© Althea - Ducati-Pilot Carlos Checa fuhr auch in Misano in der Form seines Lebens

Nachdem die Superpole in Misano am Vortag verregnet war, herrschten beim ersten Superbike-Rennen am Sonntag perfekte Bedingungen. An der Spitze duellierten sich Carlos Checa (Ducati) und Max Biaggi (Aprilia). Schließlich musste sich der Weltmeister knapp geschlagen geben. Checa feierte seinen bereit siebten Saisonsieg und baute seine WM-Führung aus. Hinter Biaggi kletterte Yamaha-Pilot Marco Melandri als Dritter auf das Podium, das nur aus Ex-MotoGP-Piloten bestand.

Beim Start setzte sich Tom Sykes (Kawasaki) durch und bog als Führender in die erste Kurve. Dahinter folgte Leon Haslam (BMW), der aus der zweiten Reihe einen Blitzstart hinlegte und wenige Kurven später Platz eins übernahm. Checa folgte vor Biaggi auf Platz vier. Sykes konnte das Tempo nicht ganz halten. Biaggi setzte sich in der zweiten Runde an die Spitze und führte vor Halsam, Checa und Sykes. Pech hatte Michel Fabrizio, der in der zweiten Runde stürzte und draußen war. Stark kam Noriyuki Haga (Aprilia) durch die ersten Runden, der sich von Platz 17 auf elf verbesserte.

Bereits in der dritten Runde erhöhte Biaggi das Tempo und setzte sich leicht vom Feld ab. Haslam stand unter Druck von Checa und musste den Ducati-Piloten in der dritten Runde vorbeilassen. Im gleichen Umlauf war das Rennen für Jakub Smrz bereits vorbei. Der Tscheche stürzte spektakulär und flog in die Wiese. Seine Ducati blieb mitten auf der Strecke liegen, doch alle nachfolgenden Fahrer konnten ausweichen.

Als sich der Pulverdampf der ersten Runden etwas gelegt hatte, kristallisierte sich ein Duell zwischen Biaggi und Checa um Platz eins heraus. „El Matador“ hatte den Römer eingeholt und setzte ihn unter Druck. Wenige Sekunden dahinter folgte eine Vierergruppe, bestehend aus Melandri, Haslam, Sykes und Eugene Laverty (Yamaha). Die Aufholjagd von Haga war bereits nach vier Runden vorbei, denn der Japaner stellte seine Aprilia in der Box ab.

Doppelausfall bei BMW

In der neunten Runde verabschiedete sich Haslam per Highsider aus der Verfolgergruppe. Der Brite hielt sich an der Hand und humpelte davon. Bereits kurz davor stellte BMW-Teamkollege Troy Corser sein Motorrad an der Box ab. Am Freitag war der Routinier böse gestürzt und auch am Samstag ging er zu Boden. Somit waren beide BMW-Fahrer ausgeschieden.

An der Spitze verschärfte sich gegen Halbzeit das Duell an der Spitze. Checa presste sich innen an Biaggi vorbei, der blocken wollte, aber die Lücke öffnen musste. Von da an lag Checa vor Biaggi in Front. Zehn Runden vor Schluss musste der Weltmeister in einer Linkskurve einen weiten Bogen über die asphaltierte Auslaufzone fahren und fiel daher um eine Sekunde zurück.

Das war bereits die Entscheidung, denn Biaggi konnte die Lücke nicht mehr schließen. Checa fuhr fehlerfrei ins Ziel und feierte bereits seinen siebten Saisonsieg. Biaggi konnte vor heimischer Kulisse wieder nicht seinen ersten Saisonsieg holen. Auf den Tribünen herrschte trotzdem gute Stimmung, denn zwei italienische Maschinen landeten auf den Positionen eins und zwei. Mit Melandri stand ein weiterer Italiener als Dritter auf dem Podium.

Sykes überrumpelt Laverty

In der letzten Kurve setzte Sykes ein cleveres Manöver und überholte noch Laverty für den vierten Platz. Nach der Pole-Position feierte der Kawasaki-Pilot sein bestes Ergebnis in dieser Saison. Laverty musste sich knapp geschlagen geben und wurde Fünfter. Aprilia-Pilot Leon Camier setzte sich in der nächsten Kampfgruppe durch und kam auf Platz sechs ins Ziel. Bis zur Linie kämpften Sylvain Guintoli (Ducati) und Ayrton Badovoni (BMW-Italia) um den siebten Rang. Schließlich setzte sich der Franzose knapp durch.

Rookie Joan Lascorz überholte Gegner um Gegner und landete mit seiner Kawasaki an der neunten Stelle. Ducati-Pilot Maxime Berger komplettierte die Top 10. Ein schwieriges Wochenende erlebte die Ten-Kate-Honda-Truppe. Jonathan Rea nahm nach einem Trainingssturz nicht am Rennen teil und wurde mit Verdacht auf Handgelenksbruch in ein Krankenhaus eingeliefert. Teamkollege Ruben Xaus blieb als Elfter blass.

Die beiden italienischen Wildcard-Piloten Matteo Baiocco und Alessandro Polita schlugen sich wacker und kamen auf den Plätzen zwölf und 13 ins Ziel. Auch Chris Vermeulen (Kawasaki) schaffte nach langer Zeit wieder die komplette Distanz. An der 14. Stelle hatte der Australier 41 Sekunden Rückstand auf Sieger Checa. Lorenzo Lanzi, der für den verletzten James Toseland bei BMW-Italia eingesprungen ist, kam als 15. und Letzter ins Ziel.

In der WM hat Checa seinen Vorsprung auf Biaggi auf 67 Punkte vergrößert. Der Spanier blieb in der Auslaufrunde stehen und wurde von Xaus zurück an die Box gebracht, wo er ausgelassen feierte.

Highlights Race 1 auf Gaskrank TV

Ergebnisse:
1. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 39’03.132
2. Max Biaggi (Aprilia Alitalia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’04.116
3. Marco Melandri (Yamaha World Superbike Team) Yamaha YZF R1 39’20.256
4. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team Superbike) Kawasaki ZX-10R 39’21.784
5. Eugene Laverty (Yamaha World Superbike Team) Yamaha YZF R1 39’22.061
6. Leon Camier (Aprilia Alitalia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 39’24.135
7. Sylvain Guintoli (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 39’26.074
8. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 39’26.249
9. Joan Lascorz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’34.861
10. Maxime Berger (Supersonic Racing Team) Ducati 1098R 39’37.598
11. Ruben Xaus (Castrol Honda) Honda CBR1000RR 39’39.815
12. Matteo Baiocco (Barni Racing Team S.N.C.) Ducati 1098R 39’40.824
13. Alessandro Polita (Barni Racing Team S.N.C.) Ducati 1098R 39’41.116
14. Chris Vermeulen (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 39’44.148
15. Lorenzo Lanzi (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 39’46.646
RT. Mark Aitchison (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 33’06.509
RT. Roberto Rolfo (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 23’17.725
RT. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 14’45.600
RT. Troy Corser (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 8’23.610
RT. Noriyuki Haga (PATA Racing Team Aprilia) Aprilia RSV4 Factory 6’39.721
RT. Jakub Smrz (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 5’00.563
RT. Michel Fabrizio (Team Suzuki Alstare) Suzuki GSX-R1000 1’45.959

Text von Gerald Dirnbeck

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