Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Rekordchampion Valentino Rossi will in der Saison 2016 noch einmal angreifen

Wirklich glücklich wirkte Valentino Rossi bei der Präsentation von Yamahas neuer M1 nicht. Der Italiener ließ bei dem Event die bekannte Lockerheit und sein typisches Lächeln über weite Strecken vermissen.

Zwar versichert der neunmalige Champion, dass er das Jahr 2015 abgehakt habe, doch als Beobachter wird man den Verdacht nicht los, dass das Ende der vergangenen Saison noch immer an dem 36-Jährigen nagt. Wie tief sitzt der Stachel des verpassten zehnten Titels wirklich noch?

„Die erste Phase nach dem Rennen in Valencia war ziemlich schwierig“, gibt Rossi zu und verrät: „Die ersten beiden Wochen zuhause waren am schwierigsten. Die Enttäuschung war sehr groß.“ Der Rekordchampion versuchte, sich in seiner Heimat zu entspannen. Das gelang allerdings nicht so gut wie erhofft. „Ich habe darauf gewartet, dass dieses Gefühl vergeht“, berichtet der Italiener.

Einen entscheidenden Wendepunkt habe es allerdings erst Ende November gegeben. „Für meinen Winter war die Monza Rallye sehr wichtig, denn ich blieb zwei Wochen zuhause und hatte dann wieder ein Rennen. Das war genau das, was ich in diesem Moment gebraucht habe“, berichtet Rossi, der das Event im vergangenen Jahr zum vierten Mal gewinnen konnte.

„Ehrlich gesagt habe ich die Enttäuschung 2015 an diesem Wochenende abgehakt. Ab da habe ich wieder an die Zukunft gedacht“, versichert Rossi, der Anfang Dezember auch juristisch einen Strich unter das Jahr 2015 machte. Da zog der Italiener seine Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen die in Sepang gegen ihn verhängten Strafpunkte zurück.

„Unser Ziel war es, beim letzten Rennen nicht von hinten starten zu müssen. Das war der einzige Grund, der für mich wichtig war“, erklärt Rossi diesen Schritt und verrät: „Als diese Möglichkeit verstrichen war, war es für mich nicht mehr wichtig.“ Rossi hätte beim CAS bestenfalls noch auf Schadenersatz hoffen können, am sportlichen Ausgang der WM hätte das Verfahren jedoch nichts mehr geändert.

Erst beim Saisonstart in Katar am 20. März (zum MotoGP-Kalender) wird sich vermutlich zeigen, wie es um Rossis Motivation tatsächlich bestellt ist. Obwohl der Italiener das Gegenteil behauptet, lässt seine Körpersprache vermuten, dass die Saison 2015 doch noch nicht vollständig aus seinem Kopf verschwunden ist. Besonders das erste Aufeinandertreffen mit Marc Marquez dürfte in dieser Hinsicht sehr interessant werden.

Text von Ruben Zimmermann & David Emmett

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