© Red Bull/GEPA - Marc Coma hat die Titelverteidigung noch lange nicht aufgegeben

Auf der vierten Etappe der Rallye Dakar von San Juan nach Chilecito setzte sich das Fernduell der beiden KTM-Werksfahrer fort. Titelverteidiger Marc Coma startete aufgrund seines Navigationsfehlers vom Vortag als Sechster und nutzte die Spurrillen der Vorderleute perfekt aus. Der Spanier zog seine Aufholjagd von Start bis ins Ziel durch und sicherte sich den Tagessieg. Cyril Despres wurde mit zwei Minuten Rückstand Zweiter, behauptet aber weiterhin mit acht Minuten Vorsprung die Spitze im Gesamtklassement.

Für die Motorradfahrer begann der Tag wieder sehr früh. Um 5:30 Ortszeit machten sich die ersten Teilnehmer in San Juan auf nach Chilecito. Zunächst musste eine Verbindungsstrecke über 270 Kilometer absolviert werden. Dann wartete die 326 Kilometer lange Wertungsprüfungen. Die Fahrer kletterten zunächst auf eine Höhe von über 3.500 Metern. Es galt sandige und steinige Pfade zu bewältigen. Anschließend ging es durch zahlreiche Flussdurchfahrten und Canyons, wo die Navigation sehr wichtig war.

Bis Wegpunkt zwei ging es in erster Linie bergauf. Coma passierte diese Zeitmarke als Schnellster. Die Verfolger hatten zwei Minuten Rückstand. Darunter waren unter anderem Frsncisco Lopez (Aprilia), Helder Rodriguez (Yamaha) und Despres. Coma hatte sich am Vortag verfahren und musste einen Rückstand von zehn Minuten aufholen. Der gleiche Fehler unterlief heute Paolo Goncalves, der bei Kilometer 99 falsch abgebogen war und Richtung Westen statt Nordosten fuhr. Bis der Husqvarna-Pilot den Fehler bemerkt hatte, gingen wertvolle Minuten verloren.

Bis zum dritten Wegpunkt folgte eine schnelle Abfahrt. Coma war erneut der Schnellste, aber Despres konnte sich im Fernduell bis auf 1:51 Minuten an seinen Konkurrenten herantasten. Nach der dritten Zeitnahme durften die Fahrer Benzin tanken. Heute unterlief Coma kein Fehler. Da er als Sechster auf die Wertungsprüfung geschickt worden war, profitierte er von den Spuren der vor ihm fahrenden Piloten. Der Spanier attackierte und hatte sich bis zum fünften Wegpunkt einen Vorsprung von 3:49 Minuten auf Despres herausgefahren. Die weiteren Verfolger lagen schon über sechs Minuten zurück.

Coma verkürzt den Rückstand

Coma hatte auf der Straße alle Konkurrenten überholt und war das zweite Motorrad hinter Despres. Der Trend setzte sich bis ins Ziel fort. Coma erreichte nach einer Fahrzeit von 4:16:43 Stunden das Ziel und feierte seinen zweiten Etappensieg bei der diesjährigen Dakar. Despres büßte auf seinen Konkurrenten zwei Minuten ein, behauptete aber die Gesamtführung. Der Franzose hat nach vier Tagen 8:10 Minuten Vorsprung auf Coma.

„Schwierig ist nach den Regenfällen der letzten Tage in der Region, dass die Pisten ziemlich ausgewaschen sind, und die großen Steine zum Vorschein kommen“, schildert Despres. „Unter diesen Umständen ist es mit der zusätzlichen Hitze anstrengend, ein hohes Renntempo beizubehalten. Daher bin ich mit meinem Tag eher zufrieden.“

„Beim Eröffnen der Piste, und obschon Marc weit hinten losfahren würde, war mir schon klar, dass er Zeit wettmachen würde. Allerdings habe ich mir bei der Navigation große Mühe gegeben, um keinen Fehler zu begehen. Deshalb habe ich auch vor jeder Notiz Tempo rausgenommen. Da es heute rund 400 davon gab und ich trotzdem nur zwei Minuten verloren habe, ist es gar nicht übel.“

Coma hat heute viel Riskiert und etwas Boden gutgemacht.“Das war eine sehr harte Spezialprüfung, vor allem am Anfang, wo es schnell losging, ehe dann Navigation gefragt war, und uns schließlich Wasser erwartete, viel Wasser in den Flussbetten“, sagt auch der Spanier über die Herausforderung.

„Ich habe mich bemüht, vom Start weg ein sehr hohes Tempo anzuschlagen, aber es war schwer. Ich konnte einige Piloten überholen und Zeit auf Cyril wettmachen. Es bleiben noch die Etappe von Fiambala und viele andere. Das ist jetzt der Stand der Dinge. Und ich kämpfe jeden Tag.“

Die beiden KTM-Piloten fuhren in ihrer eigenen Welt. Frans Verhoeven (Sherco) lag im Ziel als Dritter bereits acht Minuten zurück. Es folgten auf den Plätzen vier und fünf die beiden Portugiesen Rodrigues und Goncalves. In der Gesamtwertung gab es hinter dem KTM-Duo Platzverschiebungen. David Casteu (Yamaha) büßte heute 15 Minuten ein und fiel vom dritten auf den fünften Rang zurück. Neuer Dritter ist Rodrigues, gefolgt von „Chaleco“ Lopez.

Morgen tritt die Dakar die Reise von Chilecito Richtung Fiambala an. Nach einer Verbindungsstrecke über 152 Kilometer wartet die Wertungsprüfung mit 265 Kilometern.

Ergebnis der 4. Etappe (Top 10):
01. Marc Coma (KTM) 4:16:43 Stunden
02. Cyril Despres (KTM) +2:02 Minuten
03. Frans Verhoeven (Sherco) +8:26
04. Helder Rodrigues (Yamaha) +9:01
05. Paolo Goncalves (Husqvarna) +11:18
06. Juan Pedrero Garcia (KTM) +11:20
07. Alain Duclos (Aprilia) +13:20
08. Stefan Svitko (KTM) +13:42
09. Francisco Lopez (Aprilia) +14:15
10. David Casteu (Yamaha) +15:23

Gesamtwertung nach 4 von 14 Etappen (Top 10):
01. Cyril Despres (KTM) 11:50:27 Stunden
02. Marc Coma (KTM) +8:10 Minuten
03. Helder Rodrigues (Yamaha) +26:48
04. Francisco Lopez (Aprilia) +29:50
05. David Casteu (Yamaha) +30:37
06. Paolo Goncalves (Husqvarna) +35:16
07. Frans Verhoeven (Sherco) +37:48
08. Juan Pedrero Garcia (KTM) +38:19
09. Jordi Viladoms (KTM) +44:00
10. Gerard Farres Guell (KTM) +44:24

Text von Gerald Dirnbeck

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