Tom Sykes, Loris Baz  © Kawasaki

© Kawasaki – Doppelsieg für Kawasaki in Alcaniz: Loris Baz und WM-Leader Tom Sykes

Titelverteidiger Tom Sykes lieferte beim zweiten Superbike-WM-Event 2014 im Motorland Aragon in Alcaniz ein perfektes Wochenende ab und ging nach der Pole-Position und dem Sieg im ersten Lauf auch im zweiten Rennen als Sieger hervor.

Der Kawasaki-Fahrer gewann nach einem unterhaltsamen Dreikampf an der Spitze vor Loris Baz (Kawasaki) und Marco Melandri (Aprilia).

Dafür musste er aber „hart arbeiten. Das erste Rennen war sehr gut, aber im zweiten Rennen waren die Temperaturen – zumindest für mich – an der Grenze. Schade, denn im Freien Training war das Motorrad mit den weichen Reifen fantastisch. Ich konnte konstant niedrige 58er-Zeiten fahren, aber im Rennen war mir schon nach fünf Runden klar, dass ich hart arbeiten muss. Die zwei Jungs haben mir ein gutes Rennen geliefert, bei dem die Zuschauer auf ihre Kosten gekommen sind“, sagt Sykes.

Richtig zur Sache ging es ab der 15. von 17 Runden, als sich Baz zunächst an Sykes vorbei in Führung bremste, aber gleich wieder ausgekontert wurde – und im Zuge dieser Aktion auch Melandri durchlassen musste, der dem Kawasaki-Duo bis dahin mit gut einer Sekunde Respektabstand gefolgt war. Der Italiener, im ersten Rennen noch enttäuschender Elfter, witterte plötzlich die Chance, nach seinen Siegen auf Yamaha und BMW auch mit einer dritten Marke in Alcaniz zu gewinnen.

Tatsächlich riskierte er am Ende der langen Geraden in der letzten Runde eine Attacke, doch weil sein Rückstand im Windschatten etwas zu groß war, wurde er bei dem extrem spät angesetzten Bremsmanöver nach außen getragen. So musste er nicht nur Sykes, sondern auch Baz beim Herausbeschleunigen passieren lassen. Am Ende fuhr Sykes 0,338 Sekunden vor Baz und 0,470 Sekunden vor Melandri über die Ziellinie und sicherte sich damit auch die Führung in der Gesamtwertung.

„Ich wollte unbedingt gewinnen, also habe ich es in der Haarnadel versucht“, schildert Melandri, „aber dabei kam ich von der Linie ab. Baz hat mich dann auch noch geschnappt. Das war ein Fehler, aber ich musste es versuchen, um meinen Fans zu beweisen, dass ich noch gewinnen kann.“ Baz freut sich natürlich über den Schnitzer seines Gegners: „Marco machte einen Fehler, so bekam ich zumindest den zweiten Platz zurück.“

Bis dahin sei es „kein einfaches“ Rennen gewesen: „In der Startaufstellung wussten wir nicht, welchen Reifen wir fahren sollen, denn wir dachten, dass die Temperatur noch mehr steigen würde. Also sind wir Soft gefahren. Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mit Tom mitzuhalten, aber dann bauten seine Reifen ab und ich konnte ihn einholen. Er hat es mir aber sehr schwierig gemacht, ihn zu überholen, denn in den Kurven vor den Geraden war er schneller“, berichtet er.

Und weiter: „Ich habe es einmal versucht und kam von der Linie ab, dann rutschte auch noch Marco durch. Das hat ein bisschen Zeit gekostet, weil wir beinahe kollidiert wären. In der letzten Runde waren wir wieder dran, aber Tom war zu weit weg“, sagt Baz und ergänzt: „Ich bin sehr glücklich, denn auf dieser Strecke hatten wir in der Vergangenheit immer Probleme. Jetzt auf dem Podium zu stehen, ist klasse für das Team und unseren Sponsor.“

Melandri wähnt sich nach seiner starken Vorstellung nun wieder auf der richtigen Spur: „Jetzt fahre ich noch motivierter nach Assen. Ich bin mir sicher, dass wir dort gewinnen können“, so der Italiener. „Schade, dass wir das erste Rennen verschwendet haben. Im zweiten haben wir unser Bestes gegeben, das Team hat gute Arbeit geleistet und das Motorrad lief wirklich gut. Nur zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten beim Bremsen. Dann holte ich aber zu den Führenden auf.“

Hinter diesem Trio belegte Sylvain Guintoli (Aprilia) den vierten Platz. Jonathan Rea (Honda) wurde Fünfter, nachdem er im Verlauf des Rennens zwei Positionen eingebüßt hatte. Eugene Laverty (Suzuki), Davide Giugliano (Ducati), Leon Haslam (Honda), Toni Elias (Aprilia) und David Salom (Kawasaki), damit Sieger der Evo-Klasse, rundeten die Top 10 ab. Der Evo-Sieger von heute Morgen, Leon Camier (BMW), wurde diesmal Zwölfter und damit Dritter der Evo-Wertung.

Salom freut sich über den Evo-Sieg: „Ich bin sehr glücklich über dieses Resultat, denn es war ein sehr schwieriges Rennen für mich. Ich bin vergangene Woche beim Testen in Jerez gestürzt und habe mir dabei das Kahnbein gebrochen. Ich bin noch nicht hundertprozentig fit, aber es war auch sonst ein schwieriges Wochenende mit einigen Problemen am Motorrad. Wir haben zum Beispiel eine neue Elektronik ausprobiert. Insofern war es für mich ein sehr gutes Rennen.“

Highlights des Rennens

Video von Gaskrank

Ergebniss SBK-WM Aragon Rennen 2:

Superbike_race2_ergebnisse

Text von Christian Nimmervoll

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