© MV Agusta F4RR Corsacorta

Motorräder die etwas Besonderes sind, werden meist mit dem Kürzel „R“ oder „RR“ versehen, welches eine Affinität zum Racing bzw. zur Rennstrecke signalisieren soll. Bei den Fans beschleunigen diese Kürzel meist den Puls und sorgen für unruhigen Schlaf.

Meist sind diese Kürzel auch mit einem dicken Griff die die Portokasse verbunden, erst recht wenn es sich um ein Motorrad aus dem „heiligen Land“ des Designs, sprich: Italien, handelt.

So dürfte es bei der 2011er MV Agusta F4RR Corsacorta nicht anders sein. Hinter vorgehaltener Hand wird ein Preis von ca. 30.000 Euro genannt.

Das Ziel von MV war für die Doppel-R hoch gesteckt: Maximale Leistung mit anspruchsvollsten Chassis-Design um das leistungsstärkste Superbike der Welt zu bauen.

Die Liste der Neuheiten an dem Motorrad dürfte doppelt so lang sein, wie die ToDo-Liste von Valentino Rossi an Ducatis Desmosedici.

Der Motor – das Herzstück der MV – wurde hierzu komplett überarbeitet, wobei es sich dabei um eine Untertreibung handeln dürfte. Außer ein paar Gussteilen und der Anzahl der Zylinder ist das Aggregat eine vollkommene Neuentwicklung:

  • Kurzhub-Radial-Ventil Vierzylinder- Motor mit 201 PS bei 13.400 U/min
  • Erhöhte Bohrung
  • Neuer Zylinderkopf mit optimierten Ansaug- und Abgasstrang
  • Neue Kurbelwelle mit geänderten Bohrungen
  • Titan Einlass- und Ausslassventile mit größerem Durchmesser
  • Leichtere Schmiedekolben mit größerem Durchmesser (79mm)
  • Reduzierung des Hubs (50,9mm)
  • Neue 4-2-1-4 Auspuffanlage
  • Optimiertes Motormanagement
  • Traktionskontrolle mit neuen Betriebsarten

Neuer Zylinderkopf mit Titan Einlass- und Ausslassventile

Schmiedekolben mit größerem Durchmesser (79mm)

Kurbelwelle mit geänderten Bohrungen und geringerem Gewicht

Traktionskontrolle mit neuen Betriebsarten

Rahmen und Schwinge sind den Vorgängern ähnlich, aber durch unendliche Verstellmöglichkeiten optimiert:

  • Einstellbarer Lenkkopfwinkel mit austauschbaren Excentern
  • Variable Verstellung der Schwinge
  • Verstellbare Hinterachse durch kalibrierte Einsätze
  • Öhlins Upside-Down-NIX Gabel mit 43mm Durchmesser und Titan-Nitrid-Beschichtung
  • Öhlins Racing TTX 36 Federbein
  • Fast schon klar dass Brembo-Monobloc-Bremssättel montiert sind.
  • Geschmiedete Aluminiumräder mit 1kg weniger Gewicht

Öhlins Upside-Down-NIX Gabel mit 43mm

Variable Verstellung der Schwinge

Öhlins Racing TTX 36 Federbein

Brembo-Monobloc-Bremssättel

Um es kurz zu machen. An der F4RR wurde alles verbaut was derzeit das Optimum im Motorradbau darstellt. Dass dabei kein Schnäppchen heraus kommt war zu erwarten.

Stellt sich die Frage: „Braucht man das?“ Die Antwort „Ja!“

Die reine Motorleistung dürfte über jeden Zweifel erhaben sein, und ca. 90% des Klientels (zumindest auf der Landstraße) überfordern.

Die „diversen“ Einstellmöglichkeiten des Fahrwerkes dürften es darüber hinaus schwer machen „Ausreden“ zu finden, die sich aufs Material beziehen.  Bei den schon fast unendlichen Möglichkeiten des Setups, sollte sich der gemeine Motorradfahrer überlegen, einen Fahrwerksspezialisten auf 400,- Euro Basis zu beschäftigen. Alternativ empfehlen wir ein „Überall-Funktions-Setup“, verbunden mit der Gewissheit, das man ja könnte, wenn man denn wolle.

Frei nach dem Motto: „Es war schon immer etwas teurer einen besonderen Geschmack zu haben“ legt man bei MV noch ein Zubehörprogramm auf, das den Edel-Eimer noch edler werden lässt: Mehr Motorleistung, mehr Carbon und natürlich die unerlässliche MV Agusta Bekleidung sind nur einige Stichworte.

Fazit: Optisch war die MV schon über jeden Zweifel erhaben, so auch die  RR. Technisch stellt die Corsacorta das derzeit technisch Machbare da. Gebaut für den Kringel, aber eigentlich zu schade um sie in einem Kiesbett zu versenken – oder?

MV Agusta F4RR Corsacorta auf Gaskrank TV
Infos auf www.mvagusta.com

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