Valentino Rossi - © Ducati

© Ducati - Valentino Rossi hat ein Gefühl für die Frontpartie der Ducati GP12 gefunden

Der zweite Testwinter der italienischen „Traumehe“ zwischen Valentino Rossi und Ducati ist am Sonntag in Jerez zu Ende gegangen.

Der italienische Hersteller hat in den vergangenen Monaten ein komplett neues Motorrad auf die Beine gestellt, bei dem der Motor nicht mehr ein Teil des Rahmens ist. Das Chassis selbst ist jetzt auch nicht mehr aus Kohlefaser, sondern aus Aluminium. Nach dem ersten Sepang-Test herrschte bei den Italienern noch Euphorie, die bei den zweiten Tests in Malaysia abflachte.

Jerez begann am Freitag ebenfalls nicht berauschend. Am Sonntag drehte der neunfache Weltmeister 90 Runden mit der GP12 und kam auf eine persönliche Bestzeit von 1:39.733 Minuten. Den Rückstand auf die Spitze konnte Rossi von 1,7 auf 0,953 Sekunden reduzieren. „Bei diesem Test haben wir gut gearbeitet. Wir haben Schritt für Schritt etwas geschafft und das Gefühl verbessert. Wenn man es mit dem Vorjahr oder mit dem zweiten Sepang-Test vergleicht, dann ist das ein Unterschied.“

„Unglücklicherweise haben wir von einer schlechten Basis begonnen, weil wir beim zweiten Sepang-Test die falsche Richtung eingeschlagen hatten“, schildert der Routinier. „Dafür mussten wir diesmal bezahlen. Der Regen war natürlich auch schlecht, weil wir erst am Sonntag das Programm von Samstag durchgehen konnten. Andernfalls hätten wir uns verbessern können.“ Wenn es Probleme gibt, dann ist bekanntlich jede Runde wichtig.

Am Samstag verlor Ducati einen Tag, weil es regnete. Rossi stellte sich erst am Sonntag wieder den Medienvertretern. „Vielleicht können wir es noch etwas besser machen. Heute bestand das Problem in gestern. Wenn ich in dieser Position am Sonntag gewesen wäre, dann hätte ich mich am Sonntag auf die Rundenzeit konzentrieren können. Es wäre nicht fantastisch gewesen, aber sicher etwas schneller.“

Im Vorjahr war Rossi im Regen deutlich schneller als im Trockenen. Diesen Eindruck hatte man am am Samstag aber nicht. „Gestern können wir vergessen, weil unsere Abstimmung nicht gepasst hat. Das gestrige Potenzial entspricht nicht der Performance des Motorrades im Nassen. Wenn ich die Vorspannung etwas ändere und einen Regenreifen aufziehen würde, dann könnte ich schneller als gestern fahren.“

Ist die Performance im Regen mit der neuen GP12 schlechter geworden? „Ich weiß es nicht. In Sepang bin ich zehn Runden gefahren, aber gestern war das Motorrad sehr schwierig zu fahren. Vielleicht sehen wir es bald“, lässt sich der Superstar überraschen. Seine Stimmung war zum Abschluss der Testfahrten deutlich besser. Es wurden Fortschritte erzielt. „Das Motorrad scheint bei der Frontpartie etwas besser zu sein. Es vermittelt zumindest Informationen.“

Untersteuern ist geblieben

„Das größere Problem ist das Untersteuern. Das ist ein Problem geblieben. Daran müssen wir arbeiten. Der größte Fortschritt heute war mein Gefühl für den Vorderreifen. Wir modifizierten die Front und das Heck und ich habe jetzt ein Gefühl für den Vorderreifen. Ich kann meinen Körper mit der Frontpartie halten und habe Vertrauen. Das ist sehr wichtig.“

„Leider ist das Untersteuern geblieben. Das liegt vermutlich an der DNA dieses Motorrades. Wir müssen es lösen, aber ich weiß nicht, ob wir es mit dieser Abstimmung schaffen.“ Nachdem man sich in Sepang verlaufen hatte, hat Ducati in Spanien wieder in die richtige Spur gefunden. „Wir haben den Weg von Sepang eins verfolgt. Wir haben jetzt zwei Motorräder fertig, es ist unglaublich“, freut sich Rossi.

Podestplatz wird schwierig

Wo steht nun Ducati im Vergleich zur Konkurrenz? „Ich bin zufrieden. Platz sechs ist derzeit unser Potenzial. Wir haben gut gearbeitet und konnten das Potenzial herausquetschen. Jetzt sind Rossi und Ducati da. Für mich ist das die Realität. Nach Sepang eins waren wir optimistisch. Beim zweiten war es schlimm, weil wir in die falsche Richtung gegangen sind. Jetzt haben wir unser realistisches Potenzial gesehen. Über die Saison werden wir weiterarbeiten, damit wir uns verbessern.“

Dennoch rechnet der 33-Jährige nicht mit einem Podestplatz beim Saisonauftakt in Katar. „Stoner. Lorenzo und Pedrosa sind deutlich schneller. Knapp dahinter sind wahrscheinlich Spies und Crutchlow. Sie sind auch etwas schneller als wir. Wir sind in der Gruppe mit den anderen Jungs. Unser Potenzial ist auch von der Strecke abhängig. Ich bin zuversichtlicher, weil ich fit bin und wir arbeiten können. Dieses Motorrad ist erst acht Tage alt. Wir müssen noch viel verstehen.“

Text von Gerald Dirnbeck

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