© Yamaha - Yamaha fährt in Valencia einmal mehr in der weiß-roten Jubiläumslackierung

Wie die gesamte MotoGP-Szene reist auch das Yamaha-Werksteam mit gemischten Gefühlen zum Saisonfinale nach Valencia am kommenden Wochenende. Der tragische Tod von Gresini-Honda-Pilot Marco Simoncelli in Sepang liegt wie ein Schatten über dem gesamten Fahrerlager. Gedanken an ein freudiges Abschlussrennen der Saison werden nur schwer aufkommen.

Im Falle Yamaha kommt noch hinzu, dass Vorjahresweltmeister Jorge Lorenzo nach Malaysia auch am Wochenende auf einen Start verzichten muss. Der Spanier ist nach seinem Warmup-Crash auf Phillip Island, bei dem er sich den linken Ringfinger verletzte und anschließend einer Operation unterziehen musste, noch nicht wieder einsatzfähig.

Nakasuga vertritt Lorenzo

Wie schon in Sepang wird Lorenzo auch in Valencia durch Testfahrer Katsuyuki Nakasuga ersetzt. Der Japaner hofft, an der Seite von Stammpilot Ben Spies einen glücklichere Rennpremiere geben zu können, nachdem ihm diese vor knapp zwei Wochen durch die tragischen Umstände in Zusamenhang mit dem Simoncelli-Tod verwehrt wurde.

Nakasuga steht an diesem Wochenende keine einfache Aufgabe bevor. Der Japaner war noch nie zuvor auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia unterwegs, ist ungeachtet dessen aber dennoch bemüht, das Team nicht zu enttäuschen. „Obwohl die Strecke an diesem Wochenende neu für mich ist, werde ich mein Möglichstes tun, um gute Ergebnisse abzuliefern“, sagt Nakasuga, der es als große Ehre empfindet, Lorenzo vertreten zu dürfen.

Spies nach wie vor verletzt und in Gedanken bei Simoncelli

Spies hat im Vorfeld des Finalrennens vor allem Simoncelli im Kopf. „Ich kann es nicht glauben, dass ich an diesem Wochenende nicht gegen Marco auf der Strecke kämpfen kann. Das ist eine unglaublich traurige Art und Weise, die Saison zu beenden“, sagt er und versichert: „Ich werde ihn auf die bestmögliche Art ehren, nämlich auf der Strecke.“

Spies selbst ist nach wie vor nicht zu 100 Prozent genesen. Der US-Amerikaner war genau wie Teamkollege Lorenzo auf Phillip Island schwer gestürzt und hatte seinen Start in Sepang bereits im Vorfeld der tragischen Ereignisse um Simoncelli absagen müssen.

In Valencia geht der Texaner genau wie im Vorjahr unter dem Eindruck einer vorangegangenen Verletzung an den Start. Sein letztes Rennen im Tech-3-Team bestritt Spies vor zwölf Monaten unter Schmerzen, die er sich zwei Wochen zuvor bei einem Sturz in Estoril zugezogen hatte. Dennoch konnte er vor Jahresfrist Rang vier an Land ziehen. „Ich komme wie schon im Vorjahr verletzt nach Valencia, werde aber alles daran setzen, meine bestmögliche Leistung abzurufen“, so Spies.

Team plant ruhigen Ausklang der Saison

Für Teammanager Wilco Zeelenberg wird das Valencia-Wochenende angesichts eines ausfallenden und eines angeschlagenen Stammpiloten, vor allem aber aufgrund des Simoncelli-Unfalls ein schwieriges werden. „Die gesamte Crew ist wie alle im Fahrerlager zutiefst erschüttert darüber, was passiert ist. Unsere Absicht ist es, Marco durch unsere Leistungen auf der Strecke zu würdigen, aber es ist irgendwo auch gut, dass wir die Saison nun zu Ende bringen können“, sagt der Niederländer.

In Bezug auf den Einsatz von Nakasuga deutet Zeelenberg an, dass Lorenzo ungeachtet seines Startverzichts an der Rennstrecke erscheinen wird: „Jorge erholt sich weiterhin gut von seiner Operation, leider aber nicht schnell genug, um an diesem Wochenende sein gewohntes Potenzial abrufen zu können. Wir freuen uns darauf, dass er am Samstag und Sonntag bei uns sein wird, um Unterstützung für unseren Ersatzfahrer leisten zu können.“

Auch Teamdirektor Massimo Meregalli steht nach wie vor unter dem Malaysia-Schock. „Das wird in vielerlei Hinsicht ein schwieriges und herausforderndes Wochenende werden“, sagt der Italiener im Hinblick auf Valencia. „Jeder ist vom Tod Marco Simoncellis schwer getroffen. Das letzte Rennen der Saison steht normalerweise im Zeichen einer großen Party, aber jetzt ist es anders. Wir werden in diesem Jahr mit unserer jährlichen technischen Präsentation und einem ruhigen Abendessen mit dem gesamten Team zusammenpacken.“

Anlässlich des letzten Rennens im 50. Jahr von Yamaha im Grand-Prix-Sport wird das Team letztmalig in der weiß-roten Jubiläumslackierung an den Start gehen, mit der man schon in Assen, Laguna Seca, Indianapolis und Motegi unterwegs war.

Text von Mario Fritzsche

Motorsport-Total.com
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