© Pata Honda - Jonathan Rea feierte im zweiten Rennen in Assen seinen ersten Sieg des Jahres 2014

© Pata Honda – Jonathan Rea feierte im zweiten Rennen in Assen seinen ersten Sieg des Jahres 2014

Für Jonathan Rea ist der Knoten in der diesjährigen Superbike-Weltmeisterschaft (SBK) geplatzt. Der erfahrene Brite holte sich im verregneten zweiten Durchgang in Assen den ersten Sieg im laufenden Jahr, seinen zwölften Superbike-Erfolg insgesamt.

Der Brite profitierte allerdings vom zweifachen Pech des Sylvain Guintoli. Der Franzose, der das erste Rennen gewonnen hatte, kam nur als Neunter über den Zielstrich.

Der Regen hatte die Szene am Nachmittag fest im Griff. Pünktlich zum geplanten Start des zweiten Rennens öffnete der Himmel seine Schleusen. Man verschob den Start um einige Minuten, alle Teams wechselten auf Regenreifen. Guintoli war in den ersten Umläufen auf dem sicheren Weg zu einem zweiten Sieg, aber die Rennleitung brach nach vier Runden ab. Die Gischt war zu gefährlich, die Sicht für nachfolgende Fahrer nahezu bei null.

Es folgte ein Geduldspiel. Bei wechselnden Bedingungen schickte die Rennleitung immer wieder das Safety-Car auf die Strecke, um die Bedingungen zu überprüfen. Nach rund einer Stunde – die Zuschauer pfiffen bereits, gingen aber noch nicht – gab es endlich ein Signal, dass es zum Neustart kommen würde. Man entschied sich für einen verkürzten Lauf über nur zehn Runden. Bis dorthin unterhielten zwei Streckenposten die Fans mit spaßigen Aktionen wie Ruderbootfahren oder Handreinigung der Strecke.

Um 15:10 Uhr wurde das Feld auf immer noch sehr nasser Piste wieder auf die Reise geschickt. Polemann Loris Baz verlor ernaut auf dem Weg in die erste Kurve seine Spitzenposition. Für einen kurzen Moment übernahm sein Kawasaki-Kollege Tom Sykes den Platz an der nicht vorhandenen Sonne, dann startete Rea seine große Show im Assen-Regen. Der Brite schob sich an die Spitze und setzte sich schnell von seinen Verfolgern ab.

Guintoli gewinnt nur den nutzlosen Regensprint
Im Hintergrund brauchte Guintoli zwei Runden, um von Platz zwei zur Aufholjagd blasen zu können. Der Franzose beeindruckte mit schnellen Runden, hatte sich im dritten Umlauf an das Hinterrad von Rea gearbeitet – und stürzte dann. Der Aprilia-Pilot berappelte sich wieder, startete von Platz 18 eine beeindruckende Aufholjagd, die ihn am Ende bis auf Platz neun nach vorn führte. Hinter Sieger Rea setzten sich Alex Lowes (Suzuki) und Davide Giugliano (Ducati) gut in Szene.

„Mein erstes Podest des Jahres. Das tut uns allen gut“, so der drittplatzierte Giugliani. „Es war ein schwieriger Tag für uns alle. Meine Saison ist nicht allzu gut gestartet, aber jetzt war ich endlich mal auf dem Podium. So kann es gern weitergehen“, freut sich Lowes. „Es ist super, dass wir das Heimrennen unseres Teams gewinnen konnten. Es waren schwierige Bedingungen. In der langen pause war es nicht so einfach, die Konzentration immer hoch zu halten“, meint Rea nach seinem Sieg.

Lowes und Giugliani waren die einzigen Fahrer, die das Tempo von Rea mitgehen konnten. Zwischenzeitlich war es vor allem der junge Brite, der mit seiner Suzuki einigen Druck auf den späteren Sieger aufbauen konnte. Die Kawasaki-Fraktion um Weltmeister Tom Sykes (4.) und Polemann Loris Baz (7.) war bei Nässe chancenlos. Die ZX-10R bot am Heck einfach zu wenig Grip. Die erfahrenen Leon Haslam (Honda) und Marco Melandri (Aprilia) holten die Ränge fünf und sechs. Melandri warf einen möglichen Podestplatz kurz vor Schluss mit einem Ausritt weg.

Bester Vertreter der Evo-Kategorie war wieder einmal Niccolo Canepa. Der italienische Ducati-Pilot holte als Zehnter wieder viele Punkte und hat in der Evo-Wertung nun die Führung übernommen. „Ich habe die Klasse heute in beiden Rennen gewonnen. Besser kann es nicht laufen“, so Canepa nach seinen guten Vorstellungen. Zu den Pechvögeln des Tages gehörten unter anderem Claudio Corti (MV Augusta), Eugene Laverty (Suzuki) und Leon Camier (BMW), die allesamt stürzten.

Ergebnisse Superbike-WM Assen Rennen 2

1 5 65 J. REA GBR PATA Honda World Superbike Honda CBR1000RR 10 1’53.818 271,8 1’35.361 286,3 16 25 89 4
2 9 22 A. LOWES GBR Voltcom Crescent Suzuki Suzuki GSX-R1000 10 2.222 1’52.975 272,5 1’35.684 283,3 7 20 36 10
3 6 34 D. GIUGLIANO ITA Ducati Superbike Team Ducati 1199 Panigale R 10 4.955 1’53.396 264,5 1’35.476 280,3 16 59 6
4 3 1 T. SYKES GBR Kawasaki Racing Team Kawasaki ZX-10R 10 13.089 1’54.996 272,5 1’35.311 286,3 20 13 108 1
5 11 91 L. HASLAM GBR PATA Honda World Superbike Honda CBR1000RR 10 13.639 1’53.464 269,1 1’36.284 281,0 8 11 44 9
6 4 33 M. MELANDRI ITA Aprilia Racing Team Aprilia RSV4 Factory 10 18.041 1’53.369 264,5 1’35.333 289,4 10 10 69 5
7 1 76 L. BAZ FRA Kawasaki Racing Team Kawasaki ZX-10R 10 21.837 1’55.142 273,2 1’34.357 283,3 13 9 93 3
8 12 7 C. DAVIES GBR Ducati Superbike Team Ducati 1199 Panigale R 10 26.919 1’55.929 271,8 1’36.288 281,8 9 8 47 7
9 2 50 S. GUINTOLI FRA Aprilia Racing Team Aprilia RSV4 Factory 10 32.766 1’53.588 271,8 1’34.845 286,3 25 7 96 2
10 7 59 N. CANEPA ITA Althea Racing Ducati 1199 Panigale R EVO 10 37.965 1’57.050 258,8 1’35.500 273,2 6 6 28 12
11 24 77 K. BOS NED Winteb LiquidRubber Racing T. Honda CBR1000RR EVO 10 44.141 1’57.107 252,7 1’38.860 5 5 19
12 20 23 L. SCASSA ITA Team Pedercini Kawasaki ZX-10R EVO 10 1’23.769 2’00.016 254,5 1’37.343 267,8 5 4 11 14
13 19 32 S. MORAIS RSA IRON BRAIN Grillini Kawasaki Kawasaki ZX-10R EVO 10 1’45.062 2’01.717 253,9 1’37.280 267,8 3 10 16
14 21 84 M. FABRIZIO ITA IRON BRAIN Grillini Kawasaki Kawasaki ZX-10R EVO 9 1 Lap 2’05.825 244,6 1’37.648 2 2 22
15 15 44 D. SALOM ESP Kawasaki Racing Team Kawasaki ZX-10R EVO 9 1 Lap 2’05.850 240,3 1’36.749 267,1 4 1 27 13
16 25 10 I. TOTH HUN BMW Team Toth BMW S1000 RR 9 1 Lap 2’05.474 245,2 1’39.464

Text von Mario Fritzsche

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