Luis Salom, Alex Rins © KTM

© KTM – Alex Rins schnappte Luis Salom den Sieg vor der Nase weg

Der Grand Prix von Deutschland stand ganz im Zeichen der drei spanischen Topfavoriten auf den WM-Titel. In einer spannenden letzten Runde setzte sich Alex Rins gegen Luis Salom durch und holte sich auf dem Sachsenring seinen zweiten Grand-Prix-Sieg.

Maverick Vinales kam als Dritter über die Linie. KTM feierte den nächsten Dreifachsieg. Die deutschen Nachwuchsfahrer waren vor heimischer Kulisse nicht erfolgreich: Lediglich Jonas Folger (Kalex-KTM) holte als Achter WM-Punkte.

„Ich bin sehr enttäuscht. Die Zuschauer haben sich sicher auch mehr erwartet. Es ist einfach nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Folger bei ‚Sport1‘. „Wir dachten, dass wir etwas gefunden haben, aber es hat im Rennen nicht funktioniert. Wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen, obwohl schon die Hälfte der Saison um ist. Es ist im Moment ein sehr schwieriger Moment für uns. Wir haben einen neuen Rahmen und eine neue Schwinge. Das Motorrad ist komplett neu und hat einen anderen Charakter. Hoffentlich finden wir etwas, damit wir einen großen Schritt nach vorne machen.“

Die spanischen Festspiele fanden ohne deutsche Beteiligung statt. Bereits in der Runde in die Startaufstellung stürzte Alexis Masbou und kehrte zu Fuß an die Box zurück. Dennoch konnte er anschließend die Aufwärmrunde von den Boxen aufnehmen. Allerdings rollte er in der Aufwärmrunde erneut aus und stellte die FTR-Honda hinter den Leitplanken ab. Beim Start zum Rennen über 27 Runden setzten sich sofort die Spanier an die Spitze. In der ersten Kurve kam Folger zu weit nach außen und verlor einige Position. Am Ende der ersten Runde führte Rins vor Salom, Jack Miller (FTR-Honda) und Vinales. Folger war Fünfter.

Im hinteren Teil des Feld kam es in der dritten Runde zu einem Unfall: Wildcard-Starter Kevin Hanus bremste eine Linkskurve viel zu spät an und verlor seine Honda aus der Kontrolle. Hanus räumte Eric Granado (Kalex-KTM) auf der Außenbahn ab und beide lagen im Kiesbett. An der Spitze kontrollierten die drei spanischen KTM-Piloten Rins, Salom und Vinales das Geschehen. Miller, der für das Racing-Team-Germany fährt, versuchte in den ersten Runden den Anschluss zu halten.

Folger fuhr in der Verfolgergruppe, die ab Platz fünf kämpfte. Der deutsche Hoffnungsträger verlor Position um Position und er lag nach sieben Runden auf Platz acht. Auch für den zweiten deutschen Wildcard-Starter war der Auftritt früh vorbei: Luca Amato stürzte in der achten Runde von seiner Mahindra. Im ersten Renndrittel konnte Miller den Anschluss an das Spitzentrio nicht halten und fiel in die Verfolgergruppe zurück. Um den vierten Platz kämpften in der Folge Alex Marquez (KTM), Efren Vazquez (Mahindra), Miller und Miguel Oliveira (Mahindra). Folger konnte dieses Tempo nicht halten und fuhr rückwärts.

An der Spitze führte Rins das spanische Trio an. Vinales hing an dessen Hinterrad und Salom verfolgte seine übliche Taktik: Er fuhr als Dritter mit und beobachtete das Geschehen. Vier Runden vor Schluss begann der Dreikampf um den Sieg. Salom überholte seine beiden Landsleute und schnappte sich die Führung. Er versuchte sofort das Tempo zu erhöhen und setzte sich zu Beginn der drittletzten Runden um einige Motorradlängen von Rins/Vinales ab.

Entscheidung in der letzten Runde

Salom fuhr pro Runde um zwei Zehntelsekunden schneller als seine beiden Konkurrenten. Die letzte Runde begann Salom mit einem Vorsprung von drei Zehntelsekunden auf Rins und Vinales. In der Wasserfallkurve saugte sich Rins im Windschatten an Salom heran und machte das Manöver in der vorletzten Linkskurve. Salom hing am Hinterrad, doch in der letzten Kurve konnte er sich nicht vorbeidrücken. Rins fuhr als Erster über die Ziellinie und durchbrach die Siegserie von Salom.

Vinales kam als Dritter über die Linie und hatte nur 0,248 Sekunden Rückstand auf Rins. „Ich bin sehr glücklich“, freut sich Rins über seinen zweiten Saisonsieg. „Zu Rennbeginn wollte ich härter pushen, aber dann entschied ich mich dazu zu kämpfen. In den letzten zwei Runden hat mich Salom überholt und hart gepusht. In der letzten Runde habe ich härter gebremst als er und ich kam vorbei.“

Saloms Serie von drei Siegen in Folge ist zwar gerissen, doch er ist weiterhin auf WM-Kurs. Er hat 14 Punkte Vorsprung auf Vinales und 30 auf Rins. „In der ersten Saisonhälfte bin ich acht Mal auf das Podium gefahren, davon vier Siege“, lautet seine beeindruckende Bilanz. „Wir können zufrieden sein. Ich glaube, dass wir uns noch verbessern können.“ Vinales rechnet sich weiterhin gute Chancen auf den WM-Titel aus: „Es ist ein gutes Ergebnis nach einem schwierigen Wochenende. Mit Platz drei bin ich sehr zufrieden. Wir müssen in den nächsten Rennen hart arbeiten und Salom schlagen.“

Deutsche Nachwuchstalente gehen leer aus
In der Verfolgergruppe setzte sich Oliveira gegen Marquez und Efren Vazquez durch und wurde Vierter. Miller kam alleine fahrend als Siebter ins Ziel. Dahinter folgte ein einsamer Folger auf Platz acht. In der nächsten Gruppe behielt Brad Binder (Suter-Honda) die Oberhand vor Arthur Sissis (KTM) und Jakub Kornfeil (Kalex-KTM) und eroberte Rang neun. Auf den Plätzen zwölf bis 14 folgten Isaac Vinales, Romano Fenati (beide FTR-Honda) und Jasper Iwema (Kalex-KTM). Den letzten WM-Punkt nahm Niccolo Antonelli (FTR-Honda) als 15. mit.

Über weite Strecken des Rennens kämpfte Philipp Öttl (Kalex-KTM) um den letzten WM-Punkt. In einer größeren Gruppe sah er die karierte Flagge schließlich als 17. und Für das Kiefer-Duo gab es auch keine WM-Punkte zu holen. Toni Finsterbusch wurde 21. und Florian Alt 29. Im Zweikampf wurde Alt in der Bremszone der ersten Kurve etwas abgedrängt und er musste durch das Kiesbett fahren. Wertvolle Zeit ging verloren. Die Moto3-Szene verabschiedet sich nun in die Sommerpause. Der nächste Grand Prix findet am 18. August in Indianapolis statt.

Ergebnisse Moto3 Sachsenring

1 25 42 Alex RINS SPA Estrella Galicia 0,0 KTM 39’34.735 150.2
2 20 39 Luis SALOM SPA Red Bull KTM Ajo KTM 39’34.967 150.2 0.232
3 16 25 Maverick VIÑALES SPA Team Calvo KTM 39’34.983 150.2 0.248
4 13 44 Miguel OLIVEIRA POR Mahindra Racing MAHINDRA 39’39.717 149.9 4.982
5 11 12 Alex MARQUEZ SPA Estrella Galicia 0,0 KTM 39’39.936 149.9 5.201
6 10 7 Efren VAZQUEZ SPA Mahindra Racing MAHINDRA 39’40.191 149.9 5.456
7 9 8 Jack MILLER AUS Caretta Technology – RTG FTR HONDA 39’45.394 149.5 10.659
8 8 94 Jonas FOLGER GER Mapfre Aspar Team Moto3 KALEX KTM 39’50.328 149.2 15.593
9 7 41 Brad BINDER RSA Ambrogio Racing SUTER HONDA 39’53.141 149.1 18.406
10 6 61 Arthur SISSIS AUS Red Bull KTM Ajo KTM 39’53.182 149.0 18.447
11 5 84 Jakub KORNFEIL CZE Redox RW Racing GP KALEX KTM 39’53.297 149.0 18.562
12 4 32 Isaac VIÑALES SPA Ongetta-Centro Seta FTR HONDA 39’54.828 148.9 20.093
13 3 5 Romano FENATI ITA San Carlo Team Italia FTR HONDA 39’54.886 148.9 20.151
14 2 53 Jasper IWEMA NED RW Racing GP KALEX KTM 39’55.381 148.9 20.646
15 1 23 Niccolò ANTONELLI ITA GO&FUN Gresini Moto3 FTR HONDA 39’57.532 148.8 22.797
16 63 Zulfahmi KHAIRUDDIN MAL Red Bull KTM Ajo KTM 39’58.580 148.7 23.845
17 65 Philipp OETTL GER Tec Interwetten Moto3 Racing KALEX KTM 39’59.220 148.7 24.485
18 31 Niklas AJO FIN Avant Tecno KTM 40’11.703 147.9 36.968
19 89 Alan TECHER FRA CIP Moto3 TSR HONDA 40’11.808 147.9 37.073
20 3 Matteo FERRARI ITA Ongetta-Centro Seta FTR HONDA 40’11.939 147.9 37.204
21 9 Toni FINSTERBUSCH GER Kiefer Racing KALEX KTM 40’26.145 147.0 51.410
22 11 Livio LOI BEL Marc VDS Racing Team KALEX KTM 40’27.284 147.0 52.549
23 17 John MCPHEE GBR Caretta Technology – RTG FTR HONDA 40’28.672 146.9 53.937
24 22 Ana CARRASCO SPA Team Calvo KTM 40’28.976 146.9 54.241
25 58 Juanfran GUEVARA SPA CIP Moto3 TSR HONDA 40’29.333 146.8 54.598
26 19 Alessandro TONUCCI ITA La Fonte Tascaracing FTR HONDA 40’29.486 146.8 54.751
27 29 Hyuga WATANABE JPN La Fonte Tascaracing FTR HONDA 40’29.937 146.8 55.202
28 95 Jules DANILO FRA Ambrogio Racing SUTER HONDA 40’56.111 145.2 1’21.376
29 66 Florian ALT GER Kiefer Racing KALEX KTM 40’59.233 145.0 1’24.498
30 4 Francesco BAGNAIA ITA San Carlo Team Italia FTR HONDA 40’26.216 141.6 1 lap

Text von Gerald Dirnbeck

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