Eugene Laverty - © Aprilia

© Aprilia – Eugene Laverty holte in Lauf zwei den wichtigen Heimsieg für Aprilia

Auch im zweiten Rennen der Superbike-WM in Monza entwickelte sich eine enge Windschattenschlacht zwischen den beiden Aprilia-Werksfahrern Eugene Laverty und Sylvain Guintoli sowie Marco Melandri (BMW) und Tom Sykes (Kawasaki).

In der letzten Runde kämpften nur noch Melandri und Laverty gegeneinander um den Sieg. Im Gegensatz zum ersten Rennen konnte Melandri diesmal Laverty nicht in der Parabolica überholen. Laverty machte alles richtig und feierte nach 2011 seinen dritten Sieg im königlichen Park.

Für Laverty war es schon der dritte Triumph in dieser Saison und für Aprilia der wichtige Heimsieg in Italien. Melandri musste sich auf der Ziellinie hauchdünn geschlagen geben. Diskussionen gab es nach dem Rennen über den dritten Platz von Sykes. Der Brite kürzte in der letzten Runde die zweite Schikane ab, kam aber wieder vor Guintoli auf die Strecke. In dieser Reihenfolge fuhren die beiden auch ins Ziel. Trotz Diskussionen kletterte Sykes auf das Siegerpodest. Guintoli behielt mit Rang vier seine WM-Führung. Der Deutsche Max Neukirchner wurde mit der unterlegenen Ducati Panigale Zehnter.

Als die Fahrer in die Aufwärmrunde starteten, schob Loris Baz seine Kawasaki in die Boxengasse. Die ZX-10R sprang wieder an, aber der Franzose musste aus der Boxengasse starten. Als zum zweiten Mal an diesem Nachmittag die Lichter der Startampel ausgingen, preschten die Superbike-Asse auf die erste Schikane zu. Laverty übernahm vor Sykes die Führung. Auf Platz drei reihte sich Davide Giugliano (Althea-Aprilia) ein, der sofort von Melandri in der zweiten Schikane attackiert wurde. Dahinter hatten sich Jonathan Rea (Honda), Guintoli und Chaz Davies (BMW) einsortiert.

Giugliano war angriffslustig, denn am Ende der ersten Runde überholte der Italiener Sykes in der Parabolica für Platz zwei. In der zweiten Runde unterlief ihm allerdings in der zweiten Schikane der entscheidende Fehler. Giugliano wäre beinahe Laverty aufgefahren. Mit Glück fing er die Aprilia ab, aber er musste die asphaltierte Auslaufzone nutzen. Davies war davon irritiert und folgte Giugliano ebenfalls durch die Auslaufzone. Beide verloren einige Plätze. Kurz darauf stürzte Jules Cluzel am Ausgang der zweiten Lesmo-Kurve von seiner Crescent-Suzuki und schied aus.

In der Anfangsphase kristallisierte sich das gleiche Spitzenquartett wie in Lauf eins heraus: Laverty führte nach drei Runden vor Sykes, Melandri und Guintoli. Davies hetzte diesen vier Fahrern als Fünfter nach, hatte durch den Fehler aber schon einige Motorradlängen Rückstand. Zu Beginn der fünften Runde fuhr Davies in der ersten Schikane geradeaus. Der Brite verlor aber keine Position. Michel Fabrizio (Red-Devils-Aprilia) unterlief kurz darauf im Zweikampf mit Giugliano der gleiche Fehler an der gleichen Stelle. Für Davies war das Wochenende zu Beginn der zweiten Rennhälfte durch Sturz vorbei.
In der ersten Rennhälfte ging es wieder im Spitzenquartett zu Sache. Laverty führte weiterhin, doch dahinter kämpfte sich Guintoli an Sykes und Melandri vorbei. Der Franzose schnappte sich schließlich auch die Führung von seinem Teamkollegen. Es blieb bis zum Schluss spannend. Die Top 4 beobachteten sich und tasteten ab, wann und wo der beste Moment für den Angriff war. Schach bei über 330 km/h.

Entscheidung in der letzten Runde
In der vorletzten Runde überholte Lavery in der Ascari-Schikane seinen Teamkollegen Guintoli und übernahm die Führung. Gleich darauf zog auch Melandri in der Parabolica an dem Franzosen vorbei. Guintoli wollte zu Beginn der letzten Runde in der ersten Schikane kontern, aber er kam nicht an Melandri vorbei. Sykes verbremste sich in der zweiten Schikane, fuhr geradeaus und sortierte sich vor Guintoli als Dritter ein.

Der Sieg war somit nur noch ein Duell zwischen Laverty und Melandri. Melandri versuchte es auf der Geraden hinter der Box auf der Bremse für die Parabolica, aber es klappte nicht. Er konnte sich nicht neben Laverty bremsen. Der Aprilia-Werksfahrer machte diesmal alles richtig. Melandri konnte ihm bis zum Zielstrich nicht mehr einholen und hatte auf der Linie 0,143 Sekunden Rückstand.

Laverty holte für Aprilia den wichtigen Heimsieg. Es war nach Phillip Island und Assen schon sein dritter Saisonsieg. „Ein sehr guter Tag für uns. Ich bin in beiden Läufen auf das Podium gekommen. In der WM komme ich immer näher heran“, sieht er sein persönliches Gesamtbild positiv. „Mit dem Handling des Motorrades im ersten Rennen war ich nicht so zufrieden. Im zweiten Rennen habe ich versucht es besser zu machen. Jetzt freue ich mich auf Donington.“

Guintoli behält WM-Führung
Melandri war nach dem Sieg im ersten Rennen nicht zu enttäuscht von der knappen Niederlage. Die Fans hatten ihn frenetisch angefeuert. „Hier in Monza das erste Rennen zu gewinnen war sensationell. Jetzt war ich eigentlich noch schneller. Mir sind aber kleine Fehler unterlaufen, als ich versucht habe Eugene einzuholen. Das Ergebnis ist sehr gut, wenn man bedenkt, wie schwierig unsere Saison bisher verlaufen ist.“

Sykes kam als Dritter vor Guintoli über die Ziellinie. Guintoli nahm in der letzten Runde das Tempo heraus und sah die karierte Flagge als Vierter. Im Ziel diskutierten Sykes und Guintoli über die Situation in der zweiten Schikane. „Ich habe genau das gemacht, wie die Instruktionen am Donnerstag gelautet haben“, sieht Sykes kein Problem mit dem Manöver. In der WM liegt Guintoli weiterhin an der Spitze, doch sein Vorsprung ist geschmolzen. Laverty ist bis auf 13 Punkte herangekommen. Sykes hat als Dritter 18 Zähler Rückstand.

Im Verfolgerfeld setzte sich Fabrizio gegen seinen Landsmann Giugliano durch und belegte Platz fünf. Dahinter folgten Leon Camier (Crescent-Suzuki) und Baz, der aus der Boxengasse noch auf Position acht fuhr. Die beiden Ducati-Fahrer Ayrton Badovini und Neukirchner komplettierten die Top 10.

Auf den letzten Punkterängen landeten Fabrizio Lai (Pedercini-Kawasaki), Vittorio Iannuzzo (Grillini-BMW) und Federico Sandi (Pedercini-Kawasaki). Mehr als 13 Fahrer kamen nicht ins Ziel. Honda-Ass Rea steuerte schon früh die Boxen an und gab auf. Sein Teamkollege Kosuke Akiyoshi, der den verletzten Leon Haslam vertrat, schied durch Sturz aus. Mark Aitchison stellte seine betagte Ducati mit technischen Problemen an der Liberty-Box ab. Die nächsten Rennen finden am 26. Mai im britischen Donington statt.

Ergebnisse SBK-WM Monza 2013 Rennen 2

1. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 30’59.653
2. Marco Melandri (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 30’59.796
3. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 31’00.378
4. Sylvain Guintoli (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 31’01.272
5. Michel Fabrizio (Red Devils Roma) Aprilia RSV4 Factory 31’09.618
6. Davide Giugliano (Althea Racing) Aprilia RSV4 Factory 31’09.719
7. Leon Camier (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 31’11.894
8. Loris Baz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 31’29.424
9. Ayrton Badovini (Team Ducati Alstare) Ducati 1199 Panigale R 31’34.658
10. Max Neukirchner (MR-Racing) Ducati 1199 Panigale R 31’41.410
11. Fabrizio Lai (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 31’52.232
12. Vittorio Iannuzzo (Grillini Dentalmatic SBK) BMW S1000 RR 32’28.425
13. Federico Sandi (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 31’06.572
RT. Chaz Davies (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 19’01.771
RT. Jonathan Rea (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 11’20.596
RT. Kosuke Akiyoshi (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 7’06.643
RT. Mark Aitchison (Team Effenbert Liberty Racing) Ducati 1098R 5’31.798
RT. Jules Cluzel (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 1’47.465

Text von Gerald Dirnbeck

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