannone die meisten Kilometer. Für eine rote Flagge sorgte Aleix Espargaro (Suzuki). Der Spanier blieb zwar unverletzt, aber die Streckenposten mussten die Wrackteile in Kurve 14 beseitigen. Rookie Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) ging einmal in Kurve 2 zu Boden. In der letzten Stunde herrschte kein Fahrbetrieb, denn in der Nacht steigt die Luftfeuchtigkeit und die Strecke wird mit dem Sand sehr schmierig. So kurz vor dem Saisonstart will kein Fahrer eine Verletzung riskieren.

Die Testzeiten aus Qatar (Mittwoch):
01. Jorge Lorenzo (Yamaha) – 1:55.452 Minuten (36 Runden)
02. Maverick Vinales (Suzuki) +0,428 Sekunden (44)
03. Valentino Rossi (Yamaha) +0,442 (33)
04. Andrea Iannone (Ducati) +0,667 (53)
05. Scott Redding (Pramac-Ducati) +0,761 (46)
06. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +0,868 (27)
07. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,936 (52)
08. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,058 (36)
09. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +1,065 (38)
10. Marc Marquez (Honda) +1,071 (45)
11. Aleix Espargaro (Suzuki) +1,100 (35)
12. Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +1,295 (43)
13. Dani Pedrosa (Honda) +1,458 (27)
14. Yonny Hernandez (Aspar-Ducati) +1,569 (40)
15. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,669 (32)
16. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +2,398 (37)
17. Michele Pirro (Pramac-Ducati) +2,439 (50)
18. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +2,564 (38)
19. Stefan Bradl (Aprilia) +2,614 (26)
20. Eugene Laverty (Aspar-Ducati) +2,817 (34)
21. Hiroshi Aoyama (Honda) +3,292 (52)
22. Alvaro Bautista (Aprilia) +3,301 (16)
23. Takuya Tsuda (Suzuki) +5,126 (45)

Text von Gerald Dirnbeck

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