(Motorsport-Total.com) – Zum vierten Mal hintereinander schied Francesco Bagnaia in einem Grand Prix aus. Das ist dem zweimaligen MotoGP-Weltmeister seit seiner Rookie-Saison 2019 nicht mehr passiert. In Portimao stürzte Bagnaia in der elften Runde in Kurve 10. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf dem vierten Platz.
„Das sind zwar nicht die Ergebnisse, die ich mir wünsche, aber heute wäre Platz vier das Maximum gewesen“, sagt der Italiener. „Ich habe alles gegeben, um auf dieser Position ins Ziel zu kommen, und dann – nichts, ich habe gepusht und das Vorderrad verloren.“
„Wenn man pusht, kann so etwas eben passieren.“ An den letzten vier Rennwochenenden sammelte Bagnaia nur 14 WM-Punkte. Das waren zwölf für den Sieg im Sepang-Sprint und zwei für Platz acht im Portimao-Sprint.
Aber schon im Samstagsrennen verlor Bagnaia in der letzten Kurve noch zwei Plätze und verschenkte ein etwas besseres Ergebnis. Was war am Ende des Sprints los? „Ich habe im Sprint keinen guten Job gemacht“, sagt der 28-Jährige selbstkritisch.
„Ich hatte von Beginn an sehr wenig Grip am Hinterreifen und habe den vorhandenen Grip auch nicht richtig genutzt. Ich habe zu viel durchdrehen lassen, und der Hinterreifen begann schon ab Runde eins stark abzubauen. In der Schlussphase war dann praktisch nichts mehr übrig.“
Insgesamt kämpfte Bagnaia auch in Portugal mit altbekannten Problemen: „Ähnlich wie in Sepang. Ich kann die Kurven nicht so anfahren, wie ich möchte, und habe ziemliche Schwierigkeiten, das Motorrad im ersten Teil des Kurveneingangs zum Einlenken zu bringen.“
„Daher muss ich weiter aufmachen, um das Motorrad drehen zu lassen. Das Gefühl ist alsodasselbe wie in Sepang, aber dort hatte ich die Poleposition, habe den Sprint gewonnen und wäre am Sonntag – abgesehen vom Reifenschaden – auch auf dem Podium gelandet.“
„Das Motorrad ist jetzt stabiler, definitiv, es ähnelt dem Zustand von damals. Aber auf einer Strecke wie dieser, wo man die Linie sehr eng schließen muss, ist es schwieriger.“ Nach dem Grand Prix meinte Bagnaia, dass sich das Motorrad am Sonntag etwas besser anfühlte.
Wie bewertet er das Portimao-Wochenende insgesamt? War es trotzdem ein kleiner Fortschritt, denn bis zum Sturz war er sicherer Vierter. „Im Vergleich zu Indonesien ja, aber im Vergleich zu Japan nein. Ich weiß, was ich kann, und ich weiß, was wir als Team leisten können.“
„Leider fehlt uns derzeit etwas, und wir versuchen, das für die Zukunft zu lösen, denn es ist schwierig zu verstehen. Das gesamte Team arbeitet daran. Ich denke, wir haben auch an diesem Wochenende, wie schon in Sepang, gute Arbeit geleistet.“
„Wir müssen so weitermachen, auch wenn das nicht die Ergebnisse sind, die wir wollen. Wir wollen um Siege kämpfen, und heute hat eine Aprilia gewonnen. Wir müssen uns auf das große Ziel konzentrieren.“
In der Fahrerwertung hat Marco Bezzecchi vor dem Saisonfinale 35 Punkte Vorsprung auf Bagnaia. Die Entscheidung um den dritten Platz ist praktisch gefallen, denn in Valencia werden nur noch 37 Zähler vergeben.
„Ehrlich gesagt, die Fahrer, die mit mir gekämpft haben, also Bezzecchi, verdienen den dritten Platz in der Meisterschaft mehr als ich“, gesteht Bagnaia seine Niederlage. Er muss in Valencia noch auf Pedro Acosta aufpassen, der nur noch drei Punkte zurückliegt.
Text von Gerald Dirnbeck, Co-Autor: German Garcia Casanova
Quelle, Infos, Hintergrundberichte: www.motorsport-total.com/
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