MotoGP Starterfeld © Bridgestone

© Bridgestone - Das Starterfeld in der MotoGP wird 2012 neun CRT-Bikes bereithalten

Die Einführung der CRT-Regel ist die wohl meist diskutierte Änderung in der Saison 2012. Das Ziel besteht darin, den Teams den Einstieg in die MotoGP zu erleichtern, indem sie mit einem seriennahen Motor in einem Eigenbaurahmen antreten können. Damit umgehen weniger finanzkräftige Teams die horrenden Leasingraten von etwa drei Millionen Euro für einen Prototypen der drei verbliebenen Hersteller.

Um die CRT-Maschinen an die reinen Prototypen heranzuführen, hat man sich geeinigt, Vorteile bei der Spritmenge und der Anzahl der Motoren zu genehmigen. Das Konzept birgt aber auch Nachteile. Das Engagement von Aprilia wird von den anderen Herstellern stark kritisiert. Werke sollten sich von der CRT-Regel nicht angesprochen fühlen. Die Vielzahl an RSV4-Motoren in der MotoGP-Saison 2012 spricht aber eine andere Sprache.

Verletzt Aprilia die CRT-Regel?

„Das ist am Limit oder etwas darüber hinaus. Das war nicht der Grundgedanke bei der CRT-Regel“, kritisierte Ducati-Sportchef Claudio Domenicali bereits Anfang des Jahres in einem Interview mit ‚MotorCycleNews‘. Auch HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto steht der Entwicklung kritisch gegenüber: „Grundsätzlich akzeptieren wir die Einführung der CRT-Regel. Aber wenn ein Hersteller diese Regel nutzt, dann ist das nicht okay.“

Im Falle von Ducati bekennt man sich klar zum Bau von Prototypen. Kritiker behaupten, dass es zu dieser Haltung kommt, weil die Italiener im Vergleich zu Aprilia kein passendes Aggregat für ein CRT-Bike haben. Die Superbikes aus Bologna setzen traditionell auf V2-Motoren. Die straßenzugelassene MotoGP-Replika Desmosedici RR bildete eine Ausnahme.

Ducati möchte Prototypen treu bleiben

„Es ist nicht festgelegt, dass der CRT-Motor aus der Serie kommen muss“, stellt Filippo Preziosi klar. Der Technische Direktor von Ducati erklärt weiter: „Wir könnten mit unserem Motorrad unter der CRT-Regel starten, wenn es die Kommission erlaubt und wir den Motor verkaufen würden.“

„Um unter der CRT-Regel zu starten, benötigt man aber die Zusage der GP-Kommission. Der Hintergrund dieser Regel ist es, dass man verhindern möchte, dass ein anderer Hersteller die Vorteile bei der Benzinmenge und der Anzahl der Triebwerke nutzt. Wenn wir bei Ducati also von dieser Regel Gebrauch machen wollten, dann hätten Honda und Yamaha sicher etwas dagegen“, so Preziosi.

Im gleichen Moment stellt der Konstrukteur der Desmosedici klar, dass man den Prototypen die Treue halten möchte. Der Grund dafür ist, dass dies der einzige Weg ist, um Technologien zu erforschen, die später in der Serie Vorteile bringen könnten. „Es ist unser Ziel, unser Produkt auf einem gewissen Niveau anzubieten. Wir ermöglichen das Leasing unseres Motorrades.“

Welchen Weg gehen die Satellitenteams?

Das Prototypen-Leasing hat sich über Jahre hinweg durchgesetzt, stieß aber durch die gestiegenen Kosten an seine Grenzen. Preziosi gewährt einen Einblick: „Es ist wichtig, dass man weiß, was sich das Satellitenteam wünscht. Wenn sie nach der Werks-Ausbaustufe fragen, dann bewegen sich die Kosten auch auf Werksniveau. Wenn sie mit einer anderen Ausbaustufe, zum Beispiel der des Vorjahres zufrieden sind, dann sieht das finanziell schon ganz anders aus. Es ist schwierig, mit einem CRT-Budget eine Werksmaschine zu erhalten.“

Die Reglementvorteile der CRT-Bikes hält der Italiener für richtig, sofern es kleine Teams sind, die davon profitieren: „Die größere Benzinmenge und die höhere Anzahl an Motoren waren Dinge, die wir beschlossen haben, weil diese Motorräder von kleinen Teams und nicht von Werken eingesetzt werden, die nicht über das Wissen und die Ressourcen der Werke verfügen.“

Yamaha fordert andere Hersteller auf

Im Lager von Yamaha bekennt man sich ebenfalls zum Bau von Prototypen. „Warum nehmen wir am Rennsport teil?“, fragt Masahiko Nakajima, der MotoGP-Projektleiter der Japaner und beantwortet die Frage eindeutig: „Wir möchten neue Technologien einführen. Diese Erkenntnisse möchten wir bei unseren Serienmotorrädern nutzen.“

Der Japaner hat eine klare Meinung zum CRT-Engagement von Aprilia: „Wenn Aprilia der MotoGP in der Zukunft als Hersteller von Prototypen beitreten würde, wäre das sehr willkommen. Bei den CRT-Maschinen müssen wir abwarten, wir konkurrenzfähig sie sein werden.“ Damit die MotoGP weiterhin am Leben bleibt, fordert er die anderen Hersteller auf, sich zu beteiligen. Damit wäre das Thema CRT überflüssig.

Text von Maximilian Kroiss & Sebastian Fränzschky

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