Es gibt Rennstrecken, die liegen den Fahrern mehr – und es gibt welche, die liegen ihnen eher weniger. Der Sachsenring gehört für die Motorradlegende Marc Marquez auf jeden Fall zu der ersteren Variante. Bei dem diesjährigen Großen Preis von Deutschland in der der MotoGP-Klasse setzte sich wieder einmal der Spanier durch. Schier unglaublich klingt die Bilanz des Hondapiloten: Bereits zum siebten Mal in Folge gewann er das MotoGP Rennen auf dem Sachsenring. Insgesamt ist es auf dieser Strecke sein zehnter Sieg in Folge. Wir blicken auf die unglaubliche Serie von Marquez und analysieren, warum ihm diese Strecke so liegt.

Schon vor der MotoGP Zeit dominant

Neben Valentino Rossi gehört Marc Marquez zweifelsfrei zu den berühmtesten Motorradpiloten in der Geschichte des MotoGP. Schon früh begann Marquez auf einem Minibike. Doch wie es sich für einen Spanier gehört, liebte er auch den Fußball. Und so stellte ihn sein Vater vor die Wahl: Motorrad oder Fußball? Natürlich liebt Marquez den Fußball immer noch, doch betrachtet man seinen Erfolg in den verschiedensten Klassen, so scheint es, als habe er sich damals für den richtigen Sport entschieden. Marquez‘ Talent blitzte früh auf. Bereits in seiner dritten Saison feierte er seinen ersten Weltmeistertitel. In demselben Jahr begann auch seine Dominanz auf dem Sachsenring. Im Jahr darauf wechselte er in die Moto2. Während er in seinem ersten Jahr aufgrund einer Verletzung in der Gesamtwertung auf dem zweiten Platz landete, holte er sich auch in dieser Rennserie den Titel im zweiten Anlauf. In dem beiden Jahren 2011 und 2012 sicherte er sich ebenfalls jeweils den ersten Platz beim Großen Preis auf dem Sachsenring.

Willkommen in der Königsklasse

Nach dem Weltmeistertitel in der Moto2 für SRT ging es dann in die Königsklasse des Motorradrennsports. In der Saison 2013 trat der junge Spanier erstmals in der MotoGP für das Werksteam von Honda an. Dabei belegte er direkt in seinem ersten Rennen den dritten Platz hinter den Legenden Jorge Lorenzo und Valentino Rossi. Neben seinem obligatorischen Sieg auf dem Sachsenring gewann Marquez unter anderem auch die Grand Prix von San Marino und Barcelona. Letztlich reichte ihm 2013 der dritte Platz im letzten Rennen der Saison in Valencia, um sich zum jüngsten MotoGP-Weltmeister aller Zeiten zu küren – der Höhepunkt seiner noch jungen Karriere.

Dominanz auf dem Sachsenring

Seither dominiert Marquez die MotoGP und konnte mit Ausnahme der Saison 2015 jedes Mal den Titel mit nach Hause nehmen. Seine Dominanz lässt sich nicht nur an dem imposanten Trophäenschrank erkennen, sondern drückt sich auch in seiner langen Liste an Rekorden aus. Klassenübergreifend ist er der Fahrer mit den meisten Pole-Positions und der jüngste Fahrer mit 70 Siegen. Zudem weist er in der Moto-GP mit knapp 42 % die höchste Siegquote der Geschichte auf. Besonders beeindruckend ist allerdings seine Errungenschaft auf dem Sachsenring. In der aktuellen Saison konnte er seinen zehnten Sieg in Folge auf der ostdeutschen Rennstrecke einfahren – ein Rekord für die Ewigkeit. Auch seine Serie an Pole-Positions hielt weiterhin an. Es scheint, als sei der traditionsreiche Kurs wie für ihn gemacht. Doch woran liegt das?

Kompakte Strecke und viele Linkskurven für den Weltmeister

Angesprochen auf seine unglaubliche Dominanz auf dem Sachsenring nennt Marquez verschiedene Gründe. „Zuerst muss ich betonen – ich bevorzuge Linkskurven. Ich weiß nicht, warum das so ist, denn ich habe mich bemüht, meine Fahrweise auch in Rechtskurven zu verbessern. Aber Linkskurven passen viel besser zu meinem Fahrstil“, so der Spanier gegenüber den Medien. Ebenso käme ihm aber auch die kurze und kompakte Streckenführung entgegen. Vor allem seine Wurzeln im Motocross spielen hier eine entscheidende Rolle. In der Tat bestätigt er Parallelen zwischen dem Sachsenring und einer Motorsportstrecke: „Der Sachsenring wirkt wie eine Motocross-Rennstrecke, es geht bergauf und bergab. Ich fühle mich dort jedes Jahr ausgezeichnet“, so Marquez nach seinem zehnten Erfolg in Folge. Mit dem fünften Rennsieg in diesem Jahr ist er bei den Motorsportwetten mit einer  Betway Quote von 1,02 (Stand 17.7.) wieder der Topfavorit auf dem WM-Titel. Es scheint jedenfalls, als sei der Spanier noch immer nicht satt.

Die Fans dürfen sich jedenfalls noch auf ein paar weitere Jahre mit Marquez freuen und solange die MotoGP in Deutschland auf dem Sachsenring Halt macht, kann man davon ausgehen, dass man Spanier noch weiter auf deutschem Boden jubeln sehen wird.

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