Nicky Hayden © Ducati

© Ducati - Nicky Hayden fuhr kurz vor Testschluss die schnellste Runde

Der Regen am zweiten Testtag in Valencia bescherte Ducati eine unerwartete Bestzeit. In den Schlussminuten ging Nicky Hayden bei abtrocknender Strecke noch einmal auf die Bahn und fuhr mit einer Zeit von 1:40.755 Minuten die schnellste Runde des Tages. Mit insgesamt 40 Runden zählte der US-Amerikaner auch zu den fleißigsten Fahrern des zweiten Testtages in Südspanien.

Hayden weiß jedoch, dass er sich für seine Bestzeit nichts kaufen kann: „Das heute kann man nicht wirklich zählen, da waren nur ein paar Jungs auf der Strecke.“ Der 30-Jährige war vor allem im Hinblick auf den morgigen Tag noch einmal auf die Bahn gegangen. „Wir hatten einiges am Motorrad geändert und wollten für morgen wenigstens ein paar Daten haben. Die Strecke war an einigen Stellen noch etwas feucht, aber ich bin trotzdem fast an meine Rundenzeit von gestern herangekommen“, so Hayden.

Trotz der Bestzeit war der Ducati-Pilot mit dem Tagesverlauf nicht zufrieden: „Der Regen heute war wirklich ärgerlich, denn ich habe noch viel von den Wintertests aufzuholen.“ Dennoch machte der US-Amerikaner aus der Not eine Tugend: „Aber so konnte ich wenigstens im Regen fahren, nachdem in Malaysia darauf noch verzichtet hatte.“ Dort hatte Hayden wegen seiner frisch operierten Schulterverletzung noch auf Fahrten im Nassen verzichtet.

Hayden mit ersten Runden im Nassen

Daher kam ihm der heutige Tag mit der Trainingsmöglichkeit auf feuchter Strecke letztlich nicht ganz ungelegen: „Ich bin zwar kein Wettermann, aber bei 18 Rennwochenenden werden wir sicherlich auch einmal im Regen fahren. Ich saß heute zum ersten Mal im Nassen auf der Maschine. Ich habe nicht so schnell wie erwartet ein Gefühl für das Motorrad bekommen, wir mussten einige Dinge ändern, und auch dann blieb noch genug zu tun. Die Traktion sowie das Fahrverhalten am Kurveneingang und -ausgang sind noch nicht optimal. Aber über den Tag konnten wir uns verbessern.“

Hayden erkennt dabei einen Unterschied zum Vorjahr: „Im vergangenen Jahr hat es einige Male geregnet, und in Valencia war ich im Training der Schnellste. Heute kam ich nicht so schnell auf eine gute Rundenzeit als mit dem Motorrad aus dem vergangenen Jahr. Wir sind im Trocken vielleicht etwas besser, aber im Regen nicht ganz so gut wie 2011.“ Dies hängt seiner Meinung nach auch mit den leistungsstärkeren 1.000ccm-Motorräden zusammen: „Du bekommst die zusätzlich Leistung nicht auf die Strecke. Vor allem bei der Beschleunigung, aber auch in langgezogenen Kurven hatte ich nicht genügend Stabilität.“

Bei den letzten Runden im Trockenen probierte Hayden noch eine Einstellung aus, die morgen intensiver getestet werden soll: „Wir haben die Fahrzeughöhe verändert, keine große Sache. Beim zweiten Motorrad haben wir eine Einstellung vorgenommen, die wir gerne noch getestet hätten, aber dann ist uns die Zeit ausgegangen.“ Generell würde sich der 30-Jährige über einige zusätzliche Testtage freuen. „Es wäre gut, wenn ich noch einige Runden fahren würde. Vor Malaysia bin ich ja gar nicht gefahren. Wir würden gerne noch drei oder vier Tage mehr testen, aber wir haben nur noch einen Tag.“

