Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Valentino Rossi ist auch mit 36 Jahren noch schnell genug für die MotoGP

Von Montag bis Donnerstag bereiten sich die MotoGP-Piloten beim zweiten Sepang-Test für die neue Saison vor. Im Fokus des Interesses stand am ersten Testtag die neue Ducati Desmosedici GP15, die erstmals von den beiden Werkspiloten Andrea Dovizioso und Andrea Iannone eingesetzt wurde. Zudem schickte Yamaha die Werkspiloten mit einer Evolution des Seamless-Getriebes auf die Strecke. Suzuki hatte ebenfalls Updates im Gepäck.

Schnellster Fahrer am Montag war Altmeister Valentino Rossi (Yamaha), der bei den hohen Temperaturen in Sepang 2:00.414 Minuten für seinen schnellsten Umlauf benötigte. Der 36-Jährige war damit etwas langsamer als am ersten Testtag des ersten Sepang-Tests vor zweieinhalb Wochen. Durch die höheren Temperaturen waren die Bedingungen nicht so gut wie beim ersten Kräftemessen. ein Gewitterschauer etwa eineinhalb Stunden vor Testende brachte Rossis Gegner um die Chance, ihre Zeiten zu verbessern. Auch wenn einige Fahrer auf der nassen Strecke Erfahrungen sammelten, blieb Rossis Tagesbestzeit bestehen.

Yamaha stellte Rossi und Teamkollege Jorge Lorenzo das neue Seamless-Getriebe zur Verfügung. Offen ist, ob die neue Schalteinheit das Niveau des Honda-Getriebes erreicht hat. Yamaha wollte nicht bestätigen, dass das neue Getriebe bei jedem Gangwechsel nahtlos arbeitet. Offiziell bezeichnen die Japaner das Update als eine Evolution des seit Herbst 2013 eingesetzten Seamless-Getriebes.

Lorenzo hatte Schwierigkeiten, das Tempo von Teamkollege Rossi mitzugehen. Der Spanier beendete den ersten Tag nur auf Position fünf und scheiterte um siebeneinhalb Zehntelsekunden an Rossis Tagesbestzeit. Honda-Werkspilot Dani Pedrosa war am Montag der erste Verfolger von Rossi. Bereits beim ersten Sepang-Test machte der langjährige Honda-Pilot mit starken Longrun-Zeiten auf sich aufmerksam. Etwas mehr als eine Zehntelsekunde fehlte Pedrosa zu Beginn des zweiten Sepang-Tests auf Rossi.

Pol Espargaro auf Position drei

Bester Nicht-Werkspilot war Pol Espargaro. Der Tech-3-Yamaha-Pilot beendete den Montag auf Position drei und lag 0,462 Sekunden zurück. Bruder Aleix Espargaro überraschte mit seiner Werks-Suzuki auf Position vier. Etwa sechseinhalb Zehntelsekunden fehlten dem Spanier auf die Tagesbestzeit. Suzuki brachte eine neue Verkleidung nach Sepang. Zwischen den beiden Tests fanden in Japan Windkanal-Tests statt, um vor allem die Aerodynamik des groß gewachsenen Espargaro zu verbessern. Ein harmloser Sturz in Kurve neun blieb für Espargaro ohne Folgen.

Weltmeister Marc Marquez (Honda) ließ es am Montag ruhig angehen und wurde als sechstschnellster Fahrer gewertet. Marquez war von der Testbestzeit des ersten Sepang-Tests weit entfernt und hatte 0,776 Sekunden Rückstand auf Rossi. Markenkollege Cal Crutchlow setzte mit seiner LCR-Honda ein positives Zeichen und beendete den Tag auf Position sieben.

Landsmann Bradley Smith folgte mit seiner Tech-3-Yamaha auf Position acht und musste teamintern eine erneute Niederlage hinnehmen. In der neuen Saison dürfte es der Brite schwer haben, Teamkollege Espargaro herauszufordern. Deutlich erfreulicher lief Tag eins für Suzuki-Werkspilot Maverick Vinales, der mit der GSX-RR in die Top 10 vorstoßen konnte und als Neunter gerade einmal 0,903 Sekunden Rückstand hatte.

Ducati hat noch viel Arbeit

Bei Ducati machte man am Montag Vergleichstests zwischen der GP14.3 und der GP15. Werkspilot Dovizioso rundete in der Tageswertung die Top 10 ab und hatte 0,941 Sekunden Rückstand auf Rossis Bestzeit. Teamkollege Iannone landete nur auf Position 15. Mehr als 1,7 Sekunden trennten Iannone von der Spitze.

Scott Redding (Honda), Alvaro Bautista (Aprilia), Hector Barbera (Open-Ducati) und Nicky Hayden (Open-Honda) schoben sich zwischen die beiden Werks-Ducatis. Somit war Barbera mit seiner Ducati der schnellste Open-Pilot. Diesen Anspruch hat auch Stefan Bradl, doch der Deutsche erlebte einen enttäuschenden Tag und landete nur auf Position 18. Bradls Rückstand betrug etwa zwei Sekunden. Forward-Teamkollege Loris Baz war mit seiner Open-Yamaha als 24. weitere neun Zehntelsekunden langsamer.

Auch die anderen Rookies haben noch viel Arbeit: Aspar-Pilot Eugene Laverty war als 20. immerhin schneller als LCR-Pilot Jack Miller, der auf Position 22 landete. Nach wie vor enttäuschend läuft es bei MotoGP-Rückkehrer Marco Melandri, der mit seiner Aprilia erneut der langsamste Pilot auf der Strecke war. Immerhin gelang es dem Italiener, den Rückstand etwas zu reduzieren. Am Ende trennten ihn 3,586 Sekunden von Landsmann Rossi. Teamkollege Bautista war aber mehr als zwei Sekunden schneller.

Die Testzeiten aus Sepang (Montag):
1. Valentino Rossi (Yamaha) 2:00.414 Minuten (54 Runden)
2. Dani Pedrosa (Honda) 2:00.543 (52)
3. Pol Espargaro (Yamaha) 2:00.876 (45)
4. Aleix Espargaro (Suzuki) 2:01.055 (39)
5. Jorge Lorenzo (Yamaha) 2:01.162 (51)
6. Marc Marquez (Honda) 2:01.190 (43)
7. Cal Crutchlow (Honda) 2:01.222 (43)
8. Bradley Smith (Yamaha) 2:01.241 (51)
9. Maverick Vinales (Suzuki) 2:01.317 (50)
10. Andrea Dovizioso (Ducati) 2:01.355 (23)
11. Scott Redding (Honda) 2:01.967 (52)
12. Alvaro Bautista (Aprilia) 2:01.740 (51)
13. Hector Barbera (Ducati) 2:01.926 (39)
14. Nicky Hayden (Honda) 2:02.062 (41)
15. Andrea Iannone (Ducati) 2:02.142 (30)
16. Danilo Petrucci (Ducati) 2:02.225 (35)
17. Karel Abraham (Honda) 2:02.394 (28)
18. Stefan Bradl (Forward-Yamaha) 2:02.410 (42)
19. Yonny Hernandez (Ducati) 2:02.606 (29)
20. Eugene Laverty (Honda) 2:02.730 (45)
21. Mike di Meglio (Ducati) 2:02.941 (33)
22. Jack Miller (Honda) 2:03.006 (35)
23. Michele Pirro (Ducati) 2:03.105 (35)
24. Loris Baz (Forward-Yamaha) 2:03.316 (37)
25. Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) 2:03.337 (43)
26. Alex De Angelis (ART) 2:03.966 (45)
27. Marco Melandri (Aprilia) 2:04.000 (42)

Text von Sebastian Fränzschky

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