Marco Melandri - © BMW

© BMWv - Marco Melandri ist mit seinem Sieg nun erster WM-Verfolger von Max Biaggi

Im zweiten Rennen kämpften vier Fahrer um den Sieg im Motorland Aragon. Bis zum Schluss blieb es spannend, denn auf der Linie waren sie nur durch vier Zehntelsekunden getrennt. Marco Melandri setzte sich schließlich durch und eroberte den dritten Sieg für BMW. Der Italiener musste sich hart gegen drei Aprilia wehren. Eugene Laverty wurde Zweiter vor Überraschungsmann Chaz Daviez. Der amtierende Supersport-Weltmeister mischte mit der Kunden-RSV4 des Parkin-GO-Teams munter mit und kletterte zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Podium.

Max Biaggi (Aprilia) musste sich als Vierter geschlagen geben, doch er sammelte weiter Punkte für die WM. Sein Vorsprung auf Melandri beträgt nun 48 Punkte. Weltmeister Carlos Checa (Althea-Ducati), der als Siebter keine Chance auf das Podium hatte, liegt bereits 73 Punkte hinter Biaggi zurück. Für das Crescent-Team war es ein Rennen zum Vergessen. John Hopkins und Leon Camier fielen vorzeitig aus.

Beim Start zum zweiten Rennen setzte sich Biaggi in der ersten Kurve durch und ging in Führung. Sein Teamkollege Laverty drückte sich auch an Pole-Setter Tom Sykes (Kawasaki) vorbei. Im Verlaufe der nächsten Kurven wurde der Brite auch noch von Leon Haslam (BMW) überholt. Im Gegensatz zu Lauf eins kamen diesmal alle gut durch und es gab keine Stürze. Laverty ging es wieder explosiv an und schnappte sich die Führung von seinem Teamkollegen. Somit führte am Ende der ersten Runde der Nordire vor Biaggi, Melandri, Haslam und Sykes. Jonathan Rea (Honda) war Siebter und Checa Zehnter. Das Wetter war stabil. Obwohl Wolken über dem Kurs hingen, blieb der Regen aus.

In der Anfangsphase setzte sich ein Trio ab. Das Aprilia-Duo und Melandri fuhren auf und davon und hatten nach drei Runden bereits zwei Sekunden Vorsprung auf die Gruppe mit Haslam, Sykes, Davies und Davide Giugliano (Althea-Ducati). Im Gegensatz zum ersten Lauf konnte diesmal Laverty mit Biaggi und Melandri mithalten. Das Trio lag dicht beisammen und es gab einige Überholmanöver. Bei Rennhalbzeit hatte Laverty das Kommando inne und führte vor Melandri und Biaggi.

In der Verfolgergruppe ging es turbulent zu. Davies konnte sich absetzen und fuhr alleine auf Platz vier. Um Rang fünf kämpften Sykes, Checa, Haslam und Giugliano. In jeder Runde wechselten die Positionen. Checa hatte bei seinem Heimrennen aus eigener Kraft keine Chance auf den Sieg. Der schnellste im Feld war Davies, der das Top-Trio langsam einholte. Sechs Runden vor dem Ziel setzte sich Melandri erstmals an die Spitze.
In der Folge konnte sich der BMW-Pilot um wenige Motorradlängen absetzen. Biaggi witterte den Braten, überholte seinen Teamkollegen und machte sich an die Verfolgung seines Landsmanns. Biaggi machte ernst und überholte Melandri auf der langen Geraden. Der BMW-Pilot stach aber innen hinein, Biaggi musste die weite Linie wählen und Davies, der den Anschluss geschafft hatte, sowie Laverty zogen vorbei. In den letzten vier Runden herrschte ein Vierkampf um den Sieg.

Zwei Runden vor Schluss führte Laverty, während Melandri Davies den zweiten Platz wegschnappte. Biaggi beobachtete als Vierter die Geschehnisse. Am Ende der Gegengeraden bremste sich Melandri innen an Laverty vorbei, doch er konnte die Linie nicht halten und der Nordire war wieder vorn. Er begann auch die letzte Runde als Erster.

Melandri probierte es im kurvigen Abschnitt und ging an Laverty vorbei. Auf der langen Geraden versuchte Melandri den Windschatten zu brechen. In der Bremszone fuhr er Kampflinie und blockte die Innenbahn ab. Es klappte, denn niemand konnte einen Angriff starten. In den letzten Kurven ließ Melandri dann nichts mehr anbrennen und fuhr seinen dritten Saisonsieg über die Linie. Er hielt drei Aprilia in Schach.

Die Top 4 waren auf der Linie nur durch vier Zehntelsekunden voneinander getrennt. Laverty wurde schließlich Zweiter. Davies konnte Biaggi in Schach halten und kletterte zum ersten Mal in seiner Karriere als Dritter auf das Podium. Durch den Sieg im ersten Lauf und Platz vier in Rennen zwei hat Biaggi ein komfortables Polster in der WM-Wertung. 48 Zähler beträgt sein Vorsprung auf Melandri.

In der Verfolgergruppe setzte sich schließlich Rea durch. Da er im ersten Lauf nach der Kollision mit Jakub Smrz (Liberty-Ducati) leer ausgegangen war, fiel der Brite in der WM auf den dritten Rang zurück. Smrz nahm nicht am zweiten Lauf teil. Haslam blieb in beiden Rennen klar im Schatten seines Teamkollegen und kam als Sechster über die Linie. Checa sah die karierte Flagge als Siebter und büßte in der WM-Wertung weiteren Boden auf Biaggi ein. Sein Rückstand beträgt nun 73 Punkte.

Im letzten Renndrittel konnte Sykes der Verfolgergruppe nicht mehr folgen. Auf eine schnelle Runde ist der Kawasaki-Pilot in diesem Jahr praktisch unschlagbar, aber im Rennen ist der Umgang mit den Reifen noch problematisch. Am Ende wurde es Rang acht für Sykes. Ayrton Badovini (BMW-Italia) und Giugliano komplettierten die Top 10.

Auf den Plätzen elf bis 15 kamen Michel Fabrizio (BMW-Italia), Maxime Berger, Sylvain Guintoli (beide Liberty-Ducati), Lorenzo Zanetti (PATA-Ducati) und Hiroshi Aoyama (Honda) über die Linie. Lediglich zwei Piloten kamen nicht ins Ziel. Beide Crescent-Suzuki hatten technische Probleme. Hopkins und Camier hatten früh Feierabend. Die nächste Rennveranstaltung findet am 22. Juli in Brünn statt.

Aragon – FIM Superbike World Championship – Rennen 2

1. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 39’59.200
2. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’59.242
3. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 39’59.646
4. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’59.684
5. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 40’05.811
6. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 40’06.691
7. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 40’08.525
8. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 40’09.644
9. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 40’10.028
10. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 40’10.125
11. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 40’21.155
12. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 40’21.246
13. Sylvain Guintoli (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 40’21.686
14. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 40’42.001
15. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 40’48.344
16. David Salom (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 40’50.161
17. Niccolò Canepa (Red Devils Roma) Ducati 1098R 41’00.063
18. Leandro Mercado (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 41’13.349
19. Norino Brignola (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR 41’52.588
20. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 41’37.232
RT. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 35’03.915
RT. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 6’11.966

Text von Gerald Dirnbeck

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