Rossi hat nicht viel zu sagen

Von den neuen Entwicklungsreifen, die Bridgestone für diesen Test liefert, hat Hayden nach den Erfahrungen des Vortags eine eindeutige Meinung: „Gestern haben wir die getestet, und einen davon mag ich sehr. Der ist auf jeden Fall ein Schritt nach vorne. Der hat sich schneller aufgewärmt und mir ein bessere Gefühl gegeben. Es war einfach ein sicherer und guter Reifen. Das war der 21er.“ Bridgestone hatte beide unterschiedlichen Reifentypen mit den Codes 21 und 24 versehen. Damit lag Hayden mit den meisten seiner Kollegen auf einer Linie, während Casey Stoner den 21er-Reifen sehr kritisch beurteilte.

Auf der anderen Seite der Ducati-Box herrschte heute dicke Luft. Valentino Rossi ging nur im Regen auf die Strecke und verzichtete auf eine Ausfahrt bei abtrocknender Strecke. Nach 18 Runden belegte der Italiener mit einem Rückstand von 11,155 Sekunden Rang 19. Bemerkenswert war, dass Rossi im Gegensatz zu seinen Kollegen nach Abschluss des Tages nicht mit den Medien sprach, sondern lediglich eine Mitteilung von Ducati verbreiten ließ.

Darin wird Rossi wie folgt zitiert: „Leider haben wir fast den gesamten Testtag verloren. Wir waren zwar drei Mal mit Regenreifen und einem Regensetup draußen um einen Vergleich zu den Verhältnissen beim vorherigen Test zu ziehen. Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Wir konnten heute nicht viel arbeiten, aber für morgen ist die Vorhersage besser, daher sollten wir dann die Abstimmungsarbeit vom Freitag fortsetzen können.“

Am Sonntag findet der letzte Wintertest statt, bevor am 8. April der Saisonauftakt in Katar steigt. Es soll ein trockener Tag werden.

Die Testzeiten aus Jerez (Samstag):
01. Nicky Hayden (Ducati) – 1:40.755 Minuten (40 Runden)
02. Karel Abraham (Cardion-Ducati) +0.906 Sekunden (39)
03. Ben Spies (Yamaha) +0.971 (26)
04. Alvaro Bautista (Gresini-Honda) +1.956 (27)
05. Hector Barbera (Pramac-Ducati) +2.533 (35)
06. Ivan Silva (Avintia) +2.858 (37)
07. Franco Battaini (Ducati) +3.509 (48)
08. Michele Pirro (Gresini-Honda) +4.006 (9)
09. James Ellision (Paul Bird Motorsport) +4.214 (30)
10. Danilo Petrucci (Ioda) +4.581 (24)
11. Colin Edwards (Forward Suter-BMW) +7.213 (26)
12. Dani Pedrosa (Honda) +9.067 (25)
13. Jorge Lorenzo (Yamaha) +9.333 (28)
14. Cal Crutchlow (Tech-3-Yamaha) +10.372 (15)
15. Andrea Dovizioso (Tech-3-Yamaha) +10.947 (16)
16. Mattia Pasini (Speed-Master) +11.017 (12)
17. Stefan Bradl (LCR-Honda) +11.023 (23)
18. Casey Stoner (Honda) +11.101 (3)
19. Valentino Rossi (Ducati) +11.155 (18)
20. Randy de Puniet (Aspar ART) +11.642 (8)
21. Aleix Espargaro (Aspar ART) +16.963 (8)
22. Yonny Hernandez (Avintia)

Text von Markus Lüttgens

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2 Antworten auf Nicky Hayden mit nutzloser Bestzeit, Valentino Rossi schweigsam

  1. Simone

    Nicky Hayden wäre sicher erfreut, dass er hier 10 Jahre jünger gemacht wird.

  2. lorcher

    Hallo,
    Dank 🙂 Wir haben ihn wieder älter gemacht 😉

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