Tom Sykes - © Kawasaki

© Kawasaki – Tom Sykes gelang am Nürburgring der sechste Saisonsieg

Das erste Rennen der zehnten Runde der Superbike-Weltmeisterschaft 2013 auf dem Nürburgring endete mit einer großen Schrecksekunde. Nach einem heftigen Abflug von zunächst Jonathan Rea (Honda) und anschließend Leon Camier (Crescent-Suzuki) wurde das Rennen in der 19. von 20 geplanten Runden mit der roten Flagge abgebrochen.

Davon profitierte Tom Sykes (Kawasaki), der als Sieger gewertet wurde, obwohl er kurz zuvor von Marco Melandri (BMW) überholt wurde. Der Italiener wurde Zweiter, Teamkollege Chaz Davies bescherte seinem Hersteller bei dessen Heimspiel als Dritter einen weiteren Podiumsplatz.

Doch das sportliche Geschehen war zunächst nur von zweitrangiger Bedeutung und wurde von der Sorge um Rea und Camier überlagert. Auslöser der Stürze der beiden Briten war Federico Sandi (Pedercini-Kawasaki). Vor dem Schumacher-S ging der Motor seiner Kawasaki hoch und verteilte reichlich Öl auf der Strecke. Sandi kam selbst zu Sturz, doch sein Ausrutscher war noch harmlos im Vergleich zu dem, war kurz darauf passieren sollte.

Während die führenden drei Piloten die Ölspur noch umfahren konnten, war Rea chancenlos. Beim Anbremsen der schnellen Links-Recht-Kombination rutschte das Vorderrad seiner Honda schlagartig weg. Das Motorrad flog mit hoher Geschwindigkeit über das Kiesbett und schlug heftig in die Streckenbegrenzung ein. Rea blieb benommen im Kiesbett liegen, war aber bei Bewusstsein.

WM-Kampf spitzt sich zu
Wenige Sekunden darauf geriet auch Camier auf die Ölspur und flog ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit ab. Seine Suzuki wurde dabei vom Kiesbett in die Luft katapultiert und landete hinter der Leitplanke. Den Bildern nach zu urteilen wurde jedoch glücklicherweise niemand vom umherfliegenden Motorrad getroffen. Camier wurde per Rettungshubschrauber zur Untersuchung ins Krankenhaus geflogen. Die Rennleitung tat nach den Unfällen das einzig richtige und brach das Rennen mit der roten Flagge ab.

Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Melandri in Führung, der Sykes mit einem gekonnten Ausbremsmanöver zu Beginn der Runde am Ende der Start- und Zielgeraden überholt hatte. Da jedoch der Stand bei der letzten Zieldurchfahrt gewertet wurde, ging der Sieg an Sykes. Der Kawasaki-Pilot hatte schon am Start die Führung übernommen und kontrollierte zunächst das Feld an der Spitze. Dahinter lieferten sich die beiden BMW-Piloten ein heißes Teamduell. Zwischenzeitlich überholte Davies Melandri, doch der Italiener konterte und verkürzte anschließend den Rückstand auf Sykes, der sich zwischenzeitlich ein wenig abgesetzte hatte.

Da Rea nach seinem Ausfall nicht gewertet wurde, rückte Sylvain Guintoli (Aprilia) auf Position vier nach vorne. Der Franzose betrieb damit nach Position acht in der Superpole erfolgreiche Schadensbegrenzung und rettete seine WM-Führung, wenn auch nur äußerst knapp. Nach dem ersten Rennen am Nürburgring hat der Aprilia-Pilot nur noch einen Punkt Vorsprung auf Sykes. Hinter Guintoli landeten mit Davide Giugliano (Althea) und Michel Fabrizio (Red-Devils-Roma) zwei weitere Aprilia-Piloten auf den Plätzen fünf und sechs, gefolgt von Leon Haslam (Honda) und Jules Cluzel (Crescent-Suzuki).

Frühes Aus für Neukirchner
Polesetter Ayrton Badovini (Alstare-Ducati), der gestern bei nassen Bedingungen in der Superpole sensationell auf den ersten Startplatz gefahren war, konnte diese Position im Rennen nicht einmal ansatzweise halten. Schon am Start fiel der Italiener von eins auf sechs zurück und wurde anschließend bis auf Position zwölf durchgereicht. Durch die Ausfälle wurde Badovini letztendlich auf Position neun gewertet Teamkollege Carlos Checa kam unmittelbar hinter Badovini auf Position zehn ins Ziel und verbesserte sich damit von Startplatz 18 aus immerhin um acht Plätze.

Die beiden Wild-Card-Starter Matej Smrz (Yamaha) und Markus Reiterberger (BMW), die normalerweise in der Superbike-Klasse der Internationalen-Deutschen-Motorradmeisterschaft gegeneinander kämpfen, setzten ihr Duell auch beim Gaststart in der Superbike-WM fort. Beide fuhren in die Punkteränge und kämpften um den 14. Platz, wobei die Reihenfolge mehrmals wechselte. Im Ziel hatte Smrz die Nase vorne und wurde vor Reiterberger als guter Zwölfter gewertet.

Enttäuschend verlief das erste Rennen für Eugene Laverty (Aprilia). In Runde vier kam der Brite ausgangs der Mercedes-Arena zu Sturz, nachdem das Vorderrad seiner RSV4 wegrutschte. Laverty konnte sich jedoch aufrappeln nahm das Rennen wieder auf, musste sein beschädigtes Motorrad aber in die Box steuern. Mit zwei Runden Rückstand fuhr der Brite dem Feld hinterher und kam als 15. ins Ziel.

Für Max Neukirchner (MR-Ducati) war der erste Lauf bei seinem Heimspiel schon früh beendet. Bereits in der ersten Runde rollte der Stollberger vor der NGK-Schikane mit technischen Problemen aus. Loris Baz (Kawasaki), der das Rennen von Startposition vier hätte aufnehmen sollen, trat nach seinem Sturz im Warmup nicht zum ersten Lauf an. Der Franzose befand sich noch zur Untersuchung im Krankenhaus, ob er im zweiten Rennen (ab 15:30 Uhr) teilnehmen kann, steht noch nicht fest.

Ergebnisse Superbike-WM Nürburgring Rennen1:

1. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 32’38.184
2. Marco Melandri (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 32’38.453
3. Chaz Davies (BMW Motorrad GoldBet SBK) BMW S1000 RR 32’38.898
4. Sylvain Guintoli (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 32’44.611
5. Davide Giugliano (Althea Racing) Aprilia RSV4 Factory 32’46.710
6. Michel Fabrizio (Red Devils Roma) Aprilia RSV4 Factory 32’51.418
7. Leon Haslam (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 32’52.002
8. Jules Cluzel (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 32’56.910
9. Ayrton Badovini (Team Ducati Alstare) Ducati 1199 Panigale 32’59.233
10. Carlos Checa (Team Ducati Alstare) Ducati 1199 Panigale 33’00.958
11. Mark Aitchison (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 33’11.468
12. Matej Smrz (Yamaha Motor Deutschland) Yamaha YZF R1 33’26.513
13. Markus Reiterberger (Vanzon-Remeha-BMW) BMW S1000 RR 33’26.811
14. Vittorio Iannuzzo (Grillini Dentalmatic SBK) BMW S1000 RR 34’10.714
15. Eugene Laverty (Aprilia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 32’59.271
RT. Jonathan Rea (Pata Honda World Superbike) Honda CBR1000RR 32’39.160
RT. Leon Camier (Fixi Crescent Suzuki) Suzuki GSX-R1000 32’44.861
RT. Federico Sandi (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 33’18.214
RT. Max Neukirchner (MR-Racing) Ducati 1199 Panigale 25’41.089

Text von Markus Lüttgens

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