© Althea - "El Matador" Carlos Checa hat auch in Misano einen Doppelsieg gefeiert

Das zweite Rennen der Superbike-WM musste kurz vor Halbzeit unterbrochen werden. Nach Stürzen von Marco Melandri (Yamaha) und Leon Camier (Aprilia) entschied sich die Rennleitung für eine Unterbrechung, um die Piste vom Öl zu säubern. In beiden Abschnitten kämpften Althea-Ducati-Pilot Carlos Checa und Weltmeister Max Biaggi (Aprilia) gegeneinander um den Sieg. Nach einem Fahrfehler des Römers fuhr Checa souverän als Erster ins Ziel und feierte an diesem Wochenende seinen totalen Triumph. Noriyuki Haga (Aprilia) eroberte den dritten Platz.

Im Gegensatz zum ersten Lauf nutzte Tom Sykes (Kawasaki) seine Pole-Position perfekt und ging sofort in Führung. Diese währte aber nicht lange, denn bereits in der ersten Runde ging Leon Haslam (BMW) vorbei. Der Brite war nach seinem Sturz im ersten Rennen etwas angeschlagen, zeigte aber trotzdem eine starke Anfangsphase. Auch Checa und Biaggi gingen noch im ersten Unlauf an Sykes vorbei, der auf Platz vier zurückfiel.

Haslam behauptete in den ersten Runden auch die Führung, doch der Checa/Biaggi-Express rückte rasch näher. Dahinter hielt Sykes die Verfolger wie Melandri und Eugene Laverty (Yamaha) etwas auf. In Runde drei drückte sich Checa an Haslam vorbei und übernahm die Spitze. Biaggi zog wenige Kurven später nach. Somit war das Kampfduo aus Lauf eins wieder beisammen, setzte sich ab und kämpfte um den Sieg.

Checa und Biaggi waren die einzigen Piloten im Feld, die Runden in 1:36 Minuten fahren konnten. Haslam musste deutlich abreißen lassen und wurde von Melandri und Sykes ein- und überholt. Der Italiener machte sich an die Verfolgung des Spitzenduos, rutschte aber in der zehnten Runde über das Vorderrad aus und stürzte. Direkt dahinter ging stürzte auch Aprilia-Pilot Leon Camier. Michel Fabrizio (Suzuki) musste den verunfallten Maschinen ausweichen.

Den Piloten ist dabei nichts passiert, aber die Rennleitung brach das Rennen sofort ab. Alle Fahrer kehrten zurück an die Boxen, während Melandri versuchte, seine Yamaha wieder flott zu bekommen. Er schaffte es nicht und ging mit hängenden Schultern davon. Somit durfte der 28-Jährige nicht beim Neustart teilnehmen.

Sykes erwischt schlechte Neustart

Die Streckenposten nutzten die Pause, um Bindemittel auf der Strecke aufzutragen. 17 Piloten stellten sich in der Aufstellung für den Neustart auf. 14 Runden standen noch auf dem Programm. Checa startete von der Pole-Position. Daneben reihten sich Biaggi , Haslam und Sykes auf. Biaggi beschleunigte fulminant und ging sofort in Führung. Checa fiel hinter Haslam auf Platz drei zurück. Der Spanier holte sich Position zwei rasch zurück und machte Jagd auf den Weltmeister.

Bereits nach wenigen Umläufen kämpften wieder Checa und Biaggi um die Führung. Auf Platz drei folgte wieder eine Yamaha. Statt Melandri sprang Laverty in die Bresche. Skyes war der große Verliere des Neustarts, denn der Brite wurde auf Platz neun zurückgereicht. Neun Runden vor dem Ende kam Laverty von der Strecke ab und fiel ans Ende des Feldes zurück. Der Kampf um Platz drei wurde härter. Haslam führte die Verfolgergruppe vor Haga und Ayrton Badovini (BMW-Italia) an.

An der Spitze fiel die Entscheidung sieben Runden vor der Zielflagge. Biaggi lag an Position eins, verpasste einen Bremspunkt und fuhr einen weiten Bogen. Checa nahm das Geschenk dankend an und ging vorbei. Von da weg fuhr der Althea-Pilot souverän ins Ziel und feierte seinen bereits achten Saisonsieg. Biaggi konnte nichts dagegen ausrichten und wurde wie in Lauf eins Zweiter.

Haga überrumpelt Badovini

Routinier Haga kämpfte in den letzten Runden gegen Badovini um den verbliebenen Platz auf dem Podest. Der Italiener vom BMW-Italia-Team ging in der letzten Runde am Routinier vorbei, doch der Japaner gab nicht auf und fing Badovini noch im Zielsprint ab. BMW-Werkspilot Haslam kam als Fünfter über die Linie. Suzuki-Speerspitze Michel Fabrizio holte vor heimischem Publikum den sechsten Platz, knapp vor Sylvain Guintoli (Liberty). Ruben Xaus war der einzige Honda-Vertreter und holte mit Rang acht einige Punkte für die Ten-Kate-Mannschaft.

Rookie Joan Lascorz wurde knapp vor seinem Teamkollegen Chris Vermeulen Neunter. Der Australier absolvierte seit langem wieder ein komplettes Rennwochenende und freute sich über das Top-10-Ergebnis. Auf Platz elf kam Lorenzo Lanzi ins Ziel, der den verletzten James Toseland bei BMW-Italia ersetzte. Roberto Rolfo (Kawasaki) und Laverty kamen auf den Positionen zwölf und 13 ins Ziel.

Bereits nach vier Runden war das Rennen für Mark Aitchison (Kawasaki) und Alessandro Polita (Ducati) nach Stürzen vorbei. Lokalmatador Matteo Baiocco (Ducati) ereilte das gleiche Schicksal. Jakub Smrz (Dcuati) ging ebenfalls zu Boden und verbuchte einen Doppelausfall. Das starke Wochenende von Sykes endete nach dem verpatzten Neustart im Kiesbett. Er konnte zwar weiterfahren, wurde aber abgeschlagen 14. und Letzter.

Troy Corser nahm nicht am zweiten Lauf teil. Zu Mittag hörte der BMW-Pilot nach einigen Runden auf und stellte sein Motorrad an der Box ab. Am Freitag hatte der Australier einen bösen Sturz und ging auch am Samstag zu Boden. Um keine weiteren Verletzungen zu riskieren, wurde entschieden, dass der Routinier nicht am Rennen teilnimmt. Ebenfalls nicht dabei war Jonathan Rea, der im Warmup einen schweren Unfall hatte. Ersten Informationen zufolge hat sich der Honda-Pilot einen Arm gebrochen.

Wie in Lauf eins brachte Checa seine Ducati nicht zurück an die Box. In der Auslaufrunde riss die Kette an seiner Maschine. Diesmal fuhr er mit einem Roller Richtung Podest. In der WM-Wertung führt „El Matador“ mittlerweile mit 72 Punkten Vorsprung vor Max Biaggi.

Ergebnisse:
1. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 22’44.117
2. Max Biaggi (Aprilia Alitalia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 22’45.601
3. Noriyuki Haga (PATA Racing Team Aprilia) Aprilia RSV4 Factory 22’51.889
4. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 22’51.973
5. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 22’53.831
6. Michel Fabrizio (Team Suzuki Alstare) Suzuki GSX-R1000 22’54.894
7. Sylvain Guintoli (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 22’54.992
8. Ruben Xaus (Castrol Honda) Honda CBR1000RR 22’57.600
9. Joan Lascorz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 22’57.693
10. Chris Vermeulen (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 23’02.079
11. Lorenzo Lanzi (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 23’06.885
12. Roberto Rolfo (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 23’08.652
13. Eugene Laverty (Yamaha World Superbike Team) Yamaha YZF R1 23’36.012
14. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team Superbike) Kawasaki ZX-10R 23’48.251
RT. Maxime Berger (Supersonic Racing Team) Ducati 1098R 13’16.439
RT. Jakub Smrz (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 8’14.979
RT. Matteo Baiocco (Barni Racing Team S.N.C.) Ducati 1098R 5’01.447

Text von Gerald Dirnbeck

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