Marc Marquez, Valentino Rossi - © Repsol

© Repsol – Marc Marquez hat vier Rennen vor Saisonende 52 WM-Punkte Vorsprung

Die Übersee-Tournee beginnt für die MotoGP-Stars an diesem Wochenende im Twin Ring Motegi. Marc Marquez hat den ersten Matchball zum Titelgewinn. Sein WM-Vorsprung müsste nach dem Grand Prix von Japan 76 Punkte betragen, um den Sack zuzumachen.

„Hier habe ich die erste Chance, aber ich denke, wir brauchen nicht darüber zu reden“, winkt der Honda-Fahrer ab. „Es müssen viele Dinge passieren und ich weiß, dass es fast unmöglich ist.“ Sollte Marquez am Sonntag gewinnen, dann dürfte Valentino Rossi nicht besser als 15. werden und Jorge Lorenzo nicht auf dem Podest stehen.

Mischen beide Yamaha-Fahrer vorne mit, ist die Titelentscheidung vertagt. „Es ist kein Elfmeter, aber immerhin ein Freistoß aus einer schwierigen Distanz“, schätzt TV-Experte Alex Hofmann die Ausgangslage ein. Die Rennstrecke gehört Honda und es ist klar, dass sich die Honda-Bosse einen Prestigeerfolg gegen die anderen Marken wünschen. Am Donnerstag versuchte Marquez den Druck abprallen zu lassen: „Man weiß es nie, die WM ist sehr lang und alles kann passieren. Jetzt habe ich einen guten Vorsprung, aber es bleiben noch vier Rennen. Es ist egal wo und wann wir gewinnen. Wichtig ist, dass wir unser Ziel schaffen.“

Das Yamaha-Duo sprach in der Pressekonferenz am Donnerstag nicht mehr vom WM-Titel. Für Rossi und Lorenzo geht es um Rennsiege. Seit Anfang Juni hat kein Yamaha-Fahrer ein Rennen gewonnen. „Für uns ist das gewöhnlich eine gute Strecke“, meint Rossi, obwohl sein letzter Sieg in Motegi auf das Jahr 2008 zurückgeht. „In all den Jahren bin ich oft auf dem Podium gestanden, habe aber nur selten gewonnen. Die Yamaha ist hier immer konkurrenzfähig, aber jedes Jahr ist anders.“

Eine bessere Bilanz kann Lorenzo vorweisen. Der Spanier gewann 2009, 2013 und 2014. Im Vorjahr dominierte er die trockenen Trainings, doch der Wetterumschwung am Sonntag machte seine Siegchance zunichte. „Theoretisch ist es eine Honda-Strecke“, sagt Lorenzo dennoch. „Die Haarnadeln und die engen Kurven sollten der Honda besser liegen, aber in den vergangenen drei Jahren haben wir die Beschleunigung mit dem 1.000er-Motor deutlich verbessert. Für mich passt das sehr gut.“

Marquez fehlt noch MotoGP-Sieg in Motegi
Marquez wartet noch auf seinen ersten MotoGP-Sieg in Motegi und ist anderer Meinung als Lorenzo: „Für meinen Fahrstil ist diese Strecke nicht so schlecht, aber mit unserem Motorrad haben wir hier in jedem Jahr Mühe. Das hatten wir uns auch für Misano gedacht und waren dann näher dran. Wir werden sehen wie es läuft und wie unser Level ist. Wichtig ist, dass ich WM-Punkte sammle. Geht sich ein Podestplatz aus, dann wäre es natürlich noch besser.“ Teamkollege Dani Pedrosa fuhr in Motegi schon dreimal als Erster über die Ziellinie.

Offen ist, wie sich die Michelin-Reifen auf dieser Strecke verhalten werden und zu welchem Motorrad sie besser passen. Auch das Wetter ist ein Fragezeichen. Für die nächsten Tagen sind kühle Temperaturen von maximal 20 Grad vorhergesagt. Die Regenwahrscheinlichkeit ist gering, aber nicht ausgeschlossen. Da unmittelbar nach Japan die Rennen in Australien und Malaysia anstehen, ist die Belastung für die Fahrer groß. Sollte sich Marquez bei einem Sturz verletzen und ausfallen, dann wäre die WM wieder offen.

Drei Rennen in Folge: Für Rossi zu stressig
Altmeister Rossi ist kein Fan dieses stressigen Kalenders: „Drei Rennen in Folge sind immer kompliziert und sind nicht gut. Wenn man im ersten Rennen ein Problem hat, zahlt man dafür. Mir gefällt es nicht, wenn man drei Rennen hintereinander hat. Es ist ein großer Stress“, hält er fest und ergänzt: „Auf der anderen Seite verbringt man viel Zeit auf dem Motorrad. Man wird schneller und schneller. Es sind auch drei fantastische Strecken.“

Motegi, Phillip Island und Sepang – auf einer dieser drei Strecken könnte Marquez zum dritten Mal MotoGP-Weltmeister werden. Wäre es sein bester Titelgewinn? „Wenn ich Weltmeister bin, werde ich es sagen. In jedem Jahr versucht man 100 Prozent zu geben. In diesem Jahr habe ich versucht, die Erfahrung zu nutzen. Wenn ich Weltmeister bin, werde ich darüber sprechen, aber jetzt noch nicht“, will der Spanier seine Taktik in diesem Jahr weiterverfolgen: „Es ist wichtig, alle Rennen zu beenden. Man muss auch im Training das Limit kontrollieren, damit man nicht stürzt, weil anschließend noch zwei Rennen folgen.“

Der Fast-Weltmeister konzentriert sich jetzt nur auf Motegi. Würde er tatsächlich schon am Sonntag Weltmeister werden, dann wird er in Japan zu einer Legende, glaubt Hofmann: „Das einzige Mal in der gesamten Saison werden alle Vorstände und Chefs bei einem Rennen dabei sein. Wenn Marquez da wirklich Weltmeister werden sollte, würde er sich im Land der Samurai unsterblich machen. Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass die Entscheidung schon in Japan fallen wird.“ Der Start zum 15. Grand Prix der Saison ist am Sonntag um 07:00 Uhr MESZ in der Früh.

Text von Gerald Dirnbeck

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