Chaz Davies - © Ducati

© Ducati – Mit seinem vierten Saisonsieg ist Chaz Davies neuer WM-Zweiter

Jonathan Rea hat sich in Sepang noch nicht zum Superbike-Weltmeister gekrönt, aber der Kawasaki-Werksfahrer hat den Titel so gut wie sicher.

Nach seinem Sieg im ersten Rennen musste sich der Brite in Lauf zwei der Ducati von Chaz Davies knapp geschlagen geben. Da Tom Sykes (Kawasaki) nach einem Sturz nur zwei WM-Punkte sammelte, ist Davies neuer WM-Zweiter, aber sein Rückstand auf Rea beträgt 144 Punkte. Das bedeutet, dass Rea beim nächsten Rennen in Jerez nur einen zehnten Platz braucht, um den WM-Titel zu gewinnen.

Eine entscheidende Szene spielte sich beim zweiten Lauf in Malaysia schon beim Start ab, als der Traum vom zweiten Podestplatz an diesem Wochenende für Max Biaggi platzte. In der ersten Kurve wurde der Römer zwischen Sylvain Guintoli (Honda) und Sykes eingeklemmt und stürzte. Biaggi brachte seine Aprilia zurück an die Box und gab auf. Sykes fiel durch diesen Zwischenfall weit zurück und beendete die erste Runde nur an der 14. Stelle, während Davies vor Rea führte.

Sykes startete eine Aufholjagd, doch in Runde sechs stürzte der Brite auf Platz sieben liegend in Kurve neun. Er fuhr zwar weiter, doch mehr als Platz 14 war nicht möglich. An der Spitze kontrollierte Davies das Rennen von der ersten Runde an und fuhr einen Vorsprung von rund drei Sekunden auf Rea heraus. In der Schlussphase wurde es noch einmal spannend: Rea holte mit großen Schritten auf und befand sich in der letzten Runde plötzlich im Windschatten der Ducati.

„Als ich 1,8 Sekunden Vorsprung hatte, war ich mir fast sicher, dass ich es durchhalten könnte“, blickt Davies auf sein Rennen. „Der Reifen baut hier aber extrem ab. Schon im Training haben die Reifen nach elf Runden dramatisch nachgelassen, jetzt war es ähnlich. Ich habe versucht sauber und ohne Fehler zu fahren. Dann habe ich gesehen, dass ich in der vorletzten Runde eine Sekunde verloren hatte. Mir war klar, dass Johnny da sein würde. Ich wurde langsamer, während er sein Tempo halten konnte.“

Rea verfolgte konsequent seine Taktik: „Ich habe meine Pace gehalten, mein Rhythmus und meine Rundenzeiten waren das ganze Rennen konstant. Die Strategie war etwas anders, weil Chaz in den ersten zwei Renndritteln stark gepusht hat. Ich habe die Reifen geschont. Ich hatte den zweiten Platz schon akzeptiert, aber dann habe ich auf meiner Boxentafel gesehen, dass mein Rückstand geringer wurde. Dann habe ich mir gesagt, dass ich heute eine Chance auf den Sieg und den WM-Titel habe.“

Die Entscheidung fiel in der letzten Kurve: Rea überholte Davies auf der Gegengeraden, aber Davies stach in der Zielkurve innen hinein. Es kam zur Berührung, aber beide blieben sitzen! Das Beschleunigungsrennen zur Ziellinie entschied Davies mit einem Vorsprung von 0,091 Sekunden vor Rea. „Es war ein tolles Duell in der letzten Kurve“, lacht Davies. „Johnny hatte einen Vorteil, aber ich musste etwas probieren. Als wir uns berührten dachte ich für einen Moment, dass alles vorbei ist. Wir werden diesen süßen Sieg nun genießen.“

Mit seinem vierten Saisonsieg vertagte Davies die WM-Entscheidung. „Vor der letzten Kurve war ich schon vorbei, aber Chaz öffnete die Bremse und probierte es“, seufzt Rea, ärgert sich aber nicht zu sehr: „Ich kann jetzt relaxt in die Sommerpause gehen.“ Hinter Rea kletterte Jordi Torres (Aprilia) als Dritter auf das Podest: „Es war ein schwieriges Rennen, denn die Hitze hat die Reifen aufgefressen. Man musste sanft mit dem Gas umgehen, außerdem musste ich die Motorbremse anders einstellen, um den Hinterreifen zu schonen. Am Ende bin ich Dritter, darüber freue ich mich sehr.“ Zum zweiten Mal in seiner Rookie-Saison kletterte Torres als Dritter auf das Podest.

