Kevin Schwantz  © Suzuki

© Suzuki – Er kann es noch: Kevin Schwantz fuhr in Suzuka ein fehlerfreies Rennen

Das diesjährige Acht-Stunden-Rennen von Suzuka hatte es in sich: Durch den Start von Motorrad-Legende Kevin Schwantz. stiegen die Ticketverkäufe deutlich an. Die Wahrnehmung des Events außerhalb Japans stieg deutlich an.

Das Rennen selbst bot wie gewohnt viel Dramatik. Bereits nach drei Stunden war es Ryuichi Kiyonari, der die Sieghoffnungen des TSR-Honda-Teams zerstörte. Damit waren die Vorjahressieger zeitig aus dem Rennen, was auch Superbike-WM-Pilot Jonathan Rea enttäuschte.

„Leider konnten wir den Sieg aus dem Vorjahr nicht wiederholen, nachdem Kiyo (Ryuichi Kiyonari; Anm. d. Red.) während seines zweiten Stints stürzte und sich seine Brust verletzte“, berichtet Honda-Pilot Rea. „Ich genoss es, zu fahren, besonders als ich die Führenden verfolgte und das Motorrad an Kiyo übergab. Ich tat alles mir Mögliche, doch in diesem Jahr sollte es nicht sein.“

Auch für das französische BMW-Team verlief das Rennen alles andere als optimal. IDM-Pilot Erwan Nigon ind Jason Pridmore stürzten mit der S1000RR. Gegen Ende des Rennens wurde es durch einsetzenden Regen noch einmal spannend. Nach acht Stunden war es das RT-Harc-Pro-Team, das mit der Honda CBR1000, pilotiert von Leon Haslam, Michael van der Mark und Takumi Takahasi siegreich war.

Wiedergutmachung für die bisherige Saison
„Ich muss meinen beiden Pata-Honda-Teamkollegen gratulieren, die das Rennen gewannen. Sie haben gute Arbeit geleistet“, bemerkt Vorjahressieger Rea. „Das Schwierigste war, Takumi zuzusehen, wie er die Führungsposition im Regen über die letzte halbe Stunde bringen musste“, gesteht Haslam, der als zweiter Brite den Langstreckenklassiker in Suzuka für sich entscheiden konnte.

Nach der durchwachsenen Saison mit der Beinverletzung war der Sieg in Japan Balsam auf Haslams Racer-Seele: „Das bedeutet mir nach der schwierigen Saison, die ich bisher hatte, sehr viel. Das Bein verhielt sich während meiner Stints erstaunlich gut. Ich möchte dem Team danken. Sie leisteten tolle Arbeit und Mickey und Takahashi-san fuhren sehr gut. Für Jonathan und Kiyo tut es mir leid. Es ist ein langes und hartes Rennen. Da kann alles passieren. Ich bin erfreut, dass wir die Führung bis zum Ende halten konnten. Es ist ein magisches Gefühl.“

„Die acht Stunden von Suzuka zu gewinnen, sorgt für ein unglaubliches Gefühl“, bestätigt Teamkollege van der Mark. „Es ist eines der besten Rennen der Welt. Es war mein erstes Mal in Suzuka und ich lernte sehr schnell. Als ich Kiyonari stürzen sah, erhöhten wir den Druck, um den Sieg nach Hause zu fahren. Es ist toll, all diese Fahrer auf dem Podium zu sehen.“

Zwei Suzukis auf dem Podium
Platz zwei ging an das Yoshimura-Suzuki-Team, indem neben Takuya Tsuda und Nobuatsu Aoki auch BSB-Star Josh Brookes fuhr. „Ich möchte Yoshimura danken, dass sie mir die Chance gaben, hier in Suzuka zu fahren“, berichtet der Brite. „Die Anspannung im Rennen war hoch, besonders nach meinem Sturz, der uns vielleicht den Sieg gekostet hat. Ich tat alles, was möglich war, um diesen Fehler auszugleichen, ohne an die Box zu fahren.“

Knapp zwei Minuten Rückstand hatte das Suzuki-Team nach den acht Stunden. „Josh sollte sich wegen seinem Fehler nicht schlecht fühlen. Das gesamte Team stand durch meinen Fehler nach dem Stopp unter Druck“, beruhigt Aoki. Hinter dem Yoshimura-Suzuki-Team fuhr ein weiteres Suzuki-Team ins Ziel. Es war aber nicht die erfolgsverwöhnte SERT-Mannschaft sondern das Kagayama-Team, in dem auch Schwantz fuhr.

Schwantz schafft die Sensation
„Kevin Schwantz war seit meiner Kindheit mein Held. Es war beeindruckend, mit ihm hier in Suzuka zu fahren“, schwärmt Teamchef und Pilot Yukio Kagayama. „Es war mir eine Ehre, mit den talentierten Jungs zu fahren“, freut sich Schwantz, der mit Kagayama und Noriyuki Haga fuhr: „Ich hatte Glück, in so einem tollen Team zu fahren. Die Suzuki war perfekt und unsere Dunlops halfen uns, über die Distanz zu kommen. Ich gab mein Bestes, um schnell zu sein, ohne Fehler zu machen.“

Schwantz fuhr nicht mit seinem gewohnten Helmdesign. Der US-Amerikaner, der 1993 Weltmeister bei den 500ern wurde, trug eine Replika von Ex-Rivale Wayne Rainey. „Ich fuhr mit diesem Helm, weil ich Wayne meinen Respekt zeigen wollte, indem ich seinen Helm beim Acht-Stunden-Rennen trug“, erklärt Schwantz, der nach dem Podestplatz in Suzuka überglücklich war. „Wir dachten, dass wir ums Podium kämpfen können und haben es erreicht. Ich bin so glücklich. Ich kann es gar nicht richtig ausdrücken.“

„Wir haben keine Fehler gemacht. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Wir konnten richtig schnelle Teams hinter uns halten und Platz drei holen“, schildert der Suzuki-Pilot, der Ende Juni 49 Jahre alt wurde. „Nori und Kagayama fuhren jeweils zwei Stints und ich einen. Unsere Boxenstopps waren toll.“

Text von Sebastian Fränzschky

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