Aleix Espargaro - © www.suzuki-racing.com

© www.suzuki-racing.com – Beide Suzuki-Fahrer loben den neuen Motor, aber bevorzugen das alte Chassis

Während Aprilia beim Malaysia-Test noch auf das neue Motorrad warten musste, brachte Suzuki viele Neuerungen nach Sepang.

Es gab ein neues Chassis, einen neuen Motor, das neue Seamless-Getriebe und eine neue Hinterradschwinge. Dazu stand die Arbeit mit der neuen Einheitselektronik und den Michelin-Reifen im Fokus. In der kombinierten Zeitenliste aller drei Tage belegten Maverick Vinales und Aleix Espargaro die Plätze zwölf und 13. Der Rückstand betrug rund 1,6 Sekunden. Abgesehen von Lorenzos Fabelzeit war Suzuki nur knapp hinter Honda und Ducati zu finden.

Vor allem der neue Suzuki-Motor ist ein deutlicher Fortschritt. „Die Fahrer meinen, dass sich der Charakter des Motors nicht verändert hat“, sagt Teammanager Davide Brivio. „Das ist sehr wichtig, denn man will einen sanften, fahrbaren Motor haben.“ Vinales schildert seine Eindrücke so: „Am positivsten ist der Motor, er ist viel besser. Trotzdem können wir noch nicht die ganze Power nutzen. Auf der Geraden konnte ich Marquez folgen. Im vergangenen Jahr war das unmöglich.“

Offizielle Topspeed-Messungen gab es in Sepang nicht. Die Suzuki-Ingenieure versuchten sogar mit einer Radarpistole an Werte zu kommen. Ganz reibungslos lief es mit dem neuen Motor nicht. Bei Espargaro gab es zwei Defekte. „Beim Motormapping haben wir dann eine sichere Einstellung gewählt, damit es keinen weiteren Schaden gibt“, berichtet der Spanier die Sicherheitsmaßnahme. „Dadurch war die Gaskontrolle nicht optimal.“

Altes Chassis in Sepang besser
Prinzipiell absolvierten beide Fahrer Vergleichstests mit dem alten und dem neuen Chassis. In beiden Motorrädern war der neue Motor eingebaut. Und beide Fahrer kommen zu dem gleichen Urteil: „Das Handling des 2016er-Chassis ist sehr gut, aber wir haben keinen Grip“, macht Espargaro die Problemzone aus. „Das 2015er-Chassis ist momentan besser. Mit dem neuen Chassis war ich um eine halbe Sekunde langsamer – das ist viel.“ Teamkollege Vinales stimmt zu: „Wenn das Turning beim neuen Chassis besser wird, dann werde ich darauf wechseln.“

Mühsam war auch die Arbeit mit der neuen Einheitselektronik. Ist sie besser als die alte Suzuki-Elektronik? „Noch nicht, aber wir sind nicht weit davon entfernt“, findet Espargaro und macht die Motorbremse als kniffligste Sache aus: „Ich hätte nicht erwartet, dass wir damit Probleme haben würden. Manchmal blockierte der Hinterreifen und die Ingenieure standen vor einem Rätsel. Am letzten Tag gelangen uns Fortschritte, aber so wie mir das Motorrad die Power gibt, ist nicht wie ich mir das vorstelle. Die Elektronik wird aber ständig besser.“

Auch in diesem Punkt stimmt Vinales zu: „Die neue Elektronik ist für uns noch sehr schwierig, vor allem bei der Motorbremse. Man braucht eine gute Motorbremse, um das Bike abzubremsen. Wenn es nicht optimal eingestellt ist, wird die Beschleunigung schwierig, weil man die Räder nicht dort positionieren kann, wo man will. In diesen drei Tagen sind uns große Fortschritte gelungen, aber es gibt noch Potenzial.“ Trotzdem gab es auch positive Aspekte, wie Espargaro betont: „Vor allem die Traktionskontrolle konnten wir deutlich verbessern. Mit dem 2015er-Bike hatte ich ein sehr gutes Gefühl.“

Generell gesehen ist Suzuki mit dem Testauftakt zufrieden. Potenzial ist vorhanden, nun muss das ganze Paket optimal abgestimmt werden. „Wir sind zufrieden, weil wir viele positive und nur wenige negative Dinge gefunden haben“, sagt Vinales abschließend. „Wenn wir weiterarbeiten und bei der Elektronik mehr finden, dann können wir der Spitze nahe sein. Ich meine, Jorge und Valentino sind momentan sehr stark, aber Marc und Iannone können wir nahekommen.“ Beim nächsten Test in zwei Wochen in Australien wird auch das Suzuki-Testteam dabei sein.

Die Testzeiten aus Sepang (Mittwoch):
01. Jorge Lorenzo (Yamaha) – 1:59.580 Minuten (36 Runden)
02. Valentino Rossi (Yamaha) +0,976 (38)
03. Marc Marquez (Honda) +1,303 (45)
04. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +1,412 (42)
05. Casey Stoner (Ducati) +1,490 (30)
06. Dani Pedrosa (Honda) +1,581 (48)
07. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,637 (18)
08. Andrea Iannone (Ducati) +1,643 (38)
09. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,649 (42)
10. Maverick Vinales (Suzuki) +1,664 (51)
11. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +1,854 (30)
12. Aleix Espargaro (Suzuki) +2,043 (44)
13. Andrea Dovizioso (Ducati) +2,095 (34)
14. Yonny Hernandez (Aspar-Ducati) +2,194 (40)
15. Pol Espargaro (Tech-3-Yamaha) +2,290 (44)
16. Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) +2,338 (65)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +2,961 (33)
18. Stefan Bradl (Aprilia) +3,212 (44)
19. Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) +3,360 (27)
20. Tito Rabat (Marc-VDS-Honda) +3,432 (57)
21. Alvaro Bautista (Aprilia) +3,603 (46)
22. Eugene Laverty (Aspar-Ducati) +3,939 (25)

Text von Gerald Dirnbeck & David Emmett

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