Valentino Rossi - © Yamaha

© Yamaha – Valentino Rossi ist gespannt auf den Topspeed-Vergleich mit der Konkurrenz

In der MotoGP-Saison 2015 war die Yamaha M1 das beste Gesamtpaket und holte alle drei WM-Titel.

Der Schwachpunkt des Motorrades war die Höchstgeschwindigkeit. Ducati und Honda waren schneller. Dass sich Jorge Lorenzo und Valentino Rossi dennoch am Ende der Zielgeraden oft vor der Konkurrenz halten konnten, lag daran, dass die Yamaha am Kurvenausgang den besten Grip bot und dadurch viel Speed auf die Geraden mitnehmen konnte. Oft klagten die Ducati-Fahrer, dass sie die Hälfte der Geraden benötigen, um diesen Nachteil wieder aufzuholen.

Für 2016 haben sich einige Details im Reglement verändert. Bisher durften Honda und Yamaha nur 20 Liter Kraftstoff für die Renndistanz tanken. Ducati wurde im Zuge der Ausnahmeregeln für erfolglose Hersteller von ursprünglich erlaubten 24 auf 22 Liter herabgestuft. 2016 sind für alle Hersteller 22 Liter Tankinhalt vorgeschrieben. Das bedeutet für Honda und Yamaha zwei zusätzliche Liter. Theoretisch kann der Motor damit etwas fetter laufen und mehr Leistung produzieren.

Außerdem sind nun sieben Motoren pro Saison vorgeschrieben. Das heißt für Ducati, dass die Triebwerke der Desmosedici haltbar sein müssen, denn im Vorjahr galt für die Italiener ein Maximum von zwölf Motoren. Honda und Yamaha mussten nur mit fünf Motoren die Saison absolvieren, was auch gelang. Nun dürfen die beiden japanischen Hersteller zwei Motoren pro Saison zusätzlich straffrei einsetzen. Auch das gibt den Ingenieuren bei der Suche nach mehr Leistung etwas Handlungsspielraum.

Valentino Rossi noch unschlüssig
Ob die Yamaha M1 auf den beiden langen Geraden von Sepang schneller geworden ist, kann Valentino Rossi nur schwer abschätzen: „Unser Speed ist sehr ähnlich wie im Vorjahr. Im Moment kennen wir noch nicht den Topspeed-Vergleich zu Honda und Ducati. Das ist für uns ein großes Problem, denn im Vorjahr war das die einzige Schwachstelle unseres Motorrades“, tappt der Superstar im Dunkeln. „Ich schätze, wir werden das erst beim ersten Rennen sehen.“

Sein Anliegen an die Yamaha-Techniker in Japan war mehr Leistung. Über eine komplette Runde war Yamaha in Sepang der Konkurrenz überlegen. Offizielle Topspeed-Messungen am Ende der Zielgeraden gab es aber nicht. „Ich hoffe, dass wir etwas mehr PS für den Topspeed finden. Vielleicht haben wir die Lücke zu Ducati geschlossen, aber wir müssen verstehen, ob Honda sich gesteigert hat“, denkt Rossi an den neuen Honda-Motor. „Das werden wir erst wissen, wenn wir die offiziellen Topspeeds kennen.“

Außerdem entspricht der zusätzliche Kraftstoff bei Honda und Yamaha auch mehr Gewicht. Zwei Liter Benzin wiegen etwa 1,5 Kilogramm. „Das Motorrad ist definitiv schwerer“, berichtet Tech-3-Fahrer Bradley Smith seine Erfahrungen. „Man spürt das mehr bei Richtungswechseln als auf der Bremse. Aber so wie die Hersteller jetzt die Gewichtsverteilung machen, spürst du zusätzliche zwei Kilogramm nicht.“ Das Mindestgewicht eines Motorrades ist ohne Fahrer auf 157 Kilogramm festgeschrieben.

Text von Gerald Dirnbeck

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