© Kawasaki - Grün mal stark: Tom Sykes konnte sich in beiden Rennen in Führung setzen

Das Superbike-Wochenende in Imola endete als riesige italienische Party. Max Biaggi hatte sich am Sonntag vor heimischer Kulisse als erster Italiener den Titel gesichert – und das mit einer italienischen Aprilia im italienischen Imola! Im Siegesrausch der Tifosi geriet das eigentliche Renngeschehen fast in den Hintergrund. Den Jubel von Doppelsieger Carlos Checa vernahm kaum noch jemand.

„Im ersten Rennen lief es perfekt“, berichtet der Spanier, der seinen Vertrag mit Althea-Ducati um zwei Jahre verlängerte. „Im Qualifying hatten wir ein bisschen Pech, aber ich konnte gleich im ersten Durchgang ordentlich Dampf machen. Überholen ist an der Spitze nicht so einfach, deswegen habe ich mich zuerst darauf beschränkt, überhaupt keinen Fehler zu machen.“ Checa ließ Kawasaki-Sensationsmann Tom Sykes über viele Runden gewähren, zog aber dann konsequent an die Spitze.

Im Rennen am Mittag wurde es für den 37-jährigen Spanier noch einmal spannend, weil Leon Haslam mit einer Gewaltaktion an die Spitze wollte, um seine vagen Titelhoffnungen aufrecht zu erhalten. Der britische Suzuki-Pilot rodelte jedoch durch den Kies. „Ich habe das kommen sehen“, lacht Checa. „Ich habe deswegen einfach Platz gelassen und bin danach auf die normale Linie zurück.“ Nach dem Sieg im ersten Durchgang setzte sich Checa auch im zweiten Lauf durch.

„Ein perfektes Wochenende. Ich kann mich nicht erinnern, dass es mal so dermaßen gut lief“, berichtet der Spanier, der sich somit seine durch Technikversagen verpassten Siege aus Salt Lake City nachträglich holte. Haslam hatte zwar zum Start in den zweiten Durchgang noch theoretische Chancen auf die Superbike-Krone, doch die Bemühungen des Briten wurden nicht belohnt. Im Gegenteil: Wie schon im ersten Lauf schoss Haslam über das Ziel hinaus.

Ein Motorplatzer beendete den Titeltraum schließlich vorzeitig. „Schade, dass es ein solches Ende fand“, so der Alstare-Suzuki-Pilot. „Ich hätte die Titelentscheidung gern auf das letzte Wochenende in Magny-Cours vertagt. Uns war klar, dass es schwierig werden würde, weil Max in der Gesamtwertung reichlich Punkte Vorsprung hatte. Ich bin etwas genervt, weil ich zumindest im ersten Rennen auf dem Podium hätte stehen müssen. Jetzt will ich wenigstens in Magny-Cours noch zwei Siege holen!“

Mit deutlich entspannterem Gesichtsausdruck ging Noriyuki Haga nach dem Rennsonntag durch das Superbike-Fahrerlager. Der Japaner hatte der Ducati-Werksmannschaft zwei Podestplätze beschert. „Das freut mich sehr, auch wenn ich heute kein Rennen gewinnen konnte“, meint Haga. „Im zweiten Rennen haben mir ein paar Runden gefehlt, um Carlos noch zu schnappen. Aber wird hatten einen Ducati-Dreifachsieg im ersten Rennen, einen Doppelerfolg im zweiten – damit kann man glücklich sein.“

Teamkollege Michel Fabrizio musste sich mit Platz sieben im ersten Durchgang abfinden, im zweiten Rennen schied der Italiener aus. „Im ersten Lauf ließen die Reifen immer mehr nach, da ging am Ende gar nichts mehr“, berichtet Fabrizio. „Im zweiten Rennen hatte ich ein gutes Gefühl. Aber dann hatte Haslam sein Problem und ich flog auch mit raus“, sagt der Ducati-Werkspilot, der sich beim Motorplatzer von Haslam in einer dichten Qualmwolke wiederfand.

Im Yamaha-Lager war die Situation ähnlich. Ein Pilot betrieb Schadensegrenzung, der andere erlebte ein Wochenende zum vergessen. „Mit dem Abschluss des Wochenendes bin ich zufrieden“, sagt Cal Crutchlow, der als einziger Nicht-Ducati-Pilot einen Podestplatz in Imola ergattern konnte. Der Brite war im zweiten Durchgang Dritter, kam aber im ersten Lauf nicht über Platz zehn hinaus. „Da hatte ich auch den nötigen Speed, wurde aber durch Fehler anderer Piloten zurückgeworfen.“

James Toseland konnte unterdessen nur mit dem Kopf schütteln. „Im ersten Lauf gab es technische Probleme. Da hätte ich den Speed für einen Podestplatz gehabt. Auch im zweiten Durchgang war das so, aber ich hatte das Glück nicht auf meiner Seite“, sagt Toseland, der sich am Nachmittag bereits in der dritten Runde in den Kies gelegt hatte. Die Yamaha-Mannschaft hatte sich bereits durch eine schlechte Superpole am Samstag ein besseres Ergebnis verbaut.

Zurück zu den Gewinnern des Wochenendes. Dazu ist vor allem auch Tom Sykes zu zählen. Der Kawasaki-Pilot zeigte nach seiner sensationellen Pole-Position vom Samstag auch in den Rennen starke Leistungen. Er sammelte in beiden Durchgängen Führungskilometer, hatte aber mit abbauenden Reifen zu kämpfen. Am Ende blieben die Ränge sechs und vier – das beste Kawasaki-Ergebnis des Jahres.

„Fanatstisch“, jubelt der Brite. „Es war für uns ein traumhaftes Wochenende. Natürlich hat uns die gute Startposition in den Rennen geholfen. Rennen anführen macht immer Spaß. Das ist kein Geheimnis, denn ich liebe das Gefühl, vor mir nur freien Asphalt zu sehen. Dieses Gefühl wurde mir am Sonntag zuteil. Aber ganz ehrlich: Die anderen waren nicht in unserer Liga. Somit sind die Plätze sechs und vier wirklich fantastisch für Kawasaki.“

Und noch einer jubelte: Lorenzo Lanzi. Der Ducati-Kundenpilot geigte in beiden Läufen gut mit und sicherte sich im ersten Durchgang als Dritter einen Podestrang. „Was für ein wunderschöner Tag für mich. Als Italiener auf dem Podest zu stehen ist einfach toll“, so Lanzi. „Ich wollte unbedingt auf das Podest, denn das ist im Hinblick auf das kommende Jahr sehr wichtig. Ich habe sogar zeitweise geführt. Das war ein Gefühl, das ist fast schon vergessen hatte.“

Text von Roman Wittemeier

Motorsport-Total.com
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