Weltmeister Guintoli bestätigte mit dem vierten Platz seine Leistung vom ersten Rennen. Der Franzose setzte sich knapp gegen seinen Honda-Teamkollegen Michael van der Mark und Leon Haslam (Aprilia) durch. Als Siebter sah der Spanier David Salom (Kawasaki) die karierte Flagge. Dahinter rundeten Alex Lowes (Crescent-Suzuki), Matteo Baiocco (Ducati) und Roman Ramos (Kawasaki) die Top 10 ab. Nun muss Rea einige Wochen warten, bis er (wahrscheinlich) seinen WM-Titel feiern kann. Die nächste Station findet am 20. September in Jerez (Spanien) statt.

Ergebnisse Rennen 2 Sepang 2015

1 6 7 C. DAVIES GBR Aruba.it Racing-Ducati SBK Team Ducati Panigale R 16 2’04.707 300,0 2’04.179 297,5 20 25 308 2
2 7 65 J. REA GBR Kawasaki Racing Team Kawasaki ZX-10R 16 0.091 2’04.730 303,4 2’04.207 300,8 25 20 452 1
3 2 81 J. TORRES ESP Aprilia Racing Team – Red Devils Aprilia RSV4 RF 16 5.008 2’05.012 310,3 2’03.510 306,8 6 16 186 5
4 3 1 S. GUINTOLI FRA PATA Honda World Superbike Team Honda CBR1000RR SP 16 13.130 2’05.660 299,2 2’03.836 295,1 13 13 162 6
5 12 60 M. VD MARK NED PATA Honda World Superbike Team Honda CBR1000RR SP 16 15.801 2’05.443 300,8 2’05.004 291,9 11 125 7
6 8 91 L. HASLAM GBR Aprilia Racing Team – Red Devils Aprilia RSV4 RF 16 15.970 2’05.533 305,1 2’04.214 302,5 9 10 259 4
7 16 44 D. SALOM ESP Team Pedercini Kawasaki ZX-10R 16 24.561 2’06.251 299,2 2’06.707 291,9 5 9 57 15
8 5 22 A. LOWES GBR VOLTCOM Crescent Suzuki Suzuki GSX-R1000 16 26.526 2’06.099 300,8 2’04.018 297,5 10 8 112 9
9 10 15 M. BAIOCCO ITA Althea Racing Ducati Panigale R 16 28.528 2’06.454 299,2 2’05.000 295,1 8 7 107 10
10 14 40 R. RAMOS ESP Team Go Eleven Kawasaki ZX-10R 16 31.598 2’06.431 296,7 2’06.145 291,9 2 6 67 13
11 9 59 N. CANEPA ITA Althea Racing Ducati Panigale R 16 33.568 2’06.038 295,1 2’04.654 296,7 7 5 27 20
12 13 2 L. CAMIER GBR MV Agusta Reparto Corse MV Agusta F4 RR 16 34.806 2’06.581 296,7 2’05.051 289,5 3 4 62 14
13 11 14 R. DE PUNIET FRA VOLTCOM Crescent Suzuki Suzuki GSX-R1000 16 46.521 2’06.454 301,7 2’05.100 295,9 4 3 39 17
14 1 66 T. SYKES GBR Kawasaki Racing Team Kawasaki ZX-10R 16 48.964 2’05.015 305,1 2’03.240 300,0 11 2 295 3
15 15 36 L. MERCADO ARG BARNI Racing Team Ducati Panigale R 16 49.865 2’05.862 301,7 2’06.261 301,7 1 1 106 11
16 18 23 C. PONSSON FRA Team Pedercini Kawasaki ZX-10R 16 1’04.171 2’08.228 288,0 2’08.289 285,0 10 26
17 17 45 G. VIZZIELLO ITA Grillini SBK Team Kawasaki ZX-10R 16 1’24.837 2’09.478 285,0 2’07.525 282,7 3 30
18 19 75 G. RIZMAYER HUN BMW Team Toth BMW S1000 RR 16 1’25.068 2’09.536 294,3 2’09.112 3 29
19 20 48 A. PHILLIS AUS Grillini SBK Team Kawasaki ZX-10R 16 1’34.051 2’10.253 283,5 2’10.512
20 21 10 I. TOTH HUN BMW Team Toth BMW S1000 RR 16 2’00.907 2’12.012 292,7 2’10.585 5 27

Text von Gerald Dirnbeck

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