Valentino Rossi - © Michelin

© Michelin – Sehr glücklich ist Valentino Rossi mit dem Test in Australien nicht

Valentino Rossi machte nach den drei Testtagen in Phillip Island nicht den glücklichsten Eindruck. Es wurde viel an der Abstimmung probiert, aber schon am Donnerstag schlug man die falsche Richtung ein.

Der Freitag gestaltete sich auch nicht viel positiver. Mit 0,9 Sekunden Rückstand belegte er nur den elften Platz. Auf der anderen Seite präsentierte sich Maverick Vinales bärenstark. Der neue Teamkollege von Rossi markierte auch am Freitag die Bestzeit, was gleichbedeutend mit der absolut schnellsten Runde an diesen drei Tagen war.

Auffällig war auch, dass Vinales deutlich mehr Kilometer zurücklegte. Insgesamt kam er an allen drei Tagen auf 245 Runden. Rossi fuhr dagegen „nur“ 199 Umläufe – also rund zwei Renndistanzen weniger. „Wir haben hart gearbeitet und viel ausprobiert“, zieht Rossi sein Testfazit, das nüchtern ausfällt. „Wir wollten eine bessere Pace mit gebrauchten Reifen finden, aber ehrlich gesagt bin ich nicht sehr zufrieden.“

Beide Yamaha-Fahrer bevorzugen dennoch das neue Chassis, mit dem sie beim nächsten Test in Katar weitermachen werden, um eine endgültige Standortbestimmung für den Saisonauftakt zu erhalten. „Wir haben immer noch Zweifel, es gibt noch viel Arbeit“, seufzt Rossi. „In Katar werden wir eine andere Richtung einschlagen.“ Mit frischen Reifen ist er schnell unterwegs, aber mit gebrauchten Reifen lässt die Performance nach. Das war im Vorjahr das Hauptproblem bei Yamaha und stand bei den Wintertests im Mittelpunkt.

Rossi verzichtet auf fliegende Runde
Rossi fuhr am Freitag auch keinen Longrun. Besorgniserregend ist, dass er nur drei 1:29er-Runden schaffte. Vinales nahm zwei längere Versuche in Angriff und fuhr dabei konstant mittlere 1:29er-Zeiten. Nur Marc Marquez war in seinem Longrun noch etwas schneller. „Es war ein sehr positiver Test für uns“, lacht der junge Spanier. „Wir haben viel ausprobiert und wissen jetzt, mit welchem Setup wir in Katar beginnen werden. Ich bin mit der Arbeit sehr zufrieden.“

Am Vormittag feilte Vinales noch an letzten Details bei der Abstimmung und konzentrierte sich am Nachmittag auf zwei Longruns. „Wir arbeiteten heute hauptsächlich an der Rennpace und ich bin damit sehr zufrieden. Trotzdem können wir uns noch steigern.“ Offen ist noch, mit welcher Verkleidung in Katar gefahren wird. In Australien gab es die neue Winglet-Variante und eine ohne. „Wir haben uns noch nicht entschieden, es ist total offen“, so Vinales.

Mit seiner Performance zählt Vinales zweifelsohne zu den WM-Anwärtern. Seine Platzierungen bei den bisherigen Wintertesttagen: Erster, Erster (Valencia), Vierter, Zweiter, Erster (Sepang), Vierter, Erster, Erster (Phillip Island). „Ehrlich gesagt hat er mich nicht überrascht“, lacht Teammanager Massimo Meregalli bei ‚MotoGP.com‘. „Ich habe mich bereits daran gewöhnt. Er überraschte mich damals in Valencia am ersten Tag, als er Schnellster war. Wir zweifelten nicht an seinem Tempo, doch wir haben nicht erwartet, dass er in so kurzer Zeit so schnell sein wird.“

Rossi legte es am Freitag nicht auf eine fliegende Runde an. Die neun Zehntelsekunden Rückstand beunruhigen ihn daher nicht so sehr. „So wie in Malaysia waren Marquez und Vinales die Schnellsten. Wir müssen arbeiten und versuchen näher zu kommen. Maverick war vom ersten Tag an mit der Yamaha schnell, er mag Phillip Island und fährt sehr gut. Am Ende war ich müde und versuchte gar nicht eine schnelle Runde zu fahren.“

In Australien war Yamaha knapp hinter Honda die zweite Kraft, wobei die Streckencharakteristik Hondas Abstimmungsschwierigkeiten mit dem Motor kaschierte. Der Katar-Test wird ein klareres Bild zeigen. „Das allgemeine Gefühl ist positiv“, hält Meregalli fest. „Wir konnten beinahe das komplette Testprogramm abspulen. Wir sammelten viele Informationen. Wir sind uns beinahe bei allen Fragen über das Material für den Saisonstart einig. Es gibt aber noch ein paar Dinge, die wir entscheiden müssen. Meiner Meinung nach befinden wir uns aber in einer sehr guten Position.“

Die Testzeiten aus Phillip Island (Freitag):
01. Maverick Vinales (Yamaha) – 1:28.549 Minuten (101 Runden)
02. Marc Marquez (Honda) +0,294 Sekunden (96)
03. Dani Pedrosa (Honda) +0,484 (65)
04. Jonas Folger (Tech-3-Yamaha) +0,493 (63)
05. Cal Crutchlow (LCR-Honda) +0,552 (85)
06. Alex Rins (Suzuki) +0,554 (66)
07. Andrea Dovizioso (Ducati) +0,699 (73)
08. Jorge Lorenzo (Ducati) +0,793 (75)
09. Jack Miller (Marc-VDS-Honda) +0,809 (93)
10. Aleix Espargaro (Aprilia) +0,812 (65)
11. Valentino Rossi (Yamaha) +0,921 (52)
12. Andrea Iannone (Suzuki) +0,998 (77)
13. Danilo Petrucci (Pramac-Ducati) +1,066 (57)
14. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) +1,121 (87)
15. Hector Barbera (Avintia-Ducati) +1,242 (83)
16. Pol Espargaro (KTM) +1,308 (62)
17. Loris Baz (Avintia-Ducati) +1,428 (71)
18. Bradley Smith (KTM) +1,429 (73)
19. Alvaro Bautista (Aspar-Ducati) +1,435 (74)
20. Scott Redding (Pramac-Ducati) +1,456 (74)
21. Sam Lowes (Aprilia) +1,651 (57)
22. Karel Abraham (Aspar-Ducati) +1,903 (61)

Text von Gerald Dirnbeck

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