Pol Espargaro - © Motorsport Images

© Motorsport Images – Pol Espargaro führte den Katar-GP lange an und beendete ihn vor Marc Marquez

(Motorsport-Total.com) – Honda-Werkspilot Pol Espargaro mag den MotoGP-Saisonauftakt 2022 in Katar nicht gewonnen haben, sieht sich aber trotzdem als einer der großen Gewinner.

Mit einem Raketenstart vom sechsten Startplatz übernahm er direkt in der ersten Kurve die Führung und legte anschließend 17 der 22 Rennrunden als Spitzenreiter zurück.

Dem Angriff des späteren Siegers Enea Bastianini (Gresini-Ducati) hatte Espargaro fünf Runden vor Schluss nichts entgegenzusetzen. Weil er an seiner Honda den weichen Hinterreifen fuhr, kämpfte er in den letzten Runden mit nachlassendem Grip. Bastianini, der den Medium-Hinterreifen fuhr, kam mühelos vorbei und siegte. Espargaro aber sieht das Positive.

„Ich freue mich wirklich. Klar, wenn du das Rennen so lange anführst, dann ist ein dritter Platz am Ende nicht das, was du willst. Aber insgesamt betrachtet haben Honda und ich heute ein klares Signal gesendet, nämlich, dass nicht nur Marc Marquez mit einer Honda gewinnen kann“, so Espargaro.

„Nach so vielen Jahren, in denen Honda nur einen Siegfahrer hatte, ist das einfach großartig“, meint der Spanier, der seine zweite Saison im japanischen Werksteam fährt. Im vergangenen Jahr hat er es einmal auf das Podest geschafft (P2 in Misano 2 hinter Teamkollege Marquez).

Im Winter hat man bei HRC, der Motorsportabteilung von Honda, die RC213V von Grund auf neu konzipiert und aufgebaut. Die 2022er-Version des Bikes ist nun die Honda, die sich Espargaro gewünscht hatte, als er im Winter 2020/21 von KTM kam.

„Ganz klar, das ist das Bike, nach dem ich gesucht habe. Ich würde nicht sagen, dass ich dieses Bike erwartet hatte als ich zu Honda kam. Aber ist definitiv das Bike, das ich haben wollte. Und damit meine ich eines, das sich sauber fahren lässt“, sagt er.

„Man muss mit diesem Bike nicht übermäßig aggressiv sein und viel riskieren, um auf Rundenzeit und Ergebnisse zu kommen“, erklärt Espargaro und stellt heraus: „Seit Beginn der Testfahrten bin ich mit diesem Bike noch nicht gestürzt.“

Dass er beim Renndebüt der 2022er-Honda auf Anhieb 17 von 22 Runden anführen würde, hatte Espargaro so aber nicht geplant. „Ich kann versichern, dass meine Strategie eine ganz andere war“, lacht er und erklärt: „Tatsächlich hatte ich genau das Gegenteil geplant. Ich wollte eigentlich nur so gut es ging an der Spitzengruppe dranbleiben, um einerseits die Reifen zu schonen, anderseits auch ein bisschen Sprit zu sparen.“

„Weil ich aber in Führung lag und schnell war“, so Espargaro weiter, „habe ich jede Menge Sprit verblasen und auch die Reifen stärker strapaziert als ich wollte.“ Zu seiner Verteidigung sagt er: „Ich habe mich einfach wohlgefühlt und mir keine Gedanken darüber gemacht, was passiert. Ich wollte einfach zeigen, dass ich schnell bin, dass ich ein Honda-Werksfahrer bin und dass Honda zurück ist. Darum ging es heute. Ich hätte das Rennen am liebsten angeführt bis etwas explodiert.“

Explodiert ist der Hinterreifen an der Honda mit der Startnummer 44 zwar nicht. Aber als Bastianini fünf Runden vor Schluss auf Höhe Start/Ziel zum Angriff blies, kam Espargaro in Kurve 1 von der Piste ab, weil er einfach keinen Grip mehr hatte. „Ich habe seinen Windschatten erwischt und war dabei so schnell, dass ich mich schon im Kiesbett sah. Ich konnte das Bike gerade so neben der Strecke noch abbremsen, aber mein Reifen war komplett am Ende.“

Als Espargaro seinen Umweg fuhr, kam KTM-Pilot Brad Binder vorbei und wurde schließlich Zweiter. Der Honda-Pilot wurde mit 1,3 Sekunden Rückstand Dritter, kann damit aber sehr gut leben. Denn wenngleich es mit seinem ersten MotoGP-Sieg noch nicht ganz geklappt hat, ist Espargaros Optimismus groß, dass die Richtung absolut stimmt.

„Die Erkenntnis, dass jetzt nicht mehr nur ein Fahrer mit der Honda gewinnen kann, ist großartig für die ganze Honda-Truppe. Denn es bedeutet, dass man auch mit einem anderen Fahrstil [als dem Marquez-Stil] etwas erreichen kann. Deshalb gebührt Honda viel Lob für die Arbeit, die man verrichtet hat“, so Espargaro, der beim Saisonauftakt zwei Positionen vor Marquez ins Ziel kam.

Das zweite Rennen im MotoGP-Kalender 2022 findet am 20. März auf der neuen Rennstrecke in Mandalika auf Lombok in Indonesien statt. Dort gab es Mitte Februar die ersten Testfahrten der MotoGP-Piloten und dabei fuhr ein gewisser Pol Espargaro auf der 2022er-Honda die Bestzeit.

Text von Mario Fritsche

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