© Infront - Max Biaggi (1) hat im zweiten Rennen Marco Melandri (33) geschlagen

Im zweiten Rennen in Brünn kämpften wieder die beiden Italiener Marco Melandri (Yamaha) und Max Biaggi (Aprilia) um den Sieg. Insgesamt 65.000 Zuschauer hatten sich über das Wochenende gesehen auf den Naturtribünen versammelt. Sie sahen einen Schlagabtausch bis zur Ziellinie. Diesmal setzte sich Biaggi knapp vor Melandri durch und feierte seinen zweiten Saisonsieg. WM-Spitzenreiter Carlos Checa (Althea-Ducati) wurde erneut Dritter.

Ruben Xaus nahm nach seinem schweren Sturz im ersten Rennen nicht mehr teil. Der Honda-Pilot war bereits im ersten Umlauf von seiner Honda abgeworfen worden. Er hatte sich dabei den linken Oberschenkel geprellt und konnte das linke Bein nicht abbiegen. Auch Kawasaki-Pilot Chris Vermeulen beobachtete den zweiten Lauf von den Boxen aus.

Biaggi nutzte die Kraft seiner Aprilia RSV4 und ging beim Start sofort wieder in Führung. Dahinter folgte das Yamaha-Duo, das in der ersten Runde noch von Checa gesprengt wurde. Somit lagen wieder die gleichen drei Piloten in der Anfangsphase vorn. Biaggi führte vor Melandri und Checa. Eugene Laverty (Yamaha) und Michel Fabrizio (Suzuki) lagen auf den Plätzen vier und fünf.

Dahinter ging bereits in der Anfangsphase eine Lücke zu einer großen Verfolgergruppe auf, die von Sylvain Guintoli (Liberty-Ducati) angeführt wurde. Auch BMW-Italia-Pilot Ayrton Badovini mischte als Siebter munter mit und übernahm auch die Führung dieser Gruppe. Die beiden Briten Tom Sykes (Kawasaki) und Leon Haslam (BMW) duellierten sich um den achten Rang. Alex Lowes (Honda), ein weiterer Brite im Feld, stürzte bereits nach fünf Runden und konnte nicht seine gute Leistung vom ersten Lauf wiederholen.

Checa spielt keine Rolle

Gegen Halbzeit wurde es an der Spitze spannend. Melandri übte Druck auf Biaggi aus und überholte seinen Landsmann. Checa beobachtete das Geschehen von der dritten Position. Fabrizio und Laverty mussten leicht abreißen lassen. Das Rennen war ein Abziehbild des ersten Laufes, doch es blieb spannend. Welcher der drei Topfahrer würde sich diesmal durchsetzen?

Biaggi führte zu Beginn des letzten Rennviertels. Der Römer und Melandri beharkten sich vorerst nicht und hielten Checa um zwei, drei Motorradlängen auf Distanz. Vier Runden vor Schluss betrug Checas Rückstand bereits 1,4 Sekunden und war nicht mehr in die Entscheidung um den Sieg involviert. Diese fiel zwischen den beiden Italienern. In der vorletzten Runde überholte Melandri den Römer. Biaggi konterte wenige Kurven später im Omega. Die Zuschauer jubelten auf den Naturtribünen.

Der Weltmeister ging auch als Führender in die letzte Runde. Beide fuhren absolut am Limit. Biaggi beging keinen Fehler und Melandri konnte keinen Angriff mehr setzen. Somit drehte sich die Reihenfolge auf dem Podium um. Biaggi gewann sein zweites Rennen in diesem Jahr und verringerte den WM-Rückstand auf Checa auf 30 Punkte. Melandri musste sich diesmal mit dem zweiten Platz begnügen. „El Matador“ mischte sich nicht in das italienische Duell ein und kontrollierte seinen dritten Rang bis ins Ziel.

Fabrizio mit der Suzuki Vierter

Ein starkes Wochenende hatte Fabrizio, der wie in Lauf eins Vierter wurde. Laverty reproduzierte sein Ergebnis ebenfalls mit dem fünften Platz. Zehn Sekunden hinter dem zweiten Yamaha-Werkspiloten überquerte Badovini als Sechster die Ziellinie und war wieder bester BMW-Pilot. Werksfahrer Haslam musste sich dem Rookie um drei Sekunden geschlagen geben und wurde Siebter.

Wie auch zu Mittag war WM-Neuling Joan Lascorz bester Kawasaki-Fahrer auf Rang acht. Der Franzose Guintoli bescherte dem tschechischen Team beim Heimrennen Platz neun. Sein Teamkollege Jakub Smrz fuhr in der zwölften Runde viel zu schnell in eine Kurve und stürzte.

Routinier Noriyuki Haga (Pata-Aprilia) komplettierte die Top 10. Mehr als eine halbe Minute hinter dem Sieger kamen die beiden Pedercini-Kawasaki-Piloten Roberto Rolfo und Mark Aitchison ins Ziel. Toseland-Ersatz Lorenzo Lanzi (BMW-Italia) wurde 13. Sykes fiel in der zweiten Rennhälfte noch weit zurück und belegte Platz 14. Der letzte Punkt ging an Wildcard-Pilot Viktor Kispataki.

Einige Runden vor dem Ziel schieden Maxime Berger (Supersonic-Ducati) und Leon Camier (Aprilia) aus. Letzterer hatte einen miserablen Start und stürzte bei seiner Aufholjagd. Matteo Baiocco gab bei Rennhalbzeit an der Box auf.

In der WM führt Checa vor den verbleibenden fünf Rennwochenenden 30 Punkte vor Biaggi. Melandri liegt als Dritter 53 Zähler zurück. Die nächsten Rennen finden am 31. Juli in Silverstone statt.

Highlights des Rennens auf Gaskrankt TV

Ergebnisse:
1. Max Biaggi (Aprilia Alitalia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 40’21.646
2. Marco Melandri (Yamaha World Superbike Team) Yamaha YZF R1 40’21.868
3. Carlos Checa (Althea Racing) Ducati 1098R 40’25.204
4. Michel Fabrizio (Team Suzuki Alstare) Suzuki GSX-R1000 40’29.509
5. Eugene Laverty (Yamaha World Superbike Team) Yamaha YZF R1 40’30.180
6. Ayrton Badovini (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 40’39.731
7. Leon Haslam (BMW Motorrad Motorsport) BMW S1000 RR 40’43.296
8. Joan Lascorz (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 40’43.508
9. Sylvain Guintoli (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 40’46.952
10. Noriyuki Haga (PATA Racing Team Aprilia) Aprilia RSV4 Factory 40’49.012
11. Roberto Rolfo (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 40’55.362
12. Mark Aitchison (Team Pedercini) Kawasaki ZX-10R 40’58.195
13. Lorenzo Lanzi (BMW Motorrad Italia SBK Team) BMW S1000 RR 40’59.114
14. Tom Sykes (Kawasaki Racing Team Superbike) Kawasaki ZX-10R 41’08.524
15. Viktor Kispataki (Prop-tech ltd.) Honda CBR1000RR 41’59.720
RT. Maxime Berger (Supersonic Racing Team) Ducati 1098R 31’26.638
RT. Leon Camier (Aprilia Alitalia Racing Team) Aprilia RSV4 Factory 29’16.539
RT. Jakub Smrz (Team Effenbert-Liberty Racing) Ducati 1098R 24’30.276
RT. Matteo Baiocco (Barni Racing Team) Ducati 1098R 18’39.419
RT. Alexander Lowes (Castrol Honda) Honda CBR1000RR 10’19.922
NS. Chris Vermeulen (Kawasaki Racing Team) Kawasaki ZX-10R 2’00.058

Text von Gerald Dirnbeck

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