Valentino Rossi, Marc Marquez - © GP-Fever.de

© GP-Fever.de – Valentino Rossi unterstellt Marc Marquez, dass er für Lorenzo gefahren ist

Der packende Grand Prix von Australien war auch fünf Tage später in Sepang ein Gesprächsthema. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag wurden die MotoGP-Protagonisten noch einmal zu dem packenden Vierkampf befragt.

Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Andrea Iannone und Marc Marquez lachten und bekundeten mit strahlenden Augen, dass sie sich das Video mehrmals angesehen haben. Allerdings schoss Rossi dabei auch eine Speerspitze Richtung Marquez ab und unterstellte dem Honda-Fahrer, dass er Lorenzo geholfen hat.

„Wenn wir ein weiteres Rennen wie Phillip Island haben, dann müssen wir mit Marquez sprechen. Während des Rennens war es schwierig zu verstehen, aber als ich mir die Wiederholung angesehen habe, war es klar, dass er mit uns gespielt hat“, sagt Rossi in der Pressekonferenz. „Ich glaube, dass sein Ziel nicht nur der Sieg war, sondern er wollte Lorenzo helfen, damit er sich vorne absetzt und mehr Punkte holt als ich“, stellt der Routinier in den Raum.

Am Ende schnappte sich Marquez noch in der letzten Runde Lorenzo und fuhr auf Phillip Island als Erster ins Ziel. Rossi wurde hinter Iannone Vierter. Somit schrumpfte Rossis WM-Vorsprung auf elf Punkte. „Seit Phillip Island ist klar, dass Jorge einen neuen Unterstützter hat! Das ist Marc. Und das ändert natürlich viel, weil Marc das Potenzial hat, an der Spitze alleine wegzufahren. Das wäre dann ein anderes Rennen.“

Frage an Lorenzo: Hat dir Marquez geholfen? „Na klar, vor allem in der letzten Runde“, winkt Lorenzo lachend ab. Doch Rossi ist mit seiner Meinung nicht ganz alleine: „Ich glaube auch, dass Marc mit uns gespielt hat“, entgegnet Iannone und nennt ein Beispiel: „Nach 15 Runden ist er in Kurve 5 langsam gewesen und ich konnte ihn einfach überholen. Ich verstehe seine Strategie nicht, weil er eine sehr gute Pace hatte.“

Marquez von Rossis Anschuldigungen verwundert
Marquez saß in der Pressekonferenz direkt neben Rossi und konnte diese Anschuldigungen nicht glauben: „Natürlich nicht. Ich bin mein Rennen gefahren! Wenn ich Lorenzo helfen wollen würde, dann wäre ich in der letzten Runde nicht dieses Risiko eingegangen und hätte ihn nicht überholt“, rechtfertigt sich Marquez. „Ich weiß nicht, warum Valentino das sagt.“ Bereits direkt nach dem Rennen am vergangenen Sonntag hatte der Spanier gemeint, dass sein Reifen überhitzt hatte und er deshalb zu einem Zeitpunkt im Rennen etwas langsamer werden musste.

„Wir sehen auch an den Daten, dass die Honda den Vorderreifen stark pusht“, liefert Marquez auch gleich eine technische Erklärung. „Und in Australien hatten wir den weichsten Vorderreifen zur Verfügung. Ich hatte im Laufe der 27 Runden Mühe. Klar wollte ich das Rennen kontrollieren und ich habe auch gegen Halbzeit versucht, mir einen Vorsprung herauszufahren. Das war aber nicht möglich.“

Marquez stellt auch klar, dass er maximal seinem Honda-Teamkollegen Dani Pedrosa unter gewissen Umständen helfen würde, sonst niemandem: „Man weiß, dass ich sehr selten ein Rennen von Start bis ins Ziel anführe. Ich habe das beste Ergebnis für das Team geholt. Ich würde nur meinem Teamkollegen helfen, ansonsten pushe ich für den Sieg.“ Rossi brachte sogar die Liste mit den Rundenzeiten von Phillip Island zur Pressekonferenz mit und diskutierte im Anschluss mit den italienischen Journalisten darüber. Das zeigt, dass er diese Attacke auf Marquez geplant hatte. Die große Frage ist nur: Wozu?

Text von Gerald Dirnbeck

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