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© GP-Fever.de – Kein junges Talent in Sicht: Wer wird Yamaha in der Zukunft zu Erfolgen führen?

Yamaha gab beim Saisonauftakt in Katar freudig bekannt, dass Valentino Rossi zwei weitere Jahre für das Werksteam fahren wird.

Sollte Jorge Lorenzo ebenfalls bei Yamaha verlängern, dann können die „Blauen“ unbeschwert in die kommenden zwei Jahre gehen. Lorenzo bewies mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft im Vorjahr, dass er Marc Marquez schlagen kann.

Und auch in dieser Saison wird der WM-Titel nur über Lorenzo gehen, das wurde beim Saisonauftakt in Katar deutlich. Offen ist aber, wer Yamaha nach der Rossi/Lorenzo-Ära zu Erfolgen führen wird.

Im Gegensatz zu Honda, Ducati und Suzuki fehlt Yamaha ein vielversprechendes junges Talent. Honda hat mit Marquez die besten Karten. Der Weltmeister von 2013 und 2014 feierte im Februar seinen 23. Geburtstag und dürfte der MotoGP in den kommenden zehn Jahren erhalten bleiben. Ducati hat mit Andrea Iannone (25 Jahre) ebenfalls eine vielversprechende Aktie im Portfolio. Suzuki wird sich bemühen, Maverick Vinales (21 Jahre) zu halten.


Ende 2013 sicherte sich Yamaha die Dienste von Pol Espargaro, der in der Moto2 mit starken Leistungen auf sich aufmerksam machte. Espargaro wurde ins Tech-3-Team transferiert und sollte später ins Werksteam aufsteigen. Doch bisher blieb der Spanier hinter den Erwartungen zurück. In den beiden vergangenen Jahren schaffte es Espargaro nicht auf das Podium. Im Vorjahr enttäuschte er als WM-Neunter, während Teamkollege Bradley Smith die Saison als WM-Sechster beendete.

Wen holt Yamaha 2017 zu Tech 3?
KTM gab überraschend bekannt, sich mit Smith für die Saison 2017 einig zu sein. Der Brite verlässt Herve Poncharals Tech-3-Team nach vier Jahren und wird erstmals als Werkspilot antreten. Offen ist, ob Espargaros Vetrag verlängert wird. Yamaha-Rennleiter Lin Jarvis schaut gespannt auf die Entwicklung bei Tech 3 und bemüht sich, in die Gespräche mit jungen Talenten einzuklinken.

„Das Team wird von Herve geführt. Deswegen muss er am Ende die Entscheidungen treffen. Es ist nie einfach, denn wir sind involviert und arbeiten zusammen an Strategien“, bemerkt Jarvis und spielt auf Espargaros Verpflichtung vor zweieinhalb Jahren an: „Bei den Fahrerverträgen sind wir manchmal involviert. Ein Junior-Team ist unser angestrebtes Konzept.“

„Wir möchten junge Piloten nach oben bringen, um ihnen dann einen Platz im Werksteam anzubieten, wenn sie dafür bereit sind. Das ist unsere Idee. Manchmal gibt es aber einen Mangel an Chancen. Jorge und Vale fahren schon viele Jahre für uns. Selbst wenn man ein Supertalent hat, kann man es nirgendwo unterbringen“, bedauert der Brite, der die Geschicke des Yamaha-Werksteams seit vielen Jahren leitet.

Tech 3 muss warten, was Lorenzo macht
„Wir beschäftigen uns erst mit den Fahrern für das Werksteam und schauen dann, wie es im Tech-3-Team weitergeht“, betont Jarvis, der sich vor Smith‘ KTM-Bekanntgabe hätte vorstellen können, den Briten bei Tech 3 zu halten, auch wenn Tech-3-Teamchef Poncharal vor dem Katar-Grand-Prix Druck auf Smith ausübte.

Sobald sich Lorenzo entscheidet, ob er Yamaha treu bleibt, kann die Fahrerplanung bei Tech 3 angegangen werden. Bis dahin wird es keine Bekanntgaben geben. „Wenn man die beiden besten Fahrer hat, dann kann man sich Zeit lassen. Ideal wäre es, wenn Vale und Jorge uns zwei Jahre erhalten bleiben. Dann können wir uns Gedanken machen, wie es in zwei Jahren weitergeht. Vielleicht können wir dieses Problem dann lösen, indem wir ein neues Talent ins Tech-3-Team bringen“, bemerkt Jarvis.

„Es ist nicht einfach. Man benötigt ein gewisses Zeitfenster, um neue Fahrer nach oben zu bringen. Honda löste das vor ein paar Jahren ziemlich geschickt, als sie die Regeln anpassen ließen, um Marc direkt ins Werksteam zu holen. Das war ein sehr gelungener Zug“, lobt der Yamaha-Rennleiter. „Sie verpflichteten das größte junge Talent. Das machten wir vor ein paar Jahren aber auch mit Jorge.“

„Jorge fährt in diesem Jahr seine neunte Saison mit uns. Das gibt es nicht allzu oft. Valentino bestreitet seine elfte Saison mit Yamaha. Unsere Kontinuität ist ziemlich bemerkenswert. Das spiegelt wieder, wie wir mit unseren Fahrern zusammenarbeiten. Wir halten uns an Vereinbarungen“, erklärt Jarvis, der sich aber noch nicht sicher ist, ob Lorenzo auch in der Zukunft für Yamaha fahren wird. „Manchmal entschließen sich Fahrer dazu, andere Entscheidungen zu treffen“, so der Yamaha-Stratege.

Text von Sebastian Fränzschky

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