(Motorsport-Total.com) – Bei einer Pressekonferenz seines Sponsors Estrella Galicia hat sich Marc Marquez, der aktuell verletzungsbedingt pausiert, überraschend offen zur schwierigen Saison seines Ducati-Teamkollegen Francesco Bagnaia geäußert.

Marc Marquez hofft, dass Teamkollege Francesco Bagnaia Lösungen findet

Während Marquez nach seinem Wechsel ins Werksteam dominierte und vorzeitig den Titel holte, kämpft Bagnaia mit er Desmosedici GP25 mehr, als es viele erwartet hätten.

„Es tut mir leid, ihn so zu sehen. Pecco hat in diesem Jahr eine totale Achterbahnfahrt erlebt. Ich glaube, er kann es sich nicht einmal selbst erklären. Das Beste, was ihm passieren kann, ist, dass der Winter kommt und er einen Reset machen kann“, sagt Marquez und richtet den Blick bereits auf die Saison 2026.

„Er hat nicht verlernt, Motorrad zu fahren. Das haben wir in Motegi gesehen“, erinnert der Spanier an Bagnaias Doppelsieg und hofft im Sinne des Teams darauf, dass Lösungen gefunden werden. „Es wäre das Beste für das Ducati-Projekt.“

Bagnaia und die schwierige Beziehung zur GP25
Bagnaias Saison 2025 ist bislang geprägt von Frustration, Selbstzweifeln und einem Motorrad, das ihm mehr Fragen als Antworten liefert. Nach zwei WM-Titeln 2022/23 unterlag er im vergangenen Jahr nur knapp Jorge Martin. Die GP25 sollte eigentlich der nächste Schritt in Richtung technischer Perfektion sein.

Doch stattdessen hat sich das neue Paket als kompliziert erwiesen. Der Italiener kämpft vor allem mit mangelndem Gefühl für das Vorderrad – jenes Vertrauen, das ihn in den vergangenen Jahren so stark machte. „Ich habe jede Richtung ausprobiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass dieses Motorrad eine andere DNA hat, an die ich mich noch nicht anpassen kann“, erklärte Bagnaia zuletzt seine Probleme.

Auch Ducati-Teammanager Davide Tardozzi bestätigte: „Peccos Geschwindigkeit steht außer Frage. Es ist das Vertrauen in das Bike, das ihm derzeit fehlt.“ Während der Hersteller die GP25 als evolutionären Schritt auf Basis der extrem erfolgreichen GP24 versteht, scheint der Fortschritt auf der Strecke zu stocken.

Marquez: „GP24 das beste Paket – mit Innovationen der GP25“
Auch Marquez selbst hat im Vergleich beider Maschinen eine klare Meinung: „Ich denke, wir können mit dem Vertrauen am Vorderrad einen kleinen Schritt nach vorne machen, ohne aber das Hinterrad zu vergessen. Alles ist ein Kompromiss“, so der Spanier. „Das beste Paket war die GP24, aber mit den Innovationen der GP25.“

Obwohl also auch Marquez die Defizite des aktuellen Protoypen gespürt hat, gelang es ihm, die Ducati in den meisten Rennen konstanter zu bewegen als Teamkollege Bagnaia.

Dabei könnte Marquez von der Tatsache profitiert haben, dass er von der GP23, die er 2024 bei Gresini pilotierte, direkt auf die GP25 umgestiegen ist – und nicht wie Bagnaia, eine komplette Saison auf der nahezu perfekten GP24 verbracht hat.

Psychologischer Druck und technischer Spagat
Neben den reinen Technikfragen spielt für Bagnaia auch die mentale Komponente eine große Rolle. Mit Marquez im gleichen Team stand er 2025 permanent im direkten Vergleich mit dem nunmehr siebenfachen MotoGP-Weltmeister, und das in einer Phase, in der ihm das Vertrauen in sein Arbeitsgerät fehlte.

Dieses gilt es, im Winter wiederzufinden. Sollte Ducati das richtige Gleichgewicht zwischen Stabilität und Innovation finden und Bagnaia das Vertrauen ins Vorderrad zurückgewinnen, könnte mit dem Doppelweltmeister wieder zu rechnen sein.

Text von Juliane Ziegengeist, Co-Autor: Ruben Carballo Rosa

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