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© Infront – Rookie Chaz Davies hat seinen ersten Sieg in der Superbike-WM gefeiert

(Motorsport-Total.com) – Im zweiten Rennen der Superbike-WM auf dem Nürburgring fand eine Premiere statt: Rookie Chaz Davies feierte seinen ersten Sieg.

Der Brite war mit seiner ParkinGO-Aprilia von Beginn an in der Spitzengruppe und als die Favoriten strauchelten, nutzte er seine Chance und fuhr souverän den Triumph nach Hause.

In der laufenden Saison machte der amtierende Supersport-Weltmeister mit bereits drei Podestplätzen auf sich aufmerksam. Nun folgte der erste ganz große Sieg. Die beiden WM-Anwärter hatten dagegen Probleme.

Max Biaggi (Aprilia) stürzte bereits in der ersten Runde. Seine anschließende Aufholjagd brachte den Römer noch auf Position 13. Sah es zunächst nach einer Niederlage für Biaggi aus, so hat er unter dem Strich seine WM-Führung ausgebaut, denn BMW erwischte beim Heimspiel einen rabenschwarzen Tag. Marco Melandri stürzte in Führung liegend und verpasste eine große Chance. In der WM ist sein Rückstand auf Biaggi auf 9,5 Punkte angewachsen. Auch Leon Haslam schied durch einen Sturz aus. Dadurch hat BMW auch die Führung in der Herstellerwertung an Aprilia verloren. Das Podium komplettierten Eugene Laverty (Aprilia) und Leon Camier (Crescent-Suzuki). Es war der erste Podestplatz für die Crescent-Mannschaft.

Beim Start setzte sich Laverty durch und ging in den ersten Kurven in Führung. Dahinter sortierten sich Tom Sykes (Kawasaki), Biaggi und Melandri ein. Es kamen alle Fahrer gut durch die erste enge Rechtskurve. Einen guten Start hatte John Hopkins (Crescent-Suzuki), der bis auf Rang elf nach vor dringen konnte. War der erste Lauf noch ein Festspiel für Aprilia, so ging diesmal alles schief. Als am Ende der ersten Runde die Spitze zur Schikane vor der Boxeneinfahrt kam, bremste sich Sykes innen an Laverty vorbei.

Der Nordire verbremste sich und pflügte durch das Kiesbett. Unmittelbar dahinter klappte Biaggi das Vorderrad ein und der Römer rutschte ins Kiesbett. Biaggi konnte das Motorrad retten und wieder weiterfahren, doch er war ganz ans Ende des Feldes gefallen. Sein Rückstand betrug eine halbe Minute. Laverty hatte mehr Glück, blieb bei dem Ausritt sitzen und sortierte sich als Siebter wieder ein. Somit führte Sykes vor Melandri und Davies. Für die WM war der Biaggi-Sturz entscheidend, denn vor dem Rennen hatte er 6,5 Punkte Vorsprung auf Melandri.

Hinter den Top 3 lieferten sich zunächst Davide Giugliano (Althea-Ducati) und Jonathan Rea (Honda) ein enges Duell um den vierten Platz. Sykes führte das erste Renndrittel an, bevor Melandri in Runde sieben zuschlug und den Briten überholte. Davies war weiterhin als Dritter nahe dran. Dahinter klaffte zu diesem Zeitpunkt schon eine Lücke von vier Sekunden zu den Verfolgern rund um Rea, Laverty und dem Althea-Ducati-Duo Carlos Checa und Giugliano.

Die WM-Situation nahm in der zwölften Runde die nächste dramatische Wendung. Melandri klappte in Führung liebend blitzartig das Vorderrad ein. Fassungslos stapfte der Italiener davon. Eine große Chance war vertan. Bereits in Lauf eins war Melandri durch Sturz ausgeschieden. Eine Runde später war die Katastrophe für BMW perfekt. Auch Haslam stürzte in einer Linkskurve und ließ sich von Streckenposten helfen. Totalausfall für BMW beim Heimspiel.

Davies kontrolliert die Spitze
Somit erbte Davies die Führung. Es zeigte sich eine ähnliche Tendenz wie in Lauf eins, denn Sykes konnte das Tempo nicht halten und büßte kontinuierlich Boden auf die Aprilia von Davies ein. Durch die Fehler der beiden Topstars Melandri und Biaggi bot sich die Chance für Außenseiter. Während Davis sein Polster auf Sykes verwaltete, wurde der Kampf um den dritten Platz heißer. Auch Camier mischte kräftig mit und war auf Kurs zu einem Podestplatz. Es war das bislang stärkste Rennen für Crescent-Suzuki in diesem Jahr.

Die Kawasaki verschliss die Reifen wieder stark, wodurch Sykes langsamer wurde und von den Verfolgern eingeholt wurde. Camier ging sechs Runden vor dem Ziel problemlos an seinem Landsmann vorbei und war bereits Zweiter. Zu diesem Zeitpunkt hatte er einen Rückstand von vier Sekunden auf Davies an der Spitze. Auch gegen Rea und Checa musste sich Sykes wehren.

In der Schlussphase hatte Davies alles unter Kontrolle. Der Rookie fuhr den Sieg sicher nach Hause. Es war sein erster Triumph in der Superbike-WM. Im Vorjahr sicherte sich Davies den Titel in der Supersport-WM und stieg mit seinem ParkinGO-Team in die Superbike-WM auf. Bereits in Aragon und Moskau konnte er mit Podestplätzen auf sich aufmerksam machen. Im ersten Lauf auf dem Nürburgring stand er als Dritter auf dem Podium.

Bis zum Schluss blieb es bei der Vergabe der restlichen Podestplätze spannend. Laverty und Camier lieferten sich in den letzten Runden ein enges Duell. Am Ende behielt Laverty die Oberhand und kam als Zweiter über die Ziellinie. Damit komplettierte er den Aprilia-Doppelsieg, wodurch die Italiener auch die Führung in der Hersteller-WM von BMW übernommen haben. Als Dritter feierte Camier das erste große Erfolgserlebnis in diesem Jahr. Zum ersten Mal fuhr eine Crescent-Suzuki auf das Podium.

Knapp hinter Camier kam Honda-Pilot Rea als Vierter über die Linie. Nach seinem Aus im ersten Lauf sammelte der Brite wieder solide Punkte. Sykes hielt sich in den letzten Runden noch erfolgreich Weltmeister Checa vom Leib und kam schließlich auf Platz fünf ins Ziel. Über die Distanz verlor die Kawasaki zu viel Speed im Vergleich zur Konkurrenz. Checas Althea-Teamkollege Giugliano blieb diesmal sitzen und klassierte sich als Siebter. Loris Baz (Kawasaki), Ayrton Badovini (BMW-Italia) und Sylvain Guintoli (Pata-Ducati) komplettierten die Top 10.

Lorenzo Zanetti kam fünf Sekunden hinter seinem neuen Pata-Teamkollegen ins Ziel. Biaggi startete nach seinem Sturz zu Beginn eine Aufholjagd, die ihn noch auf Platz 13 brachte. Beinahe hätte der Römer noch Hopkins eingeholt, der nach seinem guten Start keine Akzente setzen konnte. Sah es für Biaggi zunächst nach einer Niederlage aus, so konnte er unter dem Strich seine WM-Führung auf Melandri auf 9,5 Punkte ausbauen. Die Zielflagge sahen noch Maxime Berger (Liberty-Ducati), Hiroshi Aoyama (Honda), Lorenzo Lanzi (Liberty) und Norino Brignola (Grillini-BMW). Die nächsten Rennen finden am 23. September im portugiesischen Portimao statt.

Ergebnisse SBK-WM Nürburgring Race1:

1. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 39’00.327
2. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’03.349
3. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’03.549
4. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 39’06.032
5. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’07.631
6. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 39’07.868
7. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 39’15.036
8. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’20.109
9. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 39’20.252
10. Sylvain Guintoli (PATA Racing Team) Ducati 1098R 39’20.355
11. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 39’25.980
12. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’29.469
13. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’29.906
14. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 39’36.417
15. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 39’41.239
16. Lorenzo Lanzi (Liberty Racing Team Effenbert) Ducati 1098R 39’50.728
17. Norino Brignola (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR 39’24.912
RT. Brett McCormick (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 30’18.544
RT. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 17’36.790
RT. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 15’34.320
RT. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 15’57.025
RT. Alexander Lundh (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 12’11.662

WM-Stand
MAX BIAGGI 318
MARCO MELANDRI 308,5
TOM SYKES 291,5
CARLOS CHECA 247,5
JONATHAN REA 225,5

Text von Gerald Dirnbeck

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