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© Infront – Max Biaggi hat die WM-Führung durch einen souveränen Sieg zurückerobert

(Motorsport-Total.com) – Die WM hat sich nach dem ersten Rennen der Superbike-WM auf dem Nürburgring wieder gedreht. BMW-Werksfahrer Marco Melandri stürzte in der Anfangsphase und schied aus. Dagegen fuhr Max Biaggi (Aprilia) ein souveränes Rennen.

In der ersten Rennhälfte lag er direkt hinter der Kawasaki von Tom Sykes und übernahm bei Halbzeit die Spitze. Von da weg fuhr der Römer einen souveränen fünften Saisonsieg ein. In der WM hat nun wieder Biaggi das Zepter übernommen und hat 6,5 Punkte Vorsprung auf Melandri.

Um die restlichen Podestplätze duellierten sich Eugene Laverty auf der zweiten Werks-Aprilia und Chaz Davies mit der RSV4 des ParkinGO-Teams. Laverty konnte die Angriffe des Supersport-Weltmeisters abwehren und komplettierte den Doppelsieg für das Werksteam. Neben Melandri gingen einige Fahrer zu Boden. Darunter waren auch Honda-Pilot Jonathan Rea und Weltmeister Carlos Checa (Althea-Ducati). Letzterer konnte nach seinem Ausrutscher weiterfahren und sammelte als Zwölfter noch vier WM-Punkte.

Als die Lichter der Startampel ausgingen, kam Melandri nicht optimal weg. Er zuckte kurz, musste noch einmal auf die Bremse um keinen Frühstart zu machen, und verlor schließlich einige Meter. Den Sprint zur ersten Kurve gewann zwar Pole-Man Biaggi, doch im Kurvengeschlängel der Mercedes-Arena schnappte sich Sykes Platz eins. Dahinter folgte das Aprilia-Duo Biaggi und Laverty sowie Weltmeister Checa. Früh ausgeschieden war BMW-Pilot Michel Fabrizio, der in den ersten Kurven per Highsider von seiner S1000RR abstieg. Der Italiener wurde ins Medical Center gebracht.

Melandri steckte nach seinem verpatzten Start nicht auf und überholte in den ersten Runden Laverty und Checa. Damit war er wieder Dritter und machte sich an die Verfolgung des Spitzenduos Sykes und Biaggi. Die Sturzserie von Checa fand auch in Deutschland seine Fortsetzung. Zu Beginn der dritten Runde riskierte der Spanier in der Bremszone für Kurve eins viel, denn auf der Zielgeraden verlor er immer mehrere Meter. Plötzlich klappte das Vorderrad ein und der Spanier lag im Kiesbett. Direkt dahinter konnte Rea ausweichen, doch wenige Kurven später stürzte auch der Honda-Pilot und schied aus.

Zwei Mitfavoriten waren damit früh eliminiert. Auch Rookie Davide Giugliano (Althea-Ducati) nahm wieder einmal zu viel Risiko und ging ebenfalls in der Anfangsphase zu Boden. Die Sturzserie der Topstars setze sich fort. In der sechsten Runde rutschte Melandri in Kurve acht aus und lag im Kiesbett. Die Chance auf einen Podestplatz beim wichtigen BMW-Heimspiel war vorbei. Auch für die WM war es eine entscheidende Situation, denn zu diesem Zeitpunkt lag Biaggi hinter Sykes auf dem zweiten Platz.
In der ersten Rennhälfte lag das Duo Kopf-an-Kopf an der Spitze.

Wenige Sekunden dahinter kämpften Laverty und Davies um den dritten Platz. Somit lagen drei Aprilia in den Top 4. Bei Rennhalbzeit setzte Biaggi schließlich in der ersten Kurve sein Manöver. Der Römer konnte die Linie halten und schnappte sich die Spitze von Sykes. Der Kawasaki-Pilot konnte das Tempo nicht halten. Die Reifen bauten bei ihm stärker ab als bei den Aprilia-Fahrern.

Aprilia dominiert in der Eifel

Sykes fiel immer weiter zurück. Laverty und Davies holten den Briten ein und gingen auch problemlos an der Ninja ZX-10R vorbei. Somit lagen drei Aprilia-Fahrer auf den ersten drei Plätzen. Biaggi verwaltete seinen Vorsprung von rund vier, fünf Sekunden sicher über die Distanz und feierte seinen fünften Saisonsieg. Da Melandri nicht ins Ziel kam, holte Biaggi seinen WM-Rückstand auf und übernahm wieder die Führung. Vor dem zweiten Rennen hat der Weltmeister des Jahres 2010 6,5 Punkte Vorsprung.

Bis zum Zielstrich ging es spannend im Duell um den zweiten Platz zu. Schließlich konnte Laverty die Angriffe von Davies abwehren und den Doppelsieg für das Aprilia-Werksteam absichern. Davies kletterte in seiner Rookie-Saison zum dritten Mal auf das Podium. Sykes musste in der zweiten Rennhälfte deutlich abreißen lassen und kam mit zwölf Sekunden Rückstand als Vierter über die Ziellinie. Leon Camier feierte mit dem fünften Platz wieder ein Erfolgserlebnis für die Crescent-Suzuki-Mannschaft.

Sein Teamkollege John Hopkins blieb als 13. wieder einmal blass. Nach dem Ausfall von Melandri konnte das BMW-Werksteam kein Topresultat holen. Haslam fehlte im Ziel fast eine halbe Minute auf Biaggi und er wurde hinter Sylvain Guintoli (Pata-Ducati) als Siebter gewertet. Lorenzo Zanetti (Pata), Ayrton Badovini (BMW-Italia) und Hiroshi Aoyama (Honda) komplettierten die Top 10. Checa konnte nach seinem frühen Sturz weiterfahren und holte noch einige Plätze auf.

Im Zielsprint musste er sich hinter Maxime Berger (Liberty-Ducati) anstellen und sammelte als Zwölfter noch vier WM-Punkte. Die letzten Zähler gingen an Hopkins, Lorenzo Lanzi und Brett McCormick (beide Liberty-Ducati). Alexander Lundh (Pedercini-Kawasaki) und Norino Brignola (Grillini-BMW) waren die letzten beiden Fahrer im Ziel und gingen leer aus. Kurz vor der karierten Flagge stürzte noch Loris Baz über das Vorderrad von seiner Kawasaki. Um 15:30 Uhr findet das zweite Rennen statt.

Ergebnisse SBK-WM Nürburgring Race1:

1. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 38’52.751
2. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 38’55.778
3. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 38’55.878
4. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’05.057
5. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’06.882
6. Sylvain Guintoli (PATA Racing Team) Ducati 1098R 39’12.274
7. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 39’19.768
8. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 39’25.867
9. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 39’27.688
10. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 39’31.883
11. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 39’33.751
12. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 39’33.876
13. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’39.676
14. Lorenzo Lanzi (Liberty Racing Team Effenbert) Ducati 1098R 39’47.410
15. Brett McCormick (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 39’49.093
16. Alexander Lundh (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 40’02.481
17. Norino Brignola (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR 40’36.430
RT. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 33’14.140
RT. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 9’40.675
RT. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 5’52.293
RT. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 3’55.107
RT. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR

Text von Gerald Dirnbeck

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