Am Wochenende erlebten die 17.800 Fans der IDM ein spannendes Finale in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft 2012 auf dem Hockenheimring. So viele offene Entscheidungen gab es seit Jahren nicht mehr: Nur ein Fahrertitel ist bereits vergeben.

IDM Saisonfinale Hockenheim

© IDMSaisonfinale Hockenheim

Die zweifachen Weltmeister Pekka Päivärinta (Finnland) und Adolf Hänni (Schweiz) holten sich ihren zweiten gemeinsamen Meistertitel in der IDM Sidecar bereits vor zwei Wochen auf dem Sachsenring. Dagegen sind alle Titel in den vier IDM-Soloklassen noch offen. Das versprach spannende Rennen.

IDM Superbike 2012: Erwan Nigon aus Frankreich ist Meister!

© IDM Superbike Meister 2012 - Erwan Nigon aus Frankreich

© IDM Superbike Meister 2012 – Erwan Nigon aus Frankreich

Erwan Nigon aus Frankreich ist der Internationale Deutsche Motorradmeister in der Klasse SUPERBIKE. Ihm reichten ihm am Sonntag die Plätze zwei und vier zum Titelgewinn. Der Van Zon – alpha Technik – BMW-Pilot konnte einen 8-Punkte-Rückstand in einen 8-Punkte-Vorsprung verwandeln und sich selbst und der Reifenmarke Michelin im ersten Jahr des Engagements in der IDM SUPERBIKE den Titel bescheren.

Das Finale der IDM SUPERBIKE hätte in Hockenheim nicht Actionbepackter sein können. Zunächst einmal hatte sich Damian Cudlin am Samstag die Pole Position gesichert. Der Australier war bei RAC Racing BMW für Troy Herfoss aufgeboten worden, von welchem man sich auf dem Sachsenring getrennt hatte.

Hätte in Hockenheim nicht die Titelentscheidung im Vordergrund gestanden, wäre Cudlin der Mann des Wochenendes geworden. Seine Pole Position verwandelte er im ersten Lauf in den Rennsieg, am Nachmittag wurde er Zweiter hinter Michael Ranseder vom Technogym Austria Racing – Fritze Tuning Team. Und das alles trotz einer schlimmen Lebensmittelvergiftung, die ihn in der Nacht von Samstag zu Sonntag mehr Zeit auf der Toilette hat verbringen lassen, als im Bett.

Ergebnisse:
15. Lauf:
1. Damian Cudlin (AUS) 31:04,478, 2. Erwan Nigon (FRA/beide BMW) +0,127, 3. Matej Smrz (CZE/Yamaha) +1,362, 4. Gareth Jones (AUS/BMW) +1,568, 5. Dario Giuseppetti (Berlin/Ducati) +9,035, 6. Jörg Teuchert (Hersbruck/BMW) +9,390

16. Lauf:
1. Michael Ranseder (AUT/BMW) 30:55,249, 2. Cudlin +6,121, 3. Smrz +12,180, 4. Nigon +13,186, 5. Jones +16,239, 6. Teuchert +23,834

Endstand nach 16 Läufen:
1. Nigon 258, 2. Ranseder 250, 3. Teuchert 224, 4. Jones 197, 5. Smrz 184, 6. Karl Muggeridge (AUS/Honda) 150
Markenmeisterschafts-Endstand nach 16 Läufen:
1. BMW 644, 2. Yamaha 241, 3. Honda 216, 4. Suzuki 130, 5. Kawasaki 26

IDM Supersport 2012: Tatu Lauslehto ist Deutscher Meister

© IDM Supersport meister 2012: Tatu Lauslehto (Finnland)

© IDM Supersport meister 2012: Tatu Lauslehto (Finnland)

Bereits beim vorletzten Rennen am Samstag stand der IDM Supersport-Meister vorzeitig fest: Tatu Lauslehto. Zwar stand der Finne nicht auf dem Podium, aber Platz sechs und damit 26 Punkte Vorsprung reichten Lauslehto zum Titelgewinn. Über einen Doppelsieg konnte sich hingegen Marc Moser (Dieburg/beide Yamaha) freuen.

In einem etwas kuriosem Training am Samstag Vormittag verweigerten sich fast alle Fahrer, lediglich gefühlte fünf Minuten fuhren die Supersport-Piloten. Titelanwärter Tatu Lauslehto drehte lediglich zwei Runden. Der Grund: es war noch zu feucht und kalt.

Nach dem Start war es der Trainingsschnellste Marc Moser der sich in Führung setzen konnte, gefolgt von David Linortner und Kevin Wahr. Günther Knobloch, der ebenfalls aus der ersten Reihe ins Rennen ging, verschlief den Start völlig und kam nur als Elfter aus der ersten Runde zurück.

Tatu Lauslehto fuhr konstant seinen Rhythmus hinter den Top Five und hatte schon seinen Konkurrenten Daniel Sutter und somit den Meistertitel unmittelbar vor Augen.

Während zunächst David Linortner die Spitze übernahm, bäumte sich Sutter ebenfalls noch einmal auf und arbeitete sich wieder nach vorn. In den letzten Runden griff auch Marc Moser noch einmal an und konnte Lino hinter sich lassen und behielt die Führung bis in Ziel. Ihm machte es Daniel Sutter gleich, überholte in der letzten Umrundung Stefan Kerschbaumer und komplette hinter David Linortner das Podium.

Das zweite IDM Supersport Rennen glich an Spannung dem vom Vortag. Und auch der Sieger hieß erneut Marc Moser. Nach dem Start führte erneut David Linortner das Feld in die ersten Runden, gefolgt von Kevin Wahr, Marc Moser und Daniel Sutter.

In der 15. Runde übernahm dann Moser endgültig die Führungsposition und gab sie bis Rennende nicht mehr aus der Hand.

Erneut auf Platz zwei und etwas enttäuscht kam David Linortner ins Ziel. Kevin Wahr komplettierte das Podium. Daniel Sutter, der Vierter wurde, feierte seinen Vizemeister-Titel mit hunderten grünen Luftballons.

Ergebnisse:
15. Lauf:

1. Marc Moser (Dieburg) 28:42,754, 2. David Linortner (AUT/beide Yamaha) + 0,498, 3. Daniel Sutter (SUI/Kawasaki) + 5,372, 4. Stefan Kerschbaumer (AUT) + 5,622, 5. Kevin Wahr (Nagold) + 5,675, 6.Tatu Lauslehto (FIN/alle Yamaha) + 12,669

16. Lauf:
1. Moser 28:38,982, 2. Linortner + 0,452, 3. Wahr + 2,442, 4. Sutter + 2,713, 5. Kerschbaumer + 3,336, 6. Lauslehto + 5,637

Endstand nach 16 Läufen:
1. Lauslehto 267, 2. Sutter 244, 3. Linortner 232, 4. Wahr 202 5. Moser 165, 6. Jesco Günther (Wuppertal/Suzuki) 164

IDM 125/moto3 : Titel für Luca Grünwald und Florian Alt

© IDM 125ccm Meister 2012 Florian Alt

© IDM 125ccm Meister 2012 Florian Alt

Der Waldkraiburger Luca Grünwald und Florian Alt aus Nümbrecht sicherten sich die Titel in der kleinsten IDM-Klasse für das Freudenberg Racing Team. In der Saison starteten die Piloten der 125-er Zweitakt-Klasse und der neuen moto3-Viertaktklasse in einem gemeinsamen Rennen, wurden aber getrennt gewertet. Deshalb wurden zwei Meister gekürt.

Luca Grünwald fuhr beim Rennen am Sonntagvormittag als Zweiter hinter seinem Teamkollegen Florian Alt über den Zielstrich und machte damit seine zweite Meisterschaft vorzeitig perfekt. Nach dem Titelgewinn 2010 in der IDM 125 trug sich der Honda-Pilot jetzt auch als erster Titelträger der neuen moto3-Klasse in die IDM-Geschichtsbücher ein.

Beim Nachmittagsrennen drehten Alt und Grünwald den Spieß um. Luca Grünwald machte die Pace und ließ seinen Gegnern keine Chance, während Florian Alt mit einem dritten Rang im Rennen erneut Bester der 125-er Wertung wurde. Damit sicherte sich der Nümbrechter auch den Titel in der IDM 125, der zum letzten Mal vergeben wurde.

© IDM Moto3 Meister 2012 Luca Grünwald

© IDM Moto3 Meister 2012 Luca Grünwald

Florian Alt musste für diesen Titel eine besondere Strapaze in Kauf nehmen. Der KTM-Pilot bestritt noch am Samstagnachmittag das Rennen des Red Bull Rookies Cups in Misano (Italien).

Über Nacht wurde er von seinem Vater knapp 1.000 Kilometer nach Hockenheim gefahren, wo er pünktlich um 9 Uhr das Warmup aufnahm. Beide Rennen musste der 16-Jährige vom letzten Startplatz in Angriff nehmen und alle Konkurrenten seiner Wertung überholen. Nur mit zwei Siegen in der 125-er Wertung war der Titel noch drin. Und er schaffte das.

Ergebnisse IDM 125:
15. Lauf:
1. Florian Alt (Nümbrecht/KTM) 30:11,914 Min., 2. Ladislav Chmelik (CZE) +4,383, 3. Maurice Ullrich (Wörrstadt/beide Aprilia) +5,466

16. Lauf:
1. Alt 30:06,165 Min., 2. Chmelik +5,400, 3. Ullrich +10,079

Endstand IDM 125 nach 16 Läufen:

1. Alt 275, 2. Chmelik 267, 3. Max Enderlein (Hohenstein-Ernstthal/KTM) 203, 4. Henning Flathaug (NOR) 185, 5. Damien Raemy (SUI) 157, 6. Joé Schack (Berlin/alle Honda) 132

Ergebnisse IDM moto3:
15. Lauf:
1. Luca Grünwald (Waldkraiburg) 30:11,922 Min., 2. Michael Ecklmaier (Gars a. Inn) +0,334, 3. Maximilian Kappler (Oberlungwitz/alle Honda) +8,800

16. Lauf:

1. Grünwald 30:01,163 Min., 2. Bryan Schouten (NED/Honda) +2,833, 3. Ecklmaier +8,161

Endstand IDM moto3 nach 16 Läufen:

1. Grünwald 300, 2. Ecklmaier 244, 3. Schouten 227, 4. Klaus Heidel (Burgstädt) 198, 5. Christoph Beinlich (Pößneck/beide Honda) 168, 6. Kappler 148

IDM Sidecar

© IDM Sidecar Sieger Michael Grabmüller und Axel Kölsch

© IDM Sidecar Sieger Michael Grabmüller und Axel Kölsch

Das Saisonfinale der IDM Sidecar fand am Hockenheimring ohne die amtierenden Meister Pekka Päivärinta und Adolf Hänni (FIN/SUI) statt.

Beim WM-Finale in Le Mans hatte das Gespann einen folgenschweren Unfall, bei dem Hänni schwer verletzt wurde. Daraufhin mussten sie auf den Start verzichten. Trotzdem sahen die Zuschauer ein spannendes Rennen, mit einem neuen Saisonsieger und einem tränenreichen Abschied.

Den Start gewannen die Traingszweiten Michael Grabmüller/Axel Kölsch. Lediglich Kurt Hock/Enrico Becker konnten folgen. Bereits zu den Drittplatzierten André Kretzer/Enrico Roick wuchs schnell eine Lücke von über zehn Sekunden. Als Zweite kamen Kurt Hock und Enrico Becker ins Ziel, vor André Kretzer und Enrico Roick. Vierte wurden Mike Roscher/ Uwe Neubert (GER), die in aller letzter Runde die Schweizer Jakob Rutz und Thomas Hofer (SUI) noch überholen konnten.

Bei der Meisterehrung gab es dann Gänsehaut-Feeling pur. Der verletzte Adolf Hänni hatte sich am Samstag selber aus dem Krankenhaus entlassen und war zum Hockenheimring gereist. Mit mehrfach gebrochenem Fußgelenk nahm der Schweizer seinen Siegerpokal im Rollstuhl entgegen und sorgte bei vielen Fans für feuchte Augen. Besonders als er seinen Rücktritt von der IDM bekanntgab, denn das Sidecar-Urgestein zählt zu den Lieblingen im Fahrerlager.

Ergebnis IDM Sidecar:
8. Lauf:
1. Grabmüller/Kölsch (AUT/GER) 26:23,164, 2. Hock/Becker (GER) + 6,197, 3. Kretzer/Roick (GER) + 33,400, 4. Roscher/Neubert (GER) + 50,649, 5. Rutz/Hofer (SUI) + 51,098, 6. Eilers/Prudlik (GER) + 1:00,670

Endstand nach 8 Läufen:
1. Päivärinta 175, 2. Hock 160, 3. Kretzer 110, 4. Eilers 73, 5.Sattler/Trautner (AUT/GER) 69, 6. Schröder/Hirschi (SUI) 66

Die IDM im TV

Die Ausstrahlung des einstündigen Highlight-Magazins vom IDM-Finale auf dem Hockenheimring ist für Freitag, 28. September um 16:00 Uhr auf SPORT1 geplant.

 

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