Scott Redding - © Pramac

© Pramac – Die Reifenschäden betrafen immer große Fahrer und Ducati-Motorräder

Michelin stand beim Grand Prix von Argentinien in der Kritik. Zum zweiten Mal gab es in diesem Jahr Reifenprobleme.

Beim Wintertest in Sepang (Malaysia) platzte der Hinterreifen von Loris Baz auf der Zielgeraden. In Termas de Rio Hondo löste sich bei Scott Redding ein Gummistück von der Lauffläche. Auffallend sind zwei Faktoren: Baz und Redding zählen zu den größten und schwersten Fahrern im Feld. Baz wiegt bei einer Körpergröße von 191 Zentimetern 79 Kilogramm. Redding bringt mit seinen 185 Zentimetern 78 Kilogramm auf die Waage.

Auch Valentino Rossi zählt mit 182 Zentimetern zu den größeren Fahrern im Feld. Der Italiener wiegt laut ‚MotoGP.com‘ aber nur 65 Kilogramm. „Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren“, sagt der Routinier über die Reifenschäden. „Ich bin etwas größer und etwas schwerer. Mir geht es wie Baz und Redding. Ich bin ziemlich groß, aber nicht ganz so groß wie die beiden anderen Fahrer. Es ist aber die Kombination großer Fahrer/Motorrad.“

Der zweite auffällige Faktor bei den beiden Reifenschäden ist die Tatsache, dass es bisher nur Ducati-Motorräder betraf. „Während der Wintertests und der Rennen hatten wir nie Probleme mit den Reifen“, setzt Rossi fort. „Wir hätten in Argentinien 25 Runden fahren können. Unsere Datenaufzeichnungen der Reifentemperaturen bestätigten, dass wir glücklicherweise keine Probleme haben.“


Ducati spielt eine Rolle
Deswegen sieht Rossi die Probleme eher bei Ducati: „Ducati muss das Problem in den Griff bekommen, sonst müssen alle Hersteller mit den extrem harten Reifenmischungen fahren. Das ist nicht gut für die Show und die Performance. Sie müssen das Problem beheben.“ Und sein Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo ergänzt: „Die Reifen sind das große Fragezeichen. Wir müssen abwarten, ob sie mit unserem Motorrad harmonieren.“

An diesem Wochenende steht mit dem Circuit of The Americas die nächste Hürde für Michelin auf dem Programm. Im vergangenen Jahr testete die französische Reifenfirma zwar in Austin, doch dieser Test wurde von Regen beeinflusst. Deswegen gibt es im Vorfeld kaum Erkenntnisse auf trockener Strecke. Der CoTA ist prinzipiell eine anspruchsvolle Strecke mit schnellen Kurvenkombinationen und harten Bremspunkten.

CoTA beansprucht die Reifen stark
Aus den drei Jahren mit Bridgestone wissen die Fahrer, dass der CoTA reifenmordend ist. „2014 und auch im Vorjahr beanspruchten wir sehr stark den Vorderreifen auf der rechten Flanke“, sagt Rossi und denkt vor allem an 2014, als er große Reifenprobleme im Rennen hatte und deswegen nur Achter wurde. „Im Vorjahr konnten wir den Reifen immerhin bis zum Ende des Rennens verwalten. Ich bin gespannt, wie es mit den Michelin-Reifen wird.“

Die Michelin Reifen unterscheiden sich auch bei der Konstruktion von Bridgestone. Für die Fahrer ist es vor dem Trainingsbeginn ein Fragezeichen. „Offensichtlich sind die Reifen etwas stabiler. Sie bauen nicht so schnell ab“, schätzt Rossi und ergänzt: „Vielleicht halten sie die komplette Renndistanz, doch wir müssen verstehen, wie sich der Grip im Verlauf des Rennens verändert und wie man sich als Fahrer darauf einstellen muss. Wir können noch nichts sagen und müssen den Trainingsauftakt abwarten.“

Michelin stellt den Fahrern in Austin drei verschiedene Vorderreifen zur Verfügung: soft, medium und hard. Beim Hinterreifen kann zwischen soft und medium gewählt werden. Außerdem sind die Hinterreifen asymmetrisch aufgebaut, die rechte Flanke ist etwas härter. Für schlechtes Wetter gibt es Regenreifen und Intermediates. Laut Wettervorhersage ist es unwahrscheinlich, dass die profilierten Reifen zum Einsatz kommen werden.

Bei Michelin herrscht Anspannung, ob diesmal alles gutgehen wird. „Wir sind uns bewusst, dass dies eine sehr herausfordernde Strecke ist“, sagt Michelin-Technikdirektor Nicolas Goubert. „Wir sind dafür aber bereit und freuen uns auf das Rennen.“ Da es nun schon das dritte Überseerennen in Folge ist, steht auch die Logistik auf der Probe, wie Zweiradmanager Piero Taramasso erläutert: „Unsere Reifen kommen aus Südamerika und Frankreich. Es ist immer ein angespannter Moment, denn im Gegensatz zu Europa liegt der Transport nicht in unseren Händen.“

Text von Gerald Dirnbeck

Motorsport-Total.com
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