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© GP-Fever.de – Stefan Bradl: Die Erwartungen von Teamchef Ronald ten Kate sind hoch

In weniger als zwei Monaten endet Stefan Bradls MotoGP-Karriere beim Saisonfinale in Valencia. Bradl wechselt nach fünf Jahren in der Königsklasse das Fahrerlager und wird ab 2017 in der Superbike-WM antreten.

Bei Ten-Kate-Honda erhält der Zahlinger eine Honda Fireblade und übernimmt den Platz von Michael van der Mark, der das Team in Richtung Yamaha verlässt.

Teamchef Ronald ten Kate ist überzeugt, mit Bradl den richtigen Fahrer verpflichtet zu haben: „In den vergangenen Jahren kamen viele Fahrer aus der MotoGP in die Superbike-WM. Die meisten dieser Fahrer waren sehr erfolgreich, wie Max Biaggi, Carlos Checa, Marco Melandri oder Alex Barros. Sie konnten alle Rennen gewinnen. Einige von ihnen gewannen sogar Meisterschaften“, bemerkt Bradls zukünftiger Teamchef gegenüber ‚Motorsport-Total.com‘.

„Nicky Hayden zeigt eine tolle Debütsaison, gewann ein Rennen und stand mehrfach auf dem Podium“, hebt ten Kate hervor. „Stefan ist verglichen mit den anderen ehemaligen MotoGP-Piloten der mit Abstand jüngste Fahrer, der in die Superbike-WM wechselt. Die anderen Fahrer befanden sich bereits im Herbst ihrer Karriere. Stefan hat den Herbst seiner Karriere noch nicht erreicht, denke ich. Er befindet sich aktuell im Frühling oder im Sommer. Er befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und kann sich noch weiterentwickeln. Ich bin sehr gespannt, ob ihm das gelingt.“

„Man bekommt nicht oft die Chance, einen ehemaligen MotoGP-Weltmeister zu verpflichten. Zu Beginn seiner MotoGP-Karriere zeigte er bei LCR-Honda gute Leistungen. In den vergangenen Jahren war es nicht einfach für ihn. Ich freue mich sehr, in Zukunft mit ihm zu arbeiten“, betont der Holländer, der Bradls Art mag.

Ten Kate: „Stefan war nicht unser Plan B“
„Er scheint ein netter Kerl zu sein. Ich denke, er wird sich gut ins Team einfügen. Wir sind Nordeuropäer und er ist ebenfalls ein Nordeuropäer. Es sollte also gut passen hinsichtlich der Mentalität“, grübelt ten Kate, der Bradl nicht als Ersatz für van der Mark einstufen möchte: „Er ist nicht unser Plan B. Das wäre viel zu negativ formuliert.“

„Nicky stand bereits für die kommende Saison fest. Michaels Vertrag war bereit für eine Verlängerung. Genau genommen hatte das alles aber nur einen Options-Status. Honda wollte ihm zuerst die Chance bieten, weil er ein junger Fahrer ist, der die Supersport-Weltmeisterschaft gewann und in Suzuka tolle Leistungen erzielte. Er erhielt ein Angebot von Honda. Doch mit der Zeit wurde aus dem Exklusivvertrag ein normaler Vertrag. Das war der Zeitpunkt, an dem wir uns mit Stefan beschäftigten. Alle Parteien stimmten zu und wir verpflichteten ihn“, schildert Bradls zukünftiger Teamchef.

Ten Kate bedauert van der Marks Weggang, doch er kann die Beweggründe seines Landsmannes verstehen: „Es gab verschiedene Gründe. Aber nach sechs Jahren wünscht man sich dann eine Veränderung. Man muss sich weiterentwickeln“, berichtet das Superbike-WM-Urgestein.

Nicky Hayden: „Superbike-WM ist nicht die 2. Liga“
Mit Nicky Hayden erhält Bradl in der neuen Saison einen erfahrenen Teamkollegen. Die beiden Ex-Weltmeister kennen sich aus dem MotoGP-Fahrerlager. „Ich erwarte, dass ich auch in der kommenden Saison einen starken Teamkollegen haben werde. Bereits in der laufenden Saison erhielt ich mit Michael einen starken Teamkollegen, mit dem ich gut zurechtkomme. Ich denke, dass Stefan stark sein wird und mir die Aufgabe erschwert. Ich freue mich aber auf diese Herausforderung“, kommentiert Hayden.

Bradls Aussage, die Superbike-WM wäre eine Art zweite Liga, möchte Hayden so aber nicht stehen lassen: „Ich würde die Superbike-WM nicht als zweite Liga bezeichnen. Sicher ist es nicht die MotoGP, aber das Niveau ist sehr hoch“, betont der US-Amerikaner und fügt hinzu: „Die Fahrer sind stark und an der Spitze geht es eng zu. Es ist anders als die MotoGP.“

Text von Sebastian Fränzschky

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