Jonathan Rea - © Pata Honda

© Pata Honda – 2014 ist die letzte Saison von Jonathan Rea und Chris Pike bei Ten-Kate-Honda

Honda-Fahrer Jonathan Rea feierte in dieser Saison vier Siege, doch in Katar kämpfen Tom Sykes (Kawasaki) und Sylvain Guintoli (Aprilia) um den WM-Titel.

Seit Ende 2008 ist Rea nun die Speerspitze bei Ten-Kate-Honda und konnte bereits 15 Siege feiern. Allerdings hatte der Brite noch nie eine ernsthafte WM-Chance. Als Rea in dieser Saison in Assen und Imola drei Siege in Folge feierte, zählte er zu den Titelkandidaten.

Dann brachen im Sommer die Resultate ein und der 27-Jährige konnte nicht mit Aprilia und Kawasaki an der Spitze kämpfen. Mehrere Ergebnisse zwischen Platz fünf und sieben sorgten dafür, dass Rea den Anschluss im WM-Rennen verpasste. Viele Beobachter schieben den Grund auf die Honda CBR1000RR. Auf manchen Rennstrecken, wie beispielsweise Assen, ist Rea mit der Fireblade fast unschlagbar.

Allerdings kann diese Leistung nicht auf allen Kursen abgerufen werden, was letztendlich dafür ausschlaggebend ist, dass Rea noch nie eine richtige Titelchance hatte. „Unser Chassis ist sehr gut“, betont Crew-Chief Chris Pike bei ‚Crash.net‘. „Der Motor, na ja, wir müssen alles aus dem Motor herausholen. Deshalb ist die Kraftabgabe nicht so schön. Wir brauchen die ultimative Motorleistung, weshalb wir über die komplizierte Elektronik versuchen, die Kraftabgabe sanfter zu gestalten.“

Elektronik ein entscheidender Faktor
Die Elektronik ist in der Superbike-WM seit Jahren ein wichtiger Faktor über Erfolg und Misserfolg. Ten Kate arbeitet mit einer ECU von Cosworth-Elektronik. Ein wichtiger Baustein war in diesem Jahr die Verpflichtung von Elektronik-Spezialist Massimo Neri. Der Italiener arbeitete unter anderem für Alstare-Suzuki und zwischen 2009 und 2013 bei BMW. Seine Expertise hat dem Ten-Kate-Team im Bereich der Elektronik sehr geholfen.

Reas Crew-Chief Pike unterstreicht die Bedeutung der Elektronik: „Sie sind auf einem sehr hohen Level. Wenn man mit der Einstellung Mühe hat, oder sie nicht korrekt funktionieren, dann hat man eine schwere Zeit. Wenn die Elektronik perfekt ist, muss man das Motorrad praktisch nur in die richtige Richtung zeigen und es wird dorthin fahren, wo du willst.“

„Wenn man die Kupplung nicht berühren muss, sind die Schaltvorgänge sauber, die Bremse ist gut und die Traktionskontrolle stimmt auch. Dadurch wächst das Selbstvertrauen, denn man muss sich um nichts Sorgen machen“, beschreibt Pike die Idealsituation für die Fahrer. „Alle Teams verfügen heute über gute Elektronik. Wenn sie bei dir nicht stimmt, wirst du Mühe haben mitzuhalten. Durch gute Elektronik wächst das Selbstvertrauen, wodurch der Speed schneller wird.“

Nach der Schwächephase im Sommer wurde Rea wieder stärker. In Portimao meldete sich der Brite mit einem Sieg zurück. In Laguna Seca schaffte er es auf das Podium, während es in Jerez nur bis Platz vier reichte. Zuletzt in Magny-Cours stand Rea wieder auf dem Podest. „Die Gründe für unseren Leistungsabfall liegen bei uns selbst“, nimmt Pike bei ‚Crash.net‘ die Schuld auf die Schultern seiner Crew.

„Wir haben bei der Elektronik eine Richtung verfolgt, die wir für richtig erachteten. Allerdings sorgte das für den Fahrer auf der Strecke für unbeständige Verhältnisse. Vor Portimao haben wir uns zusammengesetzt und die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Seither ging es mit Reas Ergebnissen deutlich bergauf.

Pike arbeitet seit 2012 als Crew-Chief von Rea. Nach dem Saisonfinale in Katar trennen sich die Wege der beiden Briten. Obwohl der Vertrag noch nicht offiziell verkündet ist, wird Rea zu Kawasaki wechseln. Pike verschlägt es in die MotoGP, wo er im kommenden Jahr im Marc-VDS-Team der Crew-Chief von Scott Redding sein wird.

Text von Gerald Dirnbeck

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