(Motorsport-Total.com) – Wenn an diesem Sonntag in Valencia zum 22. Mal die Zielflagge der MotoGP-Saison 2025 fällt, findet der längste Kalender aller Zeiten seinen Abschluss. Der Circuit Ricardo Tormo in Valencia bietet laut Alex Hofmann die perfekte Bühne für das Finale: kompakt, fordernd und stimmungsvoll.
„Wir werden drei gute Rennen und eine tolle Abschlussshow sehen“, freut sich der ServusTV-Experte. Nach der Flutkatastrophe im Vorjahr sei es „schön, dass Valencia wieder im Kalender steht und die Leute zur Normalität zurückkehren können“.
Das Jahr des Marc Marquez
Im Mittelpunkt der abgelaufenen Saison stand für Hofmann ganz klar Marc Marquez. Der neunfache Weltmeister habe nach seinem Wechsel ins Ducati-Werksteam eindrucksvoll bewiesen, dass er nichts von seiner Klasse eingebüßt hat.
„Falls es noch Zweifler gab, die dachten, dass er nicht so gut ist, wie ihn die Experten auf Dauer eingeschätzt haben, wurde das Thema jetzt offiziell erledigt“, betont Hofmann. „Marc hat einfach mehr zu bieten als alle anderen MotoGP-Fahrer.“
Auch für die Dominanz von Ducati in dieser Saison sieht Hofmann den Spanier als entscheidenden Faktor: „Die Lücke zu den anderen ist deutlich kleiner geworden, aber wir haben diesmal den Marc-Faktor gehabt, den es früher bei Honda gab. Die meisten Punkte hat Marc mit seiner unglaublichen Leistung geholt.“
Enge Verfolger: Aprilia und KTM
Nimmt man den Weltmeister aus der Rechnung, seien Aprilia und KTM „nicht weit weg“. Dabei hebt Hofmann vor allem zwei Namen hervor: „Aprilia hat mit der Konstanz von Marco Bezzecchi die Nummer zwei in Anspruch genommen. Und ich bin mir sicher, dass Jorge Martin auch tolle Wochenenden gehabt hätte.“
Bei KTM habe Pedro Acosta für Glanzpunkte gesorgt: „Der Jüngste ist mit Abstand der Stabilste und kann in Valencia sogar Pecco Bagnaia Platz vier wegnehmen. Er hat in einem schwierigen Jahr für den Hersteller einen guten Schritt nach vorne gemacht.“
Blick auf 2026: „Alle jagen Marc“
Mit Blick auf die kommende Saison, die letzte vor dem neuen MotoGP-Reglement ab 2027, erwartet Hofmann keine großen Verschiebungen der Kräfteverhältnisse. „Die Bikes kann man nicht mehr groß weiterentwickeln, weil andere Prioritäten gesetzt werden müssen. Stellen wir uns darauf ein: Alle jagen Marc.“
Denn der amtierende Weltmeister werde auch 2026 die Referenz sein – „wenn er gesund bleibt“, betont der ServusTV-Experte. Dennoch könnten Überraschungen möglich sein, sollte Ducati intern die richtige strategische Linie verfehlen.
„Sie sind ein bisschen lost, mit welchem Paket sie fahren sollen. Vielleicht geht da nicht alles gut und es eröffnet sich eine Chance für die anderen“, schätzt Hofmann ein.
Saisonkalender am Limit
Den Kalender mit 22. Rennwochenenden, die es auch 2026 wieder geben wird, sieht er kritisch. „Ich habe ja einen Luxusjob, kann spät anreisen und bin früh wieder weg. Und selbst ich finde es in diesem Low-Intensity-Bereich schwer, alles mit einem normalen Leben mit Familie unter einen Hut zu bringen“, erklärt er.
Für die Fahrer sei die Belastung noch weitaus größer. Der verletzungsbedingte Ausfall von Jorge Martin über weite Strecken der Saison zeige, wie riskant die hohe Termindichte sei. „Mit ein bisschen Pech kann es noch schlechter laufen und wir müssen auf mehrere große Namen das ganze Jahr verzichten“, so Hofmann.
Text von Juliane Ziegengeist
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