Max Biaggi - © Infront

© Infront - Max Biaggi hat seinen WM-Vorsprung auf 30 Punkte ausgebaut

Die beiden Routiniers Max Biaggi (Aprilia) und Carlos Checa (Althea-Ducati) spielten im ersten Superbike-Rennen in Misano ihre ganze Erfahrung aus. Von den Startplätzen zehn und 16 arbeiteten sich die beiden Weltmeister durch das Feld und machten sich am Ende den Sieg untereinander aus.

Schließlich hatte Biaggi die Oberhand und ließ sich von seinen italienischen Fans feiern. Nach Phillip Island war es der zweite Saisonsieg für den Römer, der seine WM-Führung auf 30 Punkte ausbaute. Checa musste sich als Zweiter knapp geschlagen geben.

Eine wahre Talentprobe lieferte Checas Teamkollege Davide Giugliano ab. Von Beginn an kämpfte der 22-Jährige an der Spitze und führte das Rennen in der Schlussphase auch an. Schließlich hatte der Italiener den beiden Altmeistern nichts entgegenzusetzen und kletterte trotzdem noch als Dritter auf das Podium. Die Reifen spielten eine große Rolle, denn bei vielen Fahrern brachen die Rundenzeiten in der zweiten Rennhälfte stark ein.

Speziell die BMW-Fahrer wurden immer langsamer und fielen weit zurück. Marco Melandri gab sogar an der Box auf. Auch Tom Sykes (Kawasaki) und Jonathan Rea (Honda) hatten mit den Reifen zu kämpfen und kamen auf den Plätzen vier und fünf ins Ziel. In der ersten Rennhälfte lagen die beiden Briten an der Spitze, doch am Ende mussten sie sich deutlich den Altmeistern geschlagen geben, die eine beeindruckende Aufholjagd zeigten.

Als die Lichter ausgingen, beschleunigten Sykes und Rea nebeneinander auf die erste Kurve zu. Der Honda-Pilot war innen und bog als Führender in die erste Kurve ein. Hinter Sykes sortierten sich Giugliano und Leon Haslam auf den Positionen drei und vier ein. Die Topleute, die in der Superpole weit hinten waren, machten gleich einige Plätze gut. Biaggi war nach der ersten Runde Sechster, Melandri Achter und Checa Neunter. Einen Umlauf später lag dieses Trio auf der Strecke bereits zusammen. An der Spitze setzten sich die Top 4 bereits nach zwei Runden leicht vom dichten Verfolgerfeld ab.

Melandri arbeitete sich rasch an die Spitze der Verfolgergruppe auf Platz fünf. Hinter dem Italiener folgten Ayrton Badovini (BMW Italia), Biaggi und Checa. Die Lücke nach vorne betrug rund 1,6 Sekunden. Speziell Melandri konnte die Lücke zufahren und stellte auch einen neuen Rundenrekord auf. Biaggi und Checa konnten dieses Tempo zunächst nicht gehen. In der sechsten Runde versuchte der Weltmeister mit der Brechstange an Badovini vorbeizugehen, doch es klappte nicht und der Spanier verlor wieder einige Meter. Biaggi biss sich ebenfalls an Badovini die Zähne aus, kam aber schließlich vorbei.

An der Spitze lag weiterhin Rea vor Sykes, Haslam und Giugliano. Melandri hatte den Anschluss geschafft. Nach dem ersten Rennviertel konnte sich Rea leicht absetzen, denn Sykes hielt Giugliano und das BMW-Duo leicht auf. Haslam war der erste Fahrer, der Sykes knacken konnte. Kurz darauf drückte sich auch Giugliano vorbei und Melandri zog auch gleich nach. Wie es schon oft in dieser Saison zu beobachten war, fiel Sykes mit Fortdauer des Rennes langsam zurück, weil der Reifenverschleiß der Kawasaki etwas zu groß ist.
Biaggi und Checa hatten mittlerweile auch den Anschluss an diese Gruppe geschafft. Beide gingen auch problemlos an der Ninja vorbei. Die beiden Routiniers waren bei Rennhalbzeit deutlich auf dem Vormarsch. In der zwölften Runde schnappte sich Biaggi das BMW-Duo und machte Jagd auf Giugliano, der Zweiter war. Auch Checa überholte das BMW-Duo. Rea führte bei Halbzeit mit einem Vorsprung von 1,6 Sekunden.

Rea fällt zurück

Zehn Runden vor Schluss brachen auch bei Rea die Zeiten etwas ein und er wurde von Giugliano und Biaggi eingeholt. Checa folgte mit wenigen Metern Abstand als Vierter, aber Haslam und Melandri konnten nicht zulegen und verloren an Boden. Rea konnte die Linien nicht mehr halten und rutschte stark. Hinter der Honda klebten Giugliano, Biaggi und Checa.

Acht Runden vor Schluss übernahm Giugliano die Führung und Rea wurde auch von den Altmeistern Biaggi und Checa überholt. Der Brite konnte die Pace nicht mehr halten und fiel immer weiter zurück. Die Rundenzeiten bei Fahrern wie Rea, Haslam und Melandri brachen um über eine Sekunde im Vergleich zur Spitze ein. Rookie Giugliano kämpfte fünf Runden vor Schluss gegen die beiden Weltmeister Biaggi und Checa.

Erstmals in seiner Karriere führte der 22-Jährige ein Rennen an und wie bereits Assen gezeigt hat, gibt es bei Althea keine Stallorder. Drei Runden vor Schluss machte Biaggi ernst und überholte Giugliano in der ersten Kurve. Wenige Meter später zog Checa locker nach. Schließlich wurde der Sieg zwischen den beiden Routiniers entschieden. Checa klebte am Hinterrad der Aprilia, aber bis zur Ziellinie bot ihm Biaggi keine Chance.

Biaggi baut WM-Führung aus

Somit feierte der Römer seinen zweiten Saisonsieg in diesem Jahr und baute seine WM-Führung aus. Ein Italiener gewann mit einer italienischen Maschine in Italien – auch wenn das Rennen offiziell unter der Flagge von San Marino geführt wird. Checa hatte auf der Linie drei Zehntelsekunden Rückstand. Von den Startplätzen zehn beziehungsweise 16 spielten die beiden Routiniers ihre gesamte Erfahrung und Klasse aus. Rookie Giugliano sah die karierte Flagge schließlich als Dritter. Er hatte sein Talent eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Platz vier ging an Pole-Setter Sykes, der acht Sekunden Rückstand hatte. Reas Rundenzeiten wurden immer langsamer, aber er konnte noch Rang fünf retten. Die BMW-Piloten hatten große Probleme mit ihren Reifen. Die Rundenzeiten brachen immer mehr ein. Melandri gab sogar kurz vor Schluss an der Box auf. Haslam rutschte bis auf Platz zwölf ab. Auch Badovini fiel in den letzten Runden noch auf Position elf zurück.

Ein starkes Rennen fuhr Chaz Davies (ParkinGO-Aprilia). Von Startplatz 21 wurde der amtierende Supersport-Weltmeister Sechster und hielt knapp Eugene Laverty auf der zweiten Werks-Aprilia in Schach. Das Liberty-Ducati-Duo Sylvain Guintoli und Jakub Smrz kamen auf den Positionen acht und neun ins Ziel. Bester Suzuki-Mann war Leon Camier als Zehnter. Hinter Haslam sammelten Maxime Berger (Liberty), Michel Fabrizio (BMW Italia) und Wildcard-Starter Matteo Baiocco (Barni-Ducati) die letzten Punkte. Die beiden Ex-MotoGP-Piloten Hiroshi Aoyama (Honda) und John Hopkins (Crescent-Suzuki) gingen leer aus.

Misano Adriatico – FIM Superbike World Championship – Race 1

1. Max Biaggi (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 38’58.471
2. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 38’58.776
3. Davide Giugliano (Althea Racing) Ducati 1098R 39’02.974
4. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’07.329
5. Jonathan Rea (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 39’10.098
6. Chaz Davies (ParkinGO MTC Racing) Aprilia RSV4 Factory 39’10.729
7. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’11.022
8. Sylvain Guintoli (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 39’12.032
9. Jakub Smrz (Liberty Racing Team Effenbert) Ducati 1098R 39’15.485
10. Leon Camier (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’16.832
11. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 39’18.500
12. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 39’20.553
13. Maxime Berger (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 39’21.437
14. Michel Fabrizio (BMW Motorrad Italia GoldBet) BMW S1000 RR 39’25.485
15. Matteo Baiocco (Barni Racing Team Italia) Ducati 1098R 39’29.604
16. Hiroshi Aoyama (Honda World Superbike Team) Honda CBR1000RR 39’30.190
17. John Hopkins (FIXI Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 39’30.373
18. Niccolò Canepa (Red Devils Roma) Ducati 1098R 39’42.241
19. Leandro Mercado (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 39’53.542
20. Federico Sandi (Grillini Progea Superbike Team) BMW S1000 RR 39’04.464
RT. Marco Melandri (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 34’29.084
RT. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 21’15.803
RT. David Salom (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 26’56.581
RT. Lorenzo Zanetti (PATA Racing Team) Ducati 1098R 9’54.565

Text von Gerald Dirnbeck

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