(Motorsport-Total.com) – Dani Pedrosa hat die Strecke im Laufe seiner MotoGP-Karriere mit vielen großen Namen des Sports geteilt, mit denen er gemeinsam die Ära der sogenannten „Fantastic Five“ prägte: Valentino Rossi, Jorge Lorenzo, Casey Stoner und Marc Marquez – ein Hinweis auf ihr Talent, ihre Klasse und ihre Ausstrahlung.
Vor wenigen Tagen, beim San-Marino-Grand-Prix in Misano, war Pedrosa im Podcast von Andrea Migno zu Gast, sprach über die prägendsten Momente seiner Laufbahn und beschrieb, welche Eigenschaften seine größten Gegner auszeichneten.
Über Rossi sagte er anerkennend: „Valentino hat für unseren Sport etwas Außergewöhnliches geleistet. Wenn ich mit ihm auf der Strecke war, vor allem in den ersten Jahren, fühlte sich ein Überholmanöver gegen ihn nie so an wie gegen die anderen. Sagen wir, er hatte eine Aura, die nur wenige Fahrer besaßen.“
Pedrosa: Rossi war ein Alphatier
Pedrosa selbst, zurückhaltend und introvertiert, sah sich damit im klaren Gegensatz zum Italiener. „Rossi konnte dich auf der Strecke schlagen, aber manchmal musste er das gar nicht. Er konnte dich auch abseits der Strecke besiegen. Für mich war das mit meinem Charakter schwer zu verkraften“, gestand der Spanier.
Über Lorenzo, mit dem er bereits seit den Nachwuchsklassen Rivalität pflegte, urteilte Pedrosa respektvoll: „Mit Jorge war es anders, weil unsere Rivalität viele Jahre zurückreicht.“
„Er hatte diese enorme Qualität in der Kurvengeschwindigkeit, war aber auch der Bremse stark. Und im Laufe der Zeit hat er sich unglaublich verbessert. Er hatte Probleme beim Start, also konzentrierte er sich darauf, sie zu beheben. Dann darauf, seine ersten Runden zu verbessern, dann darauf, im Regen schneller zu sein.“
Stoner ein echter Ausnahmekönner
Im Vergleich dazu fiel seine Einschätzung zu Stoner, mit dem er in dessen zwei Jahren bei Honda 2011 und 2012 eine Box teilte, allerdings noch einmal bewundernder aus.
„Wenn ich Vale oder Lorenzo zusah, dachte ich ‚wow‘. Aber da war nichts, was sie taten, bei dem ich dachte: ‚Das könnte ich nicht auch.‘ Vielleicht nicht immer, weil es nicht meine stärkste Seite war, aber ich sah mich grundsätzlich in der Lage dazu.“
„Bei Stoner jedoch sah ich Dinge, die ich einfach nicht konnte“, erklärte Pedrosa. „Casey ging auf die Strecke, fast ohne zu wissen, ob die Kurve nach rechts oder links ging, mit kalten Reifen und ohne Set-up, und schon in der ersten Runde flog er davon.“
Pedrosa sieht viel Stoner in Marquez
Zum Schluss sprach er über Marquez, seinen Teamkollegen bei Honda von 2013 bis 2018: „Marc ist in der Lage, dieselben Dinge zu sehen, die ich bei Stoner sah, und sie umzusetzen. Er hat die Fähigkeit, bestimmte Aspekte seines Fahrens zu verbessern, ohne die Stärken zu kompromittieren, die ohnehin sein Markenzeichen sind.“
Pedrosa verabschiedete sich Ende 2018 vom aktiven Rennsport, nachdem er über viele Jahre die Farben von Honda in der Weltmeisterschaft vertreten hatte. Seit 2019 ist er fester Bestandteil des MotoGP-Projekts von KTM und treibt dort die Entwicklung der RC16 als Testpilot mit seiner Erfahrung maßgeblich voran.
Der Spanier blickt auf 13 Jahre in der Königsklasse zurück, in denen er 31 Siege und 112 Podestplätze errang. Nur der große Triumph blieb ihm verwehrt: dreimal Vizemeister, aber nie MotoGP-Weltmeister, obwohl er zuvor drei Titel in Serie in den kleineren Klassen gesammelt hatte (125er 2003, 250er 2004 und 2005).
Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Oriol Puigdemont
Quelle, Infos, Hintergrundberichte: www.motorsport-total.com/
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