Jonas Folger - © Tech3

© Tech3 – Jonas Folger ist beim zweiten Wintertest der beste MotoGP-Rookie

„Ich denke, wir müssen mit diesen Ergebnissen bei diesem Test zufrieden sein“, sagt Jonas Folger nach seinem sensationellen vierten Platz am letzten Tag des Wintertests in Australien.

„Gleichzeitig kommt es auch ein wenig überraschend“, muss er dann doch zugeben. Folger zeigte in Phillip Island an allen drei Tagen sehr gute und konstante Leistungen. Seine persönliche Bestzeit von 1:29.042 Minuten brachte ihn am Vormittag auf den dritten Platz. Erst später wurde er noch hauchdünn von Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa verdrängt. Eine knappe halbe Sekunde fehlte Folger auf die Spitze.

„Wie schon gestern war ich auch heute über meine Rundenzeit erstaunt. Vor allem, dass ich diese eigentlich auf Anhieb sehr früh fahren konnte. Aber nicht nur meine schnellste Rundenzeit war überaus stark, sondern auch unsere Pace insgesamt. In besagten Run war ich in jeder Runde fast gleich schnell“, betont Folger und fügt hinzu: „Der positivste Aspekt ist allerdings, dass wir mit gebrauchten Reifen konstant schnell waren.“

Am Nachmittag hatte der Deutsche einen harmlosen Sturz, konnte aber kurz darauf wieder auf die andere Yamaha steigen. Sein Testfazit fällt überaus positiv aus: „Die guten Bedingungen an diesen drei Tagen ermöglichten es uns, viel mit der Elektronik arbeiten zu konnten. Gestern und auch heute haben wir uns ausschließlich auf dieses Thema konzentriert und mit gebrauchten Reifen gearbeitet. Am Nachmittag haben wir das zweite Bike für eine Rennsimulation mit neuen Reifen und vollem Tank vorbereitet.“

Harmloser sturz bei Longrun
„Leider wurde dieser Run wegen eines Sturzes in Kurve 6 abrupt beendet. Mit vollem Tank ist mir das Vorderrad eingeklappt“, erklärt Folge das Missgeschick. „Ich war daraufhin etwas verunsichert, weil ich diesen Test auf gar keinen Fall auf diese Art und Weise beenden wollte. Daher war es wichtig, dass ich anschließend mit dem anderen Motorrad gleich wieder rausgefahren bin. Dieses Bike war allerdings anders abgestimmt. Erstens war es leichter, sowie die Balance mehr auf das Hinterrad verlagert.“

Aufgrund dieser Abstimmung konnte Folger keine Rennsimulation fahren und kam nach elf Runden zurück an die Tech-3-Box. „Aber in jeder dieser Runden wurde ich schneller und zum Abschluss des Tests fuhr ich nochmals eine 1:29.3. Im Nachhinein hat sich dieser Schritt als richtig erwiesen, weil das Vertrauen sofort wieder vorhanden war, sowie es auch extrem wichtig war, das Gefühl schnellstens wieder zurückzuerlangen.“

„Außerdem bestätigte der letzte Run auch, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Mit gebrauchten Reifen fuhr ich konstant im Bereich niedriger 1:29er Zeiten. Wir alle sind daher mit unseren Fortschritten zufrieden. Wir haben im Verlauf dieser drei Tage sehr viele und nützliche Information gesammelt. Darüber hinaus ist es mir gut gelungen, meinen Fahrstil dieser Piste optimal anzupassen. Man muss hier sehr gefühlvoll fahren und den Speed in den Kurven mitnehmen, sowie auch das nötige Vertrauen in das Motorrad haben. Es gibt auf Phillip Island viele Stellen, wo man in sehr hoher Geschwindigkeit das Bike umlegt.“

Gute Leistung steigert Selbstvertrauen
Gemeinsam mit Crew-Chief Nicolas Goyon feilte Folger auch an seinem Fahrstil. Die Linienwahl ist auf Phillip Island wichtig und teilweise anders als mit dem Moto2-Bike. „Gegenüber dem letzten Test in Sepang habe ich mich vor allem im Kurvenein- und ausgang fahrerisch verbessert“, berichtet der Deutsche. „In diesen Bereichen fahre ich jetzt viel sanfter und beanspruche die Reifen weniger. Trotzdem bin ich immer noch schnell. Diese Erfahrung werde ich versuchen nach Katar mitzunehmen und auf diesem Level dort weiterzumachen.“

Mit seiner Vorstellung zog Folger auch die Blicke der Konkurrenz auf sich. Er war nicht nur für eine Runde schnell, sondern hinterließ insgesamt einen sehr guten Eindruck. „Bislang haben wir einen großartigen Job gemacht“, grinst er über beide Ohren. „Diese Tatsache gibt uns viel Selbstvertrauen. Doch ich selbst muss ruhig bleiben und darf nicht zu viel erwarten, auch wenn wir nicht nur uns selbst, sondern auch einige andere überrascht haben.“

„Bis jetzt sind wir ja nur Tests gefahren. Aber wenn wir beim letzten Test in zwei Wochen auf dem Losail Circuit so weitermachen wie hier, dann können wir dem ersten Rennen einigermaßen gelassen entgegenblicken. Ich bin auf jeden Fall mit meinen Leistungen sehr, sehr happy.“

Die Testzeiten aus Phillip Island (Freitag):
01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:28.549 Minuten (101 Runden)
02. Marc Marquez (Honda) +0,294 Sekunden (96)
03. Dani Pedrosa (Honda) +0,484 (65)
04. Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +0,493 (63)
05. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,552 (85)
06. Alex Rins (Suzuki) +0,554 (66)
07. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,699 (73)
08. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,793 (75)
09. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +0,809 (93)
10. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,812 (65)
11. Valentino Rossi (Yamaha) +0,921 (52)
12. Andrea Iannone (Suzuki) +0,998 (77)
13. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,066 (57)
14. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +1,121 (87)
15. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +1,242 (83)
16. Pol Espargaro (KTM) +1,308 (62)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,428 (71)
18. Bradley Smith (KTM) +1,429 (73)
19. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +1,435 (74)
20. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,456 (74)
21. Sam Lowes (Aprilia) +1,651 (57)
22. Karel Abraham (Aspar-Ducati) +1,903 (61)

Text von Gerald Dirnbeck